Die Steuerkraft im Thurgau ist gestiegen

FRAUENFELD. Die Entwicklung ist eigentlich erfreulich: Die Thurgauer haben im vergangenen Jahr mehr verdient. Die Steuerkraft ist um 4,4 Prozent gestiegen. Trotzdem ist 2015 Schluss mit dem Trend der sinkenden Steuerfüsse.

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FRAUENFELD. Die Entwicklung ist eigentlich erfreulich: Die Thurgauer haben im vergangenen Jahr mehr verdient. Die Steuerkraft ist um 4,4 Prozent gestiegen. Trotzdem ist 2015 Schluss mit dem Trend der sinkenden Steuerfüsse. Auf dieses Jahr hin haben seit langem mehr Gemeinden ihren Steuerfuss erhöht als gesenkt. Das teilte die Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau gestern mit. Dramatisch ist diese Entwicklung aber nicht. Denn die Steuerfüsse seien über das Ganze gesehen stabil, heisst es in der Mitteilung.

Ein Geldsegen

Der Anstieg der Steuerkraft geht zu einem grossen Teil auf das Konto der Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf. Dort ist die Steuerkraft auf mehr als das Doppelte, auf 5500 Franken pro Person angestiegen. Nimmt man die Gemeinde aus der Statistik, dann hätte der Thurgau nur einen Anstieg von 2,9 Prozent zu verzeichnen. Damit liegt das Wachstum aber immer noch über jenem vom Vorjahr (1,8 Prozent).

Dass die Steuerkraft in Zihlschlacht-Sitterdorf derart gestiegen ist, ist einem besonderen Effekt zu verdanken, den Gemeindepräsidentin Heidi Grau aber nicht verrät. «Das unterliegt dem Steuergeheimnis.» Es gelte nun, das Geld gut zu verwalten. Aber: «Dieser Effekt kostet uns einen Teil des Finanzausgleichs.» Normalerweise weist die Gemeinde eine Steuerkraft von etwa 2200 Franken pro Person aus. «Damit rechnen wir auch für 2015 wieder.» Am meisten abgenommen hat die Steuerkraft in Salenstein. Die Gemeinde musste eine Einbusse von 10 Prozent hinnehmen. Trotzdem hat das Dorf gemeinsam mit Bottighofen immer noch die zweithöchste Steuerkraft im Kanton.

Arbon führt die Liste an

Trotz der insgesamt steigenden Steuerkraft ist der Trend der sinkenden Steuerfüsse zu Ende. «Das liegt wohl daran, dass gleichzeitig auch die Ausgaben steigen», erklärt Jakob Rütsche, Leiter der kantonalen Steuerverwaltung. «Neben Aufwendungen für Bauvorhaben und Infrastrukturen werden die Gemeinden vor allem durch steigende Sozialkosten belastet.» So sind die Steuerfüsse 2015 im Durchschnitt um 0,4 Prozent auf 58,7 Prozent gestiegen. Den höchsten Steuerfuss hat mit 76 Prozent Arbon. Bei über 70 Prozent liegen auch Raperswilen, Pfyn und Romanshorn. Den niedrigsten Steuerfuss hat Horn (32 Prozent).

Trotz der durchschnittlich höheren Steuerfüsse wurden die Steuerzahler in jeder dritten Gemeinde entlastet. Denn die Gemeindesteuern machen nur einen Teil der Gesamtsteuern aus. Hinzu kommen noch Staats-, Schul- und Kirchensteuern. Dass in 29 der 80 Gemeinden die Steuerlast gesunken ist, liegt daran, dass sich der Trend zu tieferen Steuern in den Schulgemeinden fortsetzt. (mvl)