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Die strahlende Frau Moses

Es sind strenge Tage für die Sängerin und Schauspielerin Sophie Berner. Am Montagabend Probe bis 23 Uhr, tags darauf die Fortsetzung. Heute dann die zweite Hauptprobe, am Freitag Generalprobe. «Moses», das Musical, das am Samstag am Theater St.Gallen seine Welturaufführung erleben wird, ist sehr, sehr kompliziert. Trotzdem sagt Sophie Berner ganz unkompliziert: «Es geht gut, danke.»
Sophie Berner ist am Theater St.Gallen schon eine gute alte Bekannte. (Bild: Hanspeter Schiess)

Sophie Berner ist am Theater St.Gallen schon eine gute alte Bekannte. (Bild: Hanspeter Schiess)

Es sind strenge Tage für die Sängerin und Schauspielerin Sophie Berner. Am Montagabend Probe bis 23 Uhr, tags darauf die Fortsetzung. Heute dann die zweite Hauptprobe, am Freitag Generalprobe. «Moses», das Musical, das am Samstag am Theater St. Gallen seine Welturaufführung erleben wird, ist sehr, sehr kompliziert. Trotzdem sagt Sophie Berner ganz unkompliziert: «Es geht gut, danke.»

«Ich brauche das Publikum»

Sie freut sich auf den Moment, da dieses Musical «vor die Leute kommt». Wenn der Vorhang sich hebt, das ist für Sophie Berner ein besonderer Moment. «Es braucht immer diese Liebe und diese Leidenschaft, damit du strahlen kannst», sagt sie. «Dann kann es auch der Zuschauer empfangen.» Bühnenpräsenz: Das ist, was sie hier beschreibt. Sie hat sie. «Ich brauche das Publikum», sagt sie. Ihr Instrument ist eine Stimme, die vieles auszudrücken vermag. Mit Stimmbändern «aus Drahtseilen», die nicht sehr empfindlich sind. «Zum Glück», sagt sie.

28 Jahre alt ist Sophie Berner. Seit 2005 steht sie auf der Bühne. 2008 war sie mit «Cabaret» ein erstes Mal am Theater St. Gallen, im Jahr darauf hat sie hier in der Uraufführung von «Der Graf von Monte Christo» die Mercedes gesungen. Sie ist mit einem Soloprogramm mit eigenem Programm unterwegs, und sie steht kurz vor einer Tournée mit einem – eigens für sie geschriebenen – Zwei-Personen-Musical mit Liedern Marilyn Monroes.

Von Marilyn Monroe zu Moses

Zu diesem Marilyn-Monroe-Musical ist Sophie Berner auf geradezu «traumhafte» Weise gekommen. In Giessen hat sie «Cabaret» gespielt, «und die Intendantin hat zu mir gesagt: <Wünsch Dir was>». Und weil es das noch nicht gab, was sie sich wünschte, musste es zuerst geschrieben und komponiert werden.

Diesen Samstag allerdings geht es in der Geschichte weit zurück. Sophie Berner spielt Moses' Frau Ziporah, die in der Bibel nur knapp erwähnt wird, auf der St. Galler Bühne aber eine wichtige Rolle spielt. «Michael Kunze hat da ein sehr modernes Frauenbild geschaffen», sagt Sophie Berner. «Ziporah ist die starke Frau an Moses' Seite. Eher als er weiss sie, was richtig und was falsch ist. Sie leitet ihn, und sie bringt ihn dorthin, wo er das gelobte Land sieht.»

«Die Musik ist so mitreissend»

Mit einer solchen Figur kann auch Sophie Berner etwas anfangen, die keine besondere Affinität zur Bibel hat. Vor allem aber: «Die Musik ist so mitreissend. <Moses> ist kurzweilig, im raschen Rhythmus unserer Zap-Gesellschaft.» Ihr Beruf macht Sophie Berner Freude, man erkennt es in solchen Momenten. Auch ihr Theater-Wanderleben nimmt sie dafür in Kauf. «Ich habe zwar eine Wohnung in München», erzählt sie, «bin aber seit einem Dreivierteljahr nicht mehr dort gewesen.»

In München ist sie als Tochter einer Modedesignerin und Hutmacherin und eines Fotografen in einer kunstsinnigen Umgebung aufgewachsen. Die Schule hat sie nicht sonderlich interessiert, umso mehr das Singen. «Ich wollte Kunstgeschichte studieren, habe aber auch Gesangsunterricht genommen. Die Gesangslehrerin hat mich auf den Weg gebracht.» So ist aus der Leidenschaft ein Beruf geworden.

«Dann muss es raus»

Dass in St. Gallen nun schon zum zweiten Mal die Welturaufführung eines Musicals stattfindet, quittiert Sophie Berner mit einem bewundernden «Wahnsinn»: «Es ist so mutig, was der Theaterdirektor Werner Signer hier wagt.» In diesem Wagnis steckt auch ihre Arbeit. Sechs Wochen hat Sophie Berner an «Moses» geprobt. Drei Tage noch, «dann muss es raus». Rolf App

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