«Die übelsten Schläge zielten auf den Kopf der Opfer»: Arboner AS Scintilla wird nach Gewaltvorfall monatelang gesperrt

Der Ausbruch von roher Gewalt beim 4.-Liga-Spiel zwischen Eschen-Mauren und der AS Scintilla vor einigen Wochen hat Folgen: Stellungnahmen und ein Rapport zeigen, dass verschiedene Spieler der AS Scintilla massive Gewalt ausübten. Der Ostschweizerische Fussballverband zieht das Team deshalb aus dem Verkehr.

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Platzverweis: Der Ostschweizer Fussballverband zieht die AS Scintilla für längere Zeit aus dem Verkehr. (Bild: Keystone)

Platzverweis: Der Ostschweizer Fussballverband zieht die AS Scintilla für längere Zeit aus dem Verkehr. (Bild: Keystone)

(jab/bro) Der Ostschweizerische Fussballverband (OFV) hat zum abgebrochenen 4. Liga-Fussballspiel zwischen dem USV Eschen/Mauren und der AS Scintilla vom 25. Oktober 2019 Stellungnahmen der Vereine verlangt und vom Schiedsrichter einen zusätzlichen Rapport eingefordert. Das schreibt der Verband am Freitag in einer Mitteilung.

Die Rapporte zeigen, dass verschiedene Spieler der AS Scintilla massive Gewalt an Gegenspielern ausübten, wie es heisst. Die Mannschaft wird laut dem OFV deshalb boykottiert. Den USV Eschen/Mauren trifft gemäss dem Verband keine Schuld an den Vorkommnissen.

Spieler lagen am Boden und konnten sich nicht mehr wehren

Nach dem Anschlusstor durch den USV Eschen/Mauren wollte ein Stürmer den Ball schnellstmöglich aus dem Tor der AS Scintilla holen, wie es in der Mitteilung heisst. Dabei stellte sich der Torhüter quer. Innert Sekunden eskalierte die Situation, und mehrere Spieler der AS Scintilla schlugen auf drei Liechtensteiner ein. Diese lagen bereits am Boden und konnten sich nicht mehr wehren. Der Verband schreibt:

«Eine bisher im OFV-Gebiet noch nie dagewesene Gewalt, die besonders verwerflich ist, da die übelsten Schläge gezielt auf den Kopf der Opfer zielten.»

Dies nicht mehr im Affekt, sondern gezielt, um zu verletzen, heisst es weiter. Der Schiedsrichter brach darauf die Partie ab.

Sperre und Boykott bis Ende Juni 2020

Das Spiel ging für die AS Scintilla als Verursacherin des Spielabbruchs forfait verloren. Weiter teilt der OFV mit:

«Die im Schiedsrichterrapport namentlich bekannten und zugleich übelsten Täter werden über Monate boykottiert oder gesperrt.»

Hinzu kommen für die Täter hohe Geldbussen. Da sich nachweislich mehrere Spieler der AS Scintilla zusätzlich einmischten, sei die Sicherheit für weitere Spiele dieser Mannschaft nicht gewährleistet.

Deshalb wurde laut OFV ein Boykott bis zum 30.6.2020 verfügt. Zudem werden der Mannschaft die bisher erspielten 9 Punkte abgezogen. Auch diese Strafen seien mit massiven Geldbussen kombiniert. Die nicht gespielten Partien würden mit 0:3 forfait gegen die AS Scintilla gewertet.

Missbrauch des Fussballsports

Man habe sich in Eschen zu einem Fussballspiel in der 4. Liga zusammengefunden, heisst es im Communiqué weiter. Dabei sei der Fussball durch eine Mannschaft missbraucht worden, um sich mit Gewalt und Selbstjustiz in Szene zu setzen. So schreibt der OFV weiter:

«Jegliche Fairness wurde aufs gröbste verletzt.»

Derartige massive Übergriffe durch eine halbe Mannschaft und das in dieser bisher unbekannten Härte werde der OFV niemals tolerieren, er verurteile diese aufs Schärfste. Das Ganze sei bei mehreren hundert Spielen pro Saison beim OFV ein Einzelfall. Zu hoffen bleibe, dass dies  auch so bleibe.

Arafat Ibraimi vom AS Scintilla hoffte noch am Freitagnachmittag darauf, dass der OFV seine Bitte um Fristverlängerung gutheisst, damit er Rekurs gegen den nun gefällten OFV-Entscheid einlegen könne. Er sieht den Tathergang naturgemäss «differenzierter».