Die Schuldfrage

So manches Opfer von Schwarzens Amoklauf wäre verschont geblieben – vielleicht hätte gar das Verbrechen überhaupt verhindert werden können, wenn es nicht einige Versäumnisse seitens der Behörden und oberen Instanzen gegeben hätte.

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So manches Opfer von Schwarzens Amoklauf wäre verschont geblieben – vielleicht hätte gar das Verbrechen überhaupt verhindert werden können, wenn es nicht einige Versäumnisse seitens der Behörden und oberen Instanzen gegeben hätte. Die Zeitungsberichte vor hundert Jahren geben Zeugnis darüber, wie sich alle herauszureden versuchten und für alles eine Entschuldigung hatten.

Stadtammann

Die Schwester von Schwarz hatte dem Stadtammann bereits Tage vor der Tat von den Anzeichen psychischer Störungen berichtet. Dieser sagte dem Militär Bescheid und wies die Verantwortung damit von sich.

Militärbehörden

Die Armee schickte Schwarz trotz seines kritischen Geisteszustandes mit scharfen Armeewaffen nach Hause. Er hätte am Kaisermanöver teilnehmen sollen. Die TZ schreibt: «Mit Genugtuung sagt sich besonders der Thurgauer, dass auch von Seiten der Behörden nichts versäumt worden ist. Die Gemeindebehörde hat beizeiten Anzeige von dem Geisteszustand des Schwarz gemacht, die militärische Instanz daraus die richtige Folgerung gezogen. Wäre der Kranke erst im Laufe des Dienstes als geistig nicht normal mit dem Gewehr – Munition hatte er dienstlich keine – einfach nach Hause geschickt worden, so würde der Bataillonsarzt sich dadurch eine schwere Verantwortung aufgeladen haben.»

Polizei

Ungeklärt blieb die Frage, warum die Polizei nicht gleich beim ersten Schuss das Gelände absperrte, so dass Schwarz gar keine Gelegenheit gehabt hätte, auf Schaulustige zu schiessen.