Die Sitze sind begehrt: Über 1000 Kandidatinnen und Kandidaten wollen in den St.Galler Kantonsrat

Am 8. März sind Kantons- und Regierungswahlen. Bis zum Anmeldeschluss am Montag haben sich über 1000 Kandidierende fürs Kantonsparlament gemeldet. Spannung verspricht die Regierungswahl. 

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Auf 78 Listen sind die 1016 Personen verteilt. Das sind rund 31 Prozent mehr als bei den letzten Erneuerungswahlen im Jahr 2016.

Auf 78 Listen sind die 1016 Personen verteilt. Das sind rund 31 Prozent mehr als bei den letzten Erneuerungswahlen im Jahr 2016.

(Bild: Max Tinner)

(rw/lim) Die Anmeldefrist ist abgelaufen, das Rennen auf die 120 Sitze eröffnet. Über 1000 Kandidatinnen und Kandidaten wollen in den St.Galler Kantonsrat. Auf 78 Listen sind die 1016 Personen verteilt. Das sind rund 31 Prozent mehr als bei den letzten Erneuerungswahlen im Jahr 2016, heisst es in einer Medienmitteilung des Kantons. 

Mit 348 Frauen und 668 Männern auf den Listen ist der Frauenanteil mit 34,3 Prozent leicht höher als vor vier Jahren (29,1 Prozent). Listenverbindungen können noch bis am 13. Januar 2020 eingereicht werden. Dann endet die Bereinigungsfrist. Am Sonntag, 8. März, fällt die Entscheidung.

Die Kandidierenden teilen sich wie folgt auf die Wahlkreise auf:

St.Galler Kantonsratswahlen 2020

Anzahl Listen und Kandidierende
Wahlkreis Anzahl Listen Anzahl Kandidierende
Frauen Männer Total
St.Gallen 15 129 182 311
Rorschach 8 18 50 68
Rheintal 6 26 66 92
Sarganserland 8 14 56 70
Werdenberg 7 22 39 61
See-Gaster 12 52 98 150
Toggenburg 10 26 67 93
Wil 12 61 110 171

Vor vier Jahren waren es 778 Kandidierende gewesen, verteilt auf 72 Listen. Ob sich der Trend der nationalen Wahlen – klare Siegerinnen im Herbst waren die Grünen, die Frauen und die Jungen – im Kanton St.Gallen fortsetzt, wird sich am Wahlsonntag zeigen. Stärkste Partei im Kantonsparlament ist heute die SVP mit 40 Sitzen, gefolgt von CVP und FDP (je 26 Sitze) und SP (21). Die Grünen sind mit 5, die Grünliberalen mit 2 Mitgliedern vertreten. 

Der stärkste Wahlkreis mit 29 Sitzen ist St.Gallen. Die übrigen Sitze verteilen sich wie folgt auf die anderen sieben Wahlkreise: Rorschach 10 Sitze, Rheintal 17, Werdenberg 9, Sarganserland 10, See-Gaster 16, Toggenburg 11 und Wil 18. 

Für die Regierung zeichnet sich ein zweiter Wahlgang ab

Spannung versprechen die Regierungswahlen. Für die sieben Sitze in der Regierung bewerben sich drei Frauen und sieben Männer. Das ist im Vergleich zu 2016 eine Person weniger.

CVP, FDP und SP müssen je einen Sitz verteidigen, nachdem ihre Regierungsmitglieder Benedikt Würth, Martin Klöti und Heidi Hanselmann nicht mehr antreten. Neu ins Rennen steigen: 

  • Susanne Hartmann (CVP), 1970, Wil, Stadtpräsidentin Wil
  • Beat Tinner (FDP), 1971, Azmoos, Gemeindepräsident Wartau
  • Laura Bucher (SP), 1984, St.Margrethen, Juristin
  • Michael Götte (SVP), 1979, Tübach, Gemeindepräsident Tübach
  • Rahel Würmli (Grüne), 1968, Rapperswil-Jona, Leiterin Fachstelle Alter und Gesundheit in Rapperswil-Jona
  • Zlatan Subasic (Parteifrei SG), 1986, St.Gallen, Masterstudent Osteuropa - Medien und Geschichte

Die vakanten Sitze sind umkämpft. Die bisherigen Regierungsmitglieder Bruno Damann (CVP), Fredy Fässler (SP), Stefan Kölliker (SVP) und Marc Mächler (FDP) treten wieder an. Die SVP will mit Michael Götte einen zweiten Sitz holen, die Grünen wollen mit Rahel Würmli in die Exekutive einziehen. Ein zweiter Wahlgang ist wahrscheinlich; er findet am 19. April statt. 

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