Die Speerspitze der Hausbesitzer

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Was wohl bewog die Bergbauernfamilie Gmür 1953, ihren Siebt­geborenen «Götterspeer» zu nennen? Darüber lässt sich nur mutmassen. Ein gängiger Amdener Name war und ist es jedenfalls nicht. Der Bub aus einfachen Verhältnissen macht aber auch keine gängige Karriere. Chemielaborant bei der Sika, Controller bei Roche und Sekretär des Gewerbeverbandes sind nur einige Stationen, bis Ansgar Gmür im Jahr 2000 zum Direktor des Hauseigentümerverbandes Schweiz (HEV) gewählt wird. Diesen baut er kontinuierlich zu einer der grössten Interessenvertretungen der Schweiz aus. Dass er via zugewandte Orte beste Verbindungen ins Bundeshaus pflegt, versteht sich von selbst. An der Basis absolviert die Speerspitze des HEV derweil zahllose Auftritte und ­begeistert als Bauchredner und Sänger. Wenn Ansgar Gmür das «Hohelied vom Wohneigentum» singt, dann tut er das immerhin als Tenor mit Solistenausbildung am Konservatorium Zürich.

Im Sommer wird Gmür das HEV-Direktorium an seinen Nachfolger übergeben. Dann kann er sich vollzeitlich dem widmen, was er in seiner Freizeit bereits begonnen hat: dem Studium der Theologie. Das Fach Althebräisch soll bereits abgeschlossen sein. Wer übrigens denkt, in der Theologie habe er mit Wohnfragen nichts mehr zu tun, schlage nach bei Johannes 14: «Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen.» (lü)