Die Waffe symbolisch übergeben

ST.GALLEN. 27 Aspirantinnen und Aspiranten haben gestern ihre Polizeiausbildung bei der Kantonspolizei St. Gallen begonnen. Im Hofkeller des St. Galler Regierungsgebäudes fand die Übergabe der persönlichen Dienstwaffe statt.

Ives Bruggmann
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Der Kommandant der Kantonspolizei St. Gallen, Bruno Zanga, übergibt dem Aspiranten Kevin Knöpfel symbolisch die persönliche Dienstwaffe. (Bilder: Hanspeter Schiess)

Der Kommandant der Kantonspolizei St. Gallen, Bruno Zanga, übergibt dem Aspiranten Kevin Knöpfel symbolisch die persönliche Dienstwaffe. (Bilder: Hanspeter Schiess)

Sabrina Schmitter will Polizistin werden. Die 27-Jährige ist gelernte Bauleiterin und wohnt in Balgach. Der Polizeiberuf habe sie schon immer fasziniert, sagt sie. «Mir gefällt es, den Leuten zu helfen und ein Vorbild zu sein. Zudem wird mir in meinem Umfeld immer wieder gesagt, ich hätte einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn», sagt Schmitter. Nach reiflicher Überlegung und der abgeschlossenen Ausbildung sei die Zeit für sie nun gekommen. «Ich hatte den Polizeiberuf immer im Hinterkopf. Jetzt freue ich mich auf diese neue Herausforderung.»

Waffe wieder abgegeben

Gestern hat für Sabrina Schmitter und 26 weiter Aspirantinnen und Aspiranten die Polizeiausbildung begonnen. Der erste Arbeitstag startete mit der symbolischen Übergabe der persönlichen Dienstwaffe durch den Polizeikommandanten Bruno Zanga. Symbolisch deshalb, weil die Auszubildenden die Waffe sogleich wieder abgeben mussten. Erst nach etwa sieben Monaten und einigen Schiessübungen erhielten sie diese dann definitiv für ihre Einsätze, so Zanga.

In Bezug auf die hohe Anzahl der neuen Aspiranten sagte der Kommandant: «Grosse Freude herrscht», um dann gleich nachzuschieben: «Ich wünsche mir, dass alle Aspirantinnen und Aspiranten die Polizeischule erfolgreich absolvieren.»

Dass diese Aussichten für die neuen Auszubildenden gut sind, bestätigte der Ausbildungsverantwortliche Paul Rieser. «Es gibt praktisch niemanden, der die Polizeischule abbricht.» Dies sei auch auf das Aufnahmeverfahren zurückzuführen. Neu werden die Interessierten bereits getestet, bevor sie sich bewerben. «All jene, welche die Tests erfolgreich absolviert haben, sind in der Lage, die Polizeischule zu bestehen», sagt Rieser.

Immer korrekt verhalten

Polizeikommandant Bruno Zanga erwartet von den Auszubildenden vollen Einsatz. «Die Anforderungen sind hoch und ich verlange von Ihnen, sich in der Schule wie auch in der Freizeit stets korrekt und vorbildlich zu verhalten.»

Für Aspirant Valentin Aggeler aus Rebstein wird nicht alles neu sein. «Ich durfte schon als Kind in den Alltag eines Polizisten hineinsehen, denn auch mein Vater ist Polizist», sagt er. Für den 23-Jährigen war es aber keineswegs beschlossene Sache, dass er einmal seinem Vater nacheifert. «Die Möglichkeit hat aber schon immer bestanden und jetzt hat sich die Gelegenheit ergeben. Nach knapp sieben Jahren in der Verwaltung der Gemeinde Rebstein habe ich gemerkt, dass ich etwas anderes machen möchte», sagt Aggeler. Am liebsten wäre er bei der mobilen Polizei oder auf einem Polizeiposten tätig. Dort gebe es am meisten Kontakt mit der Bevölkerung.

Menschlich weiterkommen

Von der Polizeiausbildung erwarten sich sowohl Sabrina Schmitter als auch Valentin Aggeler vor allem das fachliche Rüstzeug, das es braucht, um den Polizeiberuf auszuüben. Beide erhoffen sich aber auch, Fortschritte in anderen Bereichen zu machen. Unabhängig voneinander sagen sie: «Ich möchte auch menschlich weiterkommen.»

Sabrina Schmitter Aspirantin (Bild: Hanspeter Schiess)

Sabrina Schmitter Aspirantin (Bild: Hanspeter Schiess)

Valentin Aggeler Aspirant (Bild: Hanspeter Schiess)

Valentin Aggeler Aspirant (Bild: Hanspeter Schiess)