«Die Schweiz ist ein tolerantes Land»

Der 35jährige Urnäscher Peter Anderegg wurde am Sonntagabend in St. Gallen vor rund 150 Gästen zum neuen «Mister Gay» Schweiz gewählt. Seinen Erfolg realisiert er noch kaum. Herr Anderegg, wie fühlt man sich als schönster Schwuler der Schweiz?

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Peter Anderegg Frischgebackener Mister Gay Schweiz (Bild: pd)

Peter Anderegg Frischgebackener Mister Gay Schweiz (Bild: pd)

Der 35jährige Urnäscher Peter Anderegg wurde am Sonntagabend in St. Gallen vor rund 150 Gästen zum neuen «Mister Gay» Schweiz gewählt. Seinen Erfolg realisiert er noch kaum.

Herr Anderegg, wie fühlt man sich als schönster Schwuler der Schweiz?

(Lacht) Es geht mir ausgesprochen gut. Ich habe immer weniger mit der Wahl gerechnet, obwohl ich aus meinem Umfeld viel Zuspruch erhielt. Die Konkurrenz war stark, und ich verspürte auch einen gewissen Druck.

Wie war die Stimmung bei der Wahl?

Die Stimmung war sehr ausgelassen, das Lokal voll und die Leute offen. Ich habe den Abend genossen.

Es stellten sich nur vier Kandidaten zur Wahl, wie können Sie sich das erklären?

Der Anlass wurde sehr kurzfristig organisiert, etwa einen Monat vorher erfuhr man im Internet davon. Ich habe aktiv danach gesucht und bin deshalb darauf gestossen.

Für was wollen Sie sich als «Mister Gay» einsetzen?

Ich freue mich, durch meinen Sieg die Schweiz nun bei den «Mister Gay World»-Wahlen vertreten zu dürfen. In der Schweiz möchte ich gerne im Namen der Schwulengemeinschaft nach aussen treten und diese sichtbarer machen.

Gibt es Dinge, die Ihrer Ansicht nach in puncto Akzeptanz von Homosexuellen in den nächsten Jahren geschehen müssten?

Die Schweiz ist Minderheiten gegenüber aufgeschlossen, und ich persönlich fühle mich deshalb sehr wohl hier. Vor allem in den grösseren Städten wird man kaum mehr schief angeschaut, wenn man mit einem anderen Mann unterwegs ist.

Sie stammen ursprünglich aus Urnäsch, wohnen jetzt in Solothurn. Haben Sie heute noch eine Verbindung zur Ostschweiz?

Meine Familie wohnt noch in Urnäsch, und ich komme gerne ein- bis zweimal im Monat auf Besuch in die Ostschweiz. (avb)