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Kritik am St.Galler Spitalverwaltungsrat reisst nicht ab

Seit er seine Vorstellung von der künftigen St. Galler Spitallandschaft skizziert hat, steht der Verwaltungsrat der Spitalverbunde in der Kritik. Es sind nicht seine ersten Turbulenzen.
Regula Weik
Arbeiten auf dem Gelände des Kantonspitals. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Arbeiten auf dem Gelände des Kantonspitals. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Es war ein rasanter Start von Felix Sennhauser. Der neue Verwaltungsratspräsident der St. Galler Spitalverbunde trat seine neue Aufgabe Anfang Monat an – und zündete bereits am Vortag ein Feuerwerk. Der Vorschlag, künftig nur noch vier Spitäler mit einem stationären Angebot im Kanton führen zu wollen, ist explosiv. Das haben die Reaktionen und Debatten der vergangenen Wochen gezeigt. Sie gipfelten vereinzelt in Rücktrittsforderungen an die Adresse des Spitalverwaltungsrats.

Neun Personen sitzen im Gremium. Sie verfügen «über medizinische, pflegerische, unternehmerische, ökonomische oder juristische Fachkompetenzen», so ihr Profil auf der Homepage des Spitalverwaltungsrats. Darüber hinaus werde bei der Wahl «auf eine angemessene regionale Vertretung wie auch auf eine angemessene Vertretung der Frauen» geachtet. Aktuell gibt es drei Frauen im Verwaltungsrat.

Wirren um Besetzung der Spitze

Die Regierung wählt die Mitglieder des Spitalverwaltungsrats; das Kantonsparlament kann die Wahl lediglich genehmigen – oder eben nicht. Diese «Absegnung» durch das Parlament hat es in sich. Geräuschlos ging in den vergangenen Jahren keine einzige Personalie über die Bühne. Besonders deftig war es im Frühling 2016. Die Regierung hatte die Person präsentiert, die Gesundheitschefin Heidi Hanselmann an der Spitze des Verwaltungsrats ablösen sollte. Doch sie fiel bei den Fraktionen gnadenlos durch.

Die heftige Kritik machte damals deutlich: Regierung und Fraktionen gewichten die notwendigen Fähigkeiten eines Spitalverwaltungsrats unterschiedlich. Schliesslich einigten sich Regierung und Fraktionen auf das Duo Sutter/Sennhauser. Guido Sutter, Wirtschaftsanwalt und Ökonom, übernahm das Präsidium; Ende Mai hatte er seinen «Letzten» und übergab an Sennhauser. Dieser kennt die Gegend und das Metier. Er ist gebürtiger St. Galler und Arzt. Noch bis Ende Juli ist er Ärztlicher Direktor des Universitätskinderspitals Zürich und Ordinarius für Pädiatrie an der Uni Zürich. Sutter wie Sennhauser hatten bereits vor ihrer Präsidentschaft viele Jahre dem Verwaltungsrat der Spitalverbunde angehört.

Anfang Jahr gab die Regierung bekannt, wie sie die beiden vakanten Sitze – nebst Guido Sutter schied Ende Mai auch Pflegefachfrau Monika Stalder aus – besetzen will. Wieder gab es Nebengeräusche. Auch das Hinterfragen des regierungsrätlichen Bewerbungs- und Auswahlverfahrens erlebte eine Neuauflage. In der Kritik stand vor allem Andrea Hornstein, Pflegefachfrau und Geschäftsführerin der Spitex St. Gallen-Ost. Die Stadtparlamentarierin ist Mitglied der Politischen Frauengruppe und hatte sich mit der Forderung nach einem arbeitsfreien 8. März für die Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung exponiert. Schliesslich winkte das Parlament die Personalie durch; so wie es auch Martin Würmli, Stadtschreiber von Zug und gebürtiger Stadtsanktgaller, als neuen Spitalverwaltungsrat genehmigte.

Bruno Urban Glaus leitet den Immobilienausschuss des Spitalverwaltungsrats, Leodegar Kaufmann den Finanzausschuss. Beide sind Ökonomen HSG und Vizepräsidenten des Gremiums. Weiter für die Geschicke der St. Galler Spitäler mitverantwortlich sind Küngolt Bietenhard, Fachärztin für Innere Medizin und Hausärztin; Yvonne Biri Massler, ehemalige Pflegedirektorin; Walter Kohler, Wirtschaftsmediator, und Peter Altherr, Leiter des kantonalen Amtes für Gesundheitsversorgung.

Erste Informationen des Lenkungsausschusses

Sennhauser und Biri Massler gehören auch dem von der Regierung eingesetzten fünfköpfigen Lenkungsausschuss an, der die Strategie des Verwaltungsrats überprüft und begleitet. Die Exekutive ist darin mit Heidi Hanselmann, Marc Mächler und Beni Würth vertreten. Der Lenkungsausschuss informiert in zehn Tagen ein erstes Mal. Der Fokus wird auf Projektorganisation und Zeitplan liegen. Lösungsvorschläge gibt es noch nicht.

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