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Die Tortenschaufel im Nickelbad

Die Pädagogische Hochschule St. Gallen will mit ihrem Projekt «Jules Vernes Kinder – Technikcampus» Schülerinnen und Schüler für technische Themen begeistern. Dabei werden auch Industriebetriebe besichtigt.
Michel Burtscher
Die Industrie hautnah erleben: Schülerinnen gestern morgen in der Hartchromwerk Brunner AG. (Bild: Urs Bucher)

Die Industrie hautnah erleben: Schülerinnen gestern morgen in der Hartchromwerk Brunner AG. (Bild: Urs Bucher)

ST. GALLEN. Die Mädchen tragen Schutzhandschuhe und Schutzbrillen. Sie stehen vor einem Nickelbad in einer Werkstatt im Osten der Stadt St. Gallen. Die Kinder schauen gespannt in die grünliche Flüssigkeit. Darin befinden sich metallene Tortenschaufeln, die sie am Schluss nach Hause nehmen dürfen. 18 Mädchen und Buben erhielten gestern Einblick in die Arbeit der Hartchromwerk Brunner AG – und machten sich dabei auch selber die Hände schmutzig.

Ermöglicht wurde ihnen das durch das Pilotprojekt «Jules Vernes Kinder – Technikcampus» der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHSG). Dieser fand während je einer Woche im Juli und im August statt. Er ist Teil der Mint-Initiative der PHSG, mit der Kindern und Jugendlichen die Themen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik näher gebracht werden sollen (siehe Zweittext).

Vor der Berufswahlvorbereitung

Rund 50 Kinder nahmen jeweils drei Tage am Projekt teil, angemeldet hatten sich fast doppelt so viele. «Die Nachfrage war sehr gross», sagt Robert Furrer, der operative Leiter des Projekts. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse sowie der 1. Oberstufe. Die Begrenzung ist Absicht: «Wir wollen die Kinder vor der Berufswahlvorbereitung erreichen.»

Während der zwei Wochen haben die Kinder zehn Industriebetriebe besichtigt, darunter die Empa, die Filtrox und die Fisba. Dabei haben sie unter anderem einen Zimmermannsknoten aus Metall gebastelt, Apfelsaft enttrübt oder eigene Visitenkarten gedruckt. «Uns war wichtig, dass die Kinder am Schluss etwas haben, das sie mit nach Hause nehmen können.» Den Vormittag verbrachten die Kinder jeweils im Betrieb, am Nachmittag tüftelten sie in der PHSG weiter. Dabei gehe es nicht darum, ihnen komplexe technische Zusammenhänge zu erklären, sagt Nicolas Robin, der Leiter des Projekts. «Wir wollen ihnen einen Einblick in die Industrie geben und sie für technische Themen begeistern.»

Doppelter Nutzen

Begleitet werden die Schülerinnen und Schüler dabei von Studierenden der PHSG. Diese helfen auch bei der Vorbereitung. So habe das Projekt einen doppelten Nutzen, sagt Robin: «Einerseits sensibilisieren wir die Kinder, andererseits fördern wir auch die Kompetenzen ihrer künftigen Lehrerinnen und Lehrer.» Deren Wissen über die Industriewelt sei oft begrenzt.

Partnerfirmen zu finden sei relativ einfach gewesen, sagt Furrer. «Das Interesse war gross.» Das bestätigt Stefan Hernandez, der Geschäftsführer der Hartchromwerke Brunner AG: «Für uns ist es eine gute Möglichkeit, um Nachwuchs für unseren Betrieb zu finden.» Nebst den Partnerfirmen aus der Industrie wird die PHSG bei diesem Projekt von der Fredy-und-Regula-Lienhard-Stiftung unterstützt.

Ausbau ist möglich

Die erste Durchführung des Technikcampus sei ein Erfolg gewesen, sagt Furrer schon jetzt. Nächstes Jahr findet er nochmals im Rahmen des Pilotprojekts statt. Ab dem Jahr 2017 soll er dann fest installiert und flächendeckend im Kanton St. Gallen und den beiden Appenzell angeboten werden. Möglicherweise wird das Angebot sogar ausgebaut: «Wir können uns vorstellen, künftig beispielsweise auch in den Herbstferien einen Technikcampus zu veranstalten.» Bevor solche Entscheide gefällt werden, müsse man nun aber die erste Durchführung auswerten, sagt Robert Furrer.

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