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Die Toggenburg Bergbahnen AG verlängert ihr Aktienübernahmeangebot: Das regionale Skibillett ist vom Tisch

Auch wenn die Anzeichen fehlten: Ein Funken Hoffnung bestand, dass sich die beiden zerstrittenen Bergbahnbetreiber im Obertoggenburg doch noch zusammenraufen würden. Seit gestern ist klar: Kommende Wintersaison gibt es definitiv kein gemeinsames Skiticket mehr.
Regula Weik und Christoph Zweili
Für die Toggenburg Bergbahnen ist die Zeit reif für eine Fusion der Skigebiete. (Bild: PD/Thomas Senf)

Für die Toggenburg Bergbahnen ist die Zeit reif für eine Fusion der Skigebiete. (Bild: PD/Thomas Senf)

Damit rückt eine Lösung im Bergbahnen-Streit in weite Ferne. Die Toggenburg Bergbahnen AG (TBB) wirbt zwar mit einem Inserat «Zur Rettung des gemeinsamen Skitickets im Obertoggenburg» im heutigen «Toggenburger Tagblatt» für die Idee, de facto aber steht fest: Das bisherige Tarifmodell wird nicht mehr gelten.

Die Toggenburg Bergbahnen hatten im Frühling 2015 die gemeinsame Tickets gekündigt, später diese Frist um vier Jahre verlängert. Im Sommer 2017 unterbreiteten sie dem Konkurrenzunternehmen am Berg, der Bergbahnen Wildhaus AG, ein Aktientauschangebot. Auch dieses wurde später ebenfalls verlängert bis Ende September 2019. Wenige Tage vor Ablauf der Frist wird nun eine erneute Verlängerung des Angebots bis Ende August 2020 angekündigt. Am Angebot ändert sich nichts: 25 Franken in bar je Wildhaus-Aktie oder 10 Wildhaus-Aktien für 1 aus Unterwasser.

«Der Wunsch zur Fusion ist überall spürbar»

Der Rücklauf auf das Angebot an die Aktionäre der Bergbahnen Wildhaus AG übertreffe «die Erwartungen». Auf die Frage, wie viele Aktien ihnen bereits zum Kauf angeboten wurden, mag Alex Singenberger, Mediensprecher der Toggenburg Bergbahnen AG, keine konkrete Zahl nennen. Nur soviel: «Der Wunsch zur Fusion ist überall spürbar.»

Jack Rhyner, Verwaltungsratspräsident Wildhaus Bergbahnen AG

Jack Rhyner, Verwaltungsratspräsident Wildhaus Bergbahnen AG

Jakob Rhyner, Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Wildhaus AG, bezweifelt dies: «Wir wissen von keinem einzigen Aktionär, der auf das Tauschangebot eingegangen ist.» Im Gegenteil: An der Generalversammlung vor drei Wochen hätten die Aktionäre den Verwaltungsrat «für dessen Standhaftigkeit» ausdrücklich gelobt.

Singenberger dagegen hält klipp und klar fest: «Wir müssen aufhören, nur im eigenen Gärtli zu denken. Die Zeit für eine Fusion ist reif. Für die Zukunft des Tourismus im Obertoggenburg braucht es mutige Schritte.» Davon seien die Toggenburg Bergbahnen felsenfest überzeugt. Daher hätten sie ihre Aktientauschangebot an die Wildhauser verlängert, «um der Fusion zum Durchbruch zu verhelfen».
Die Befürchtungen der Wildhauser, die Toggenburg Bergbahnen könnten dereinst ihr Gebiet «vor die Hunde gehen lassen», ist den Verantwortlichen des Unternehmens in Unterwasser nicht entgangen. «Diese Ängste sind unberechtigt», sagt Singenberger.

Die Toggenburg Bergbahnen haben am Freitag denn auch erstmals ihre Strategie für das gesamte Gebiet am Fusse der Churfirsten offengelegt – so es denn zu einer Fusion kommt. So soll in die Verbindungspisten der beiden Gebiete investiert und ein Beschneiungskonzept für die Pisten zwischen Alt St. Johann und Wildhaus erarbeitet werden. Die Positionierung von Wildhaus als Familienskigebiet soll bei einer Fusion weiter verfolgt, das Angebot für Familien im Oberdorf ausgebaut und auch die Gastronomie im Oberdorf auf Kinder und Familien ausgelegt werden.

Bergbahnen Wildhaus mit «Wildhauser Tickets»

In der kommenden Wintersaison wird es also erstmals kein gemeinsames Ticket für das gesamte Gebiet zwischen Alt St. Johann und Wildhaus geben. Wie teuer das Wintervergnügen auf den Anlagen der Toggenburg Bergbahnen sein wird, ist noch unklar. «Wir haben die Tarife noch nicht festgelegt», sagt Singenberger. Diese würden in den nächsten Tagen kommuniziert.

Anders die Bergbahnen Wildhaus. «Wir können und wollen unsere Kunden nicht warten lassen und verkaufen derzeit ‹Wildhauser Tickets›.» Der Preis für einen Tagespass für Erwachsene ab 20 Jahren beträgt neu 55 Franken, für Jugendliche (16 bis 19 Jahre) 47 und für Kinder (6 bis 15 Jahre) 28 Franken.

Umsatz von 12,5 Millionen Franken

(cz, rw) Die Toggenburg Bergbahnen AG steigerte im Geschäftsjahr 2018/2019 ihren Umsatz auf 12,5 Millionen Franken. «Das ist der Beweis, dass unsere Produkte auf dem Markt Anklang finden», sagt Alex Singenberger, Medienbeauftragter des Unternehmens. «Unsere Strategie trägt Früchte.» Die Aufwendungen für Betrieb und Personal stagnierten. Die Toggenburg Bergbahnen erzielten denn auch eine Ebitda-­Marge von 32,4 Prozent – «doppelt so hoch wie jene mancher Mitbewerber», wie das Unternehmen festhält. In der Bergbahnenbranche sei die Rede, dass «zum Überleben eine Marge von 20 bis 25 Prozent nötig ist», sagt Singenberger.

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