Die Vielfalt des Säntis

Die Säntis-Schwebebahn ist dieses Jahr 75 geworden. Eine Ausstellung auf dem Berggipfel beginnt in der Zukunft und endet in der Vergangenheit – eine Zeitreise vom neuen Hotelprojekt auf der Schwägalp zurück zur Arbeit der Pioniere am Berg.

Regula Weik
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Blick in die Geschichte der Säntisbahn: Ausstellung auf dem Berg. (Bild: Hanspeter Schiess)

Blick in die Geschichte der Säntisbahn: Ausstellung auf dem Berg. (Bild: Hanspeter Schiess)

Schwägalp. Die Bahn verlässt die Talstation, sticht in die schwarze Nacht. Die Scheiben sind zugefroren. Von der Gondeldecke leuchten feine Lichter – der künstliche Sternenhimmel lässt das garstige Wetter etwas vergessen. Mindestens einer fühlt sich auch bei Kälte und Schnee wohl auf dem Säntis: Verwaltungsratspräsident Hans Höhener. Er ist gerne im Winter auf dem Berg – wegen der Aussicht an einem klaren Tag.

Spezielle Lage

Höhener ist überzeugt, dass die Faszination und Mystifizierung des Säntis – «sie begann lange vor dem Bau der Bahn» – auch mit seiner speziellen Lage zu tun hat. «Dieses Den-Alpen-vorgelagert-Sein gibt dem Gipfel eine spezielle Note.» Und lässt ihn weit herum sichtbar sein. Doch bei allem Staunen über die Vielfalt des Säntis dürfe eines nicht vergessen werden: «Das Grundkapital ist die Natur – und ihr müssen wir Sorge tragen.»

Die Winterausstellung «75 Jahre Säntis-Schwebebahn» – sie dauert bis April 2011 – erzählt von dieser Vielfalt. Sie zeigt den Säntis als Arbeitsberg, als Erlebnisberg, als Eventberg, als Natur pur, als Berg der Extreme. So wurden im Januar 1905 minus 32 Grad gemessen, im Juli 1983 plus 20,8 Grad. Im April 1999 lagen über acht Meter Schnee auf dem Gipfel und Lothar fegte im Dezember 1999 mit Böen von 230 km/h um das Bergrestaurant. Die Ausstellung erzählt aber auch von den verschiedenen Bauetappen am Berg und den aktuellen Plänen auf der Schwägalp.

Knapp 200 Personen sind am Freitagabend dem Ruf des Berges – und der Einladung zur Ausstellungseröffnung – gefolgt. Damit schliessen die Verantwortlichen das Jubiläumsjahr ab.

Aufgerissen

Zurück auf der Schwägalp, ein Blick hinauf zur Felswand: Der Himmel hat aufgeklart, die Konturen des Gebirges sind deutlich zu erkennen. Es scheint zu stimmen: Der Säntis ist vielfältig – erlebbar innert weniger Stunden.

Bild: regula weik

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