Die Tour in die Region geholt

Wil, Schwarzenbach, Unterterzen: Die Tour de Suisse kommt ab heute in die Ostschweiz. Voraussetzung für einen Etappenort, sei es Start oder Ziel, ist unter anderem eine gute Infrastruktur – und Geld.

Michel Burtscher
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Radprofis in der Region: Die vierte, fünfte und sechste Etappe der Tour de Suisse führt durch die Ostschweiz. (Bild: ky/Jean-Christophe Bott)

Radprofis in der Region: Die vierte, fünfte und sechste Etappe der Tour de Suisse führt durch die Ostschweiz. (Bild: ky/Jean-Christophe Bott)

WIL. Diese Woche ist die Radsport-Welt zu Gast in der Ostschweiz: Die vierte Etappe der Tour de Suisse endet heute in Schwarzenbach, die fünfte Etappe beginnt morgen in Unterterzen und Start der sechsten Etappe ist am Donnerstag in Wil. Daran können auch Regen und Schlamm nichts ändern – weder die Fahrer noch die Verantwortlichen vor Ort lassen sich davon beeindrucken.

1000 Fahrzeuge, 600 Hotelbetten

Die Organisation eines Etappenorts – sei es nun Start oder Ziel – ist aufwendig. Man rechne mit einer Vorlaufzeit von rund einem Jahr, sagt Jolanda van de Graaf, Mediensprecherin der Tour de Suisse. Für die Organisation vor Ort sind lokale Organisationskomitees zuständig – dies sind teilweise Privatpersonen, teilweise die Gemeinden selber. Voraussetzung dafür sei Interesse an einem Radsportfest sowie eine ausreichende Infrastruktur, sagt van de Graaf.

So müssen beispielsweise genügend Parkplätze vorhanden sein – immerhin fahren rund 1000 Fahrzeuge mit dem Tross mit. Zudem braucht es mindestens 600 Hotelbetten in der näheren Umgebung des Etappenortes, um alle Mitreisenden unterzubringen. Und es braucht Platz für das Entertainment inklusive Showtruck sowie für das Siegerpodium. Das Rennbüro sowie ein Medienzentrum gehören ebenfalls zur Infrastruktur.

Budget von 180 000 Franken

Das alles ist nicht gratis für die lokalen OKs. «Es lohnt sich aber: Für die Region ist es eine tolle Werbung», sagt van de Graaf. Gleicher Meinung ist Stefan Frei, Präsident der Gemeinde Jonschwil, zu der Schwarzenbach gehört, und Präsident des lokalen OKs: Für die Gemeinde und die ganze Region sei die Tour de Suisse eine gute Plattform, um sich zu präsentieren, sagt Frei. «Wir sind 100 Minuten lang im Fernsehen zu sehen.»

Das lässt man sich denn auch etwas kosten: Das Budget für den Anlass in Schwarzenbach beträgt 180 000 Franken. Davon gehen gemäss Frei 65 000 Franken an die Tour de Suisse. Nicht ganz so viel Geld gibt Wil aus: Das Budget betrage 80 000 Franken, sagt OK-Präsident Franz Meienhofer, Leiter Verkauf und Kundendienst bei der Camion Transport AG. Auf deren Firmengelände findet der Etappenstart am Donnerstag statt. Das Unternehmen ist langjähriger Logistikpartner der Tour de Suisse.

Doch nicht nur Geld, auch Helfer und Helferinnen braucht es: In Schwarzenbach werden zwischen 200 und 300 Freiwillige im Einsatz sein, in Wil sind es etwa 160. An beiden Orten gibt es ein Festzelt und ein Rahmenprogramm: in Schwarzenbach wird eine Band auftreten, in Wil veranstaltet das OK einen Velotag für die Primarschüler. Die Tour de Suisse soll nicht nur einfach eine Sportveranstaltung sein, sondern auch Treffpunkt und Unterhaltung bieten. In Schwarzenbach werden bis zu 5000 Besucher erwartet, in Wil immerhin rund 1000.

Zielankunft in Schwarzenbach ist heute um 18.15 Uhr, Rennstart in Wil am Donnerstag um 13.34 Uhr.