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Die Seele in Irland, das Herz in Appenzell

Es begann mit auf der elterlichen Schreibmaschine selbstgestalteten Zeitungen. Jetzt ist sein zweiter Roman erschienen. Nächstes Frühjahr soll sein erster Film in die Kinos kommen. «Schreiben war und ist meine Leidenschaft», sagt Stefan Millius.
«Ich bin kein Künstler, sondern Handwerker.» – Stefan Millius über sich. (Bild: Michel Canonica)

«Ich bin kein Künstler, sondern Handwerker.» – Stefan Millius über sich. (Bild: Michel Canonica)

Es begann mit auf der elterlichen Schreibmaschine selbstgestalteten Zeitungen. Jetzt ist sein zweiter Roman erschienen. Nächstes Frühjahr soll sein erster Film in die Kinos kommen. «Schreiben war und ist meine Leidenschaft», sagt Stefan Millius. «Die anderen Kinder haben getschuttet, ich habe den Spielbericht verfasst.» Seine Leidenschaft machte der Mörschwiler zum Beruf. «Ich bin einseitig veranlagt, ich kann nur schreiben», sagt er lachend.

Erster Artikel: Viehschau

Während andere Teenager als Ferienjob Zeitungen austrugen, schrieb er erste Artikel für die «Die Ostschweiz». Bereits als 14-Jähriger durfte Millius über Viehschauen oder Dorffeste berichten. Als er sich mit 19 beim «Neuen Wiler Tagblatt» als Redaktor bewarb, schleppte er zum Vorstellungsgespräch drei dicke Ordner voller Zeitungsartikel mit – und bekam den Job. «Obwohl ich die Schule abgebrochen und keine Berufsausbildung hatte.»

Die Schule machte ihm keinen Spass, nur die Fächer Deutsch und Geschichte interessierten ihn. Er habe sich damals gefragt: «Wieso soll ich mich mit Pythagoras herumschlagen, ich will Journalist werden». Kurz vor der Matura brach Millius die Schule ab. Seine Eltern waren nicht begeistert, liessen ihn aber gewähren. «Sie wussten wohl, Widerstand löst bei mir Widerstand aus.» Gelernt hat er trotzdem: drei Jahre beim «Neuen Wiler Tagblatt» Journalismus von der Pike auf, inklusive die selbstgeschossenen Fotos in der Dunkelkammer zu entwickeln. Er bereut es nicht, keinen staatlichen Abschluss zu haben. «Keiner meiner Arbeitgeber hat nach einer Ausbildung gefragt.» Er arbeitete bei Radio FM1, bei der Tageszeitung «Die Ostschweiz» und gab schliesslich ein Intermezzo beim Boulevard: «Ich habe beim <Blick> viel gelernt, aber das ist nicht meine Welt.» Als Ostschweiz-Korrespondent allein in einem Büro, die vielen unschönen Geschichten, das sogenannte «Witwenschütteln» – nach einem halben Jahr kündigte er und zog mit seiner Freundin, die heute seine Frau ist, nach Irland. «Dank ihrer irischen Wurzeln haben wir beide mittlerweile einen irischen Pass», sagt Millius. Das Jahr auf der Grünen Insel hat Spuren hinterlassen. «Meine Seele ist in Irland, mein Herz in Appenzell.» Vor sieben Jahren sind er und seine Frau nach Appenzell gezogen, zuerst in ein altes Bauernhaus «in Gotthelf'scher Idylle», Fuchs und Hase sagten sich sprichwörtlich auf der Terrasse gute Nacht. Jetzt wohnt Familie Millius im Dorf Appenzell und kann sich gut vorstellen, «hier alt zu werden». Für seine ein- und vierjährigen Töchter sei das authentische Appenzell wunderbar, findet Millius, der als Nicht-Fasnächtler Mitglied in einem Guggenmusik-Verein ist. Die Leute seien ihm ans Herz gewachsen.

Vom Buch zum Film zum Buch

Seit der Rückkehr in die Schweiz arbeitet er als freischaffender Journalist und PR-Berater. Nebenher schreibt er Bücher. Nach dem Roman «Rättigen» ist jetzt «Himmelfahrtskommando» erschienen, beide im Eigenverlag. Der jüngste Roman ist eigentlich ein «Buch zum Film», denn seine neueste Leidenschaft sind Drehbücher. Was einst aus Spass mit einer Kollegin begann, soll nächsten Frühling in die Kinos kommen. «Die dreieinhalb Wochen Dreharbeiten im vergangenen Sommer waren eine unglaubliche Erfahrung», sagt der 40-Jährige. Gemeinsam mit Regisseur Dennis Ledergerber habe er das endgültige Drehbuch erarbeitet sowie Schauspieler und Team rekrutiert – mit einem Budget von 100 000 Franken, «ohne einen einzigen Rappen der Filmförderung». Ein Rohschnitt der Tragikomödie «Himmelfahrtskommando» liegt nun vor – und macht ihn stolz. «So alle drei Jahre einen Film zu machen, das wär's.» Ideen hat er genug. Julia Nehmiz

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