Die Ultima Ratio im Kindesschutz

1000 Ostschweizer Kinder und Jugendliche wachsen in Heimen oder Pflegefamilien auf. Etwa zwei Drittel sind in Pflegefamilien untergebracht. Diese gewinnen denn auch zunehmend an Beliebtheit.

Roger Braun
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Pflegefamilien bieten den Kindern einen überschaubaren und familiären Rahmen. (Bild: ky/Elisabeth Real)

Pflegefamilien bieten den Kindern einen überschaubaren und familiären Rahmen. (Bild: ky/Elisabeth Real)

In der Ostschweiz sind gegenwärtig rund 1000 Kinder und Jugendliche fremdplaziert. Dies zeigt eine Umfrage bei den Kantonen St. Gallen, Thurgau und den beiden Appenzell. Die leiblichen Eltern dieser Kinder sind nicht in der Lage, im Elternhaus für ein kindgerechtes Aufwachsen zu sorgen. Deshalb werden diese Kinder von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) oder aus eigener Einsicht fremdplaziert.

Über die ganze Ostschweiz verteilt wachsen 347 Kinder und Jugendliche in Heimen auf, 640 bei Pflegefamilien. Fachleute stellen eine Tendenz zur Pflegefamilie fest. Mirjam Aebischer des Fachverbands Integras sagt: «Der intensiven sozialen Bindung innerhalb einer Familie wird heute deutlich mehr Gewicht eingeräumt als früher – und diese ist bei einer Pflegefamilie nun mal höher.»

Zunehmend vorübergehend

Generell lässt sich sagen, dass immer weniger Kinder ihre ganze Kindheit in einem Heim oder in einer Pflegefamilie verbringen. Die Fachbehörden versuchen die Kinder viel stärker als früher wieder in die Ursprungsfamilie zu integrieren.

Hohe Kosten

Fremdplazierungen haben ihren Preis. Der Aufenthalt in einem einfachen Heim kostet rund 300 Franken pro Tag. Bei Spezialeinrichtungen ist es ein Mehrfaches. Günstiger sind Pflegefamilien. Sie kosten 60 bis 100 Franken. Mit sozialpädagogischer Begleitung steigt aber auch dieser Preis.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 8. Februar.

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