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Die teuersten Exkremente

Scharfgezeichnet
Odilia Hiller

Der Hunger des Menschen nach Ranglisten und Best-ofs ist grenzenlos. Deshalb kann man nur froh sein, dass Verbraucherportale wie Netz­sie­ger.de alle möglichen und unmöglichen Daten auswerten. So gelangen wir zu neuen, unverzichtbaren Erkenntnissen. Wie in dieser Woche: «In diesen Städten ist der Toilettengang am teuersten», steht über einer Auswertung der – theoretischen – Kosten eines WC-Spülgangs.

Und, oh wohliger Schreck, St. Gallen belegt einen Spitzenplatz! Nur in Genf ist der Toilettenspülvorgang teurer – gemessen an den Kubikmeterkosten von Trinkwasser und Abwasser. Die St. Galler versenken ihre Hinterlassenschaften auf dem stillen Örtchen für doppelt so viel Geld wie beispielsweise die Könizer. In Zahlen heisst das: Für eine 10-Liter-WC-Spülung bezahlen die St. Galler stolze 82 Franken pro Jahr. Die Könizer hingegen lediglich 42! Und obwohl die Zürcher so viel reicher sind als wir, bezahlen sie für fünf tägliche Toilettengänge jährlich nur 66 Franken.

Das Rätselhafteste am Ganzen ist aber nicht, wie man darauf kommt, so etwas auszurechnen. Sondern wie es möglich ist, dass Genf und St. Gallen, die beide in der Nähe ziemlich grosser Seen liegen, landesweit die höchsten Wasserkosten haben. Wo, wenn nicht hier müsste genug erschwingliches Spülwasser zur Verfügung stehen? Ein Glück, kann man die Argumente auch umdrehen: Nirgends sind uns Exkremente so viel wert wie ganz im Osten und ganz im Westen.

Odilia Hiller

odilia.hiller@ostschweiz-am-sonntag.ch

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