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Die Tücken eines Grillabends

Der Sommer ist die Zeit von Grillfesten und Feuerwerk. Dabei kommt es immer wieder zu Unfällen. Polizei und Feuerschutz-Experten erläutern, worauf an der sommerlichen Grillade und am Nationalfeiertag zu achten ist.
Raphael Bucheli
Die Feuerwehr musste gestern nach einem Brand in St. Gallen ein Gebäudedach aufschneiden. (Bild: Stapo)

Die Feuerwehr musste gestern nach einem Brand in St. Gallen ein Gebäudedach aufschneiden. (Bild: Stapo)

ST. GALLEN. In den Morgenstunden des gestrigen Tages hat in der Nähe des St. Galler Bahnhofes bei der St. Leonhardsbrücke ein Dachstock gebrannt. Wie die Kantonspolizei St. Gallen mitteilt, verlief der Vorfall folgendermassen: Eine Frau hatte auf dem Dach eines Hauses Rauch beobachtet und war einer Polizeipatrouille dadurch aufgefallen. Die Feuerwehr wurde alarmiert. Vorsorglich evakuierte die Polizei die Anwohner der betroffenen Liegenschaft sowie der angrenzenden Gebäude. Die Feuerwehr verortete den Brandherd auf der Dachterrasse des Hauses und löschte die Flammen in kurzer Zeit mit Feuerlöschern. Die Feuerwehrleute mussten feststellen, dass der Herd bereits durch die Blechabdeckung des Daches in den Estrich vorgedrungen war. Sie schnitten das Dach teilweise auf, um mögliche Glutnester aufzuspüren.

Personen wurden keine verletzt. Erste Einschätzungen beziffern den entstandenen Sachschaden auf 100 000 Franken. Die Kantonspolizei hält fest, dass das frühzeitige Erkennen des Brandes Schlimmeres verhindert hat. Ermittlungen sind derzeit im Gange, erste Erkenntnisse lassen darauf schliessen, dass ein unbeaufsichtigter Kohlegrill oder ein unangemessener Umgang mit Raucherwaren den Brand verursacht haben.

Es ist nicht das erste Mal in diesem Sommer, dass ein harmloses Grill-Vergnügen in einem Feuerwehreinsatz endete.

Grill, Feuer, Brandgefahr

«Diesen Sommer hatten wir in der Stadt bereits drei Grill-Unfälle. Es ist wichtig, auf die Sicherheitsvorschriften der Hersteller zu achten, und man sollte den Grill nie unbeaufsichtigt lassen», sagt Dionys Widmer von der Stadtpolizei St. Gallen.

Auch im Thurgau ist es in den letzten Monaten schon in der Nähe von Kreuzlingen zu einem Unfall mit einem Gas-Grillgerät gekommen, das auf einem Balkon Feuer fing. Die Kantonspolizei Thurgau ermahnt zur Vorsicht bei den Druckreglern und Gasflaschen aus dem Ausland, gewisse Teile seien nicht mit ihren schweizerischen Gegenstücken kompatibel. Auch Dionys Widmer von der Stadtpolizei St. Gallen warnt: «Nach dem Winter denken viele Leute, dass ihr Grill noch wie im letzten Sommer funktioniere. Dabei sollten sie zuvor immer Gasflasche, Schläuche und Regler ihrer Gasgrille auf Risse und Mängel überprüfen.»

Christian Grünenfelder ist der stellvertretende Leiter der Gebäudeversicherung des Kantons St. Gallen. Er empfiehlt: «Bei Holzkohlegrills sollte man stets auf den Funkenflug achten. Die Funken von Glut und Feuer können brennbare Materialien wie beispielsweise Schilfmatten auf Terrassen entzünden. Generell sollten Grillgeräte mindestens in 1 bis 1,5 Metern Abstand zu sämtlichen brennbaren Dingen aufgestellt werden.» Ebenso sollten Kinder und Haustiere von Grills ferngehalten werden, um Verletzungen und Unfällen vorzubeugen.

Augustraketen senkrecht starten

Mit dem Nahen des 1. Augusts wenden sich nicht nur die Gedanken von Feuerwerksenthusiasten den nächtlichen Feuerblumen zu. Auch die Feuerschutz-Experten bereiten sich auf den Feiertag vor. Grünenfelder empfiehlt: «Die Sicherheitshinweise der Feuerwerkshersteller sind zu beachten. Die Raketen sollten auf einer fixierten Abschussrampe am besten senkrecht in den Himmel gestartet werden.» Balkons und Fenster seien aus der Flugbahn zu halten. Brandgefahr drohe, wenn Feuerwerk auf trockene Wiesen und Wälder trifft.

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