Die Schelte der Ständerätin

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Wattwil Die gestrige Tagung der kantonalen FDP war ein fröhliches Treffen unter Gleichgesinnten. Kontroverse Sachgeschäfte waren keine traktandiert. Es ging darum, sich selbst und den ­neuen Bundesrat Ignazio Cassis zu ­feiern. In Minne verlief denn auch die Podiumsdiskussion über die Lage der Ostschweiz.

Wenn da nur Ständerätin Karin Keller-Sutter nicht gewesen wäre: Die Wilerin geisselte eine Studie, welche die Ostschweizer Regierungen jüngst publiziert hatten. «Ich war unterwegs im Tessin, doch als ich davon hörte, wäre ich beinahe zurückgereist, um euch zu sagen: Das könnt ihr doch nicht machen», sagte sie in Richtung von Regierungsrat Marc Mächler. Die Studie stellt der Region einen hohen Finanzbedarf in Aussicht. Schuld daran seien die Abwanderung von Arbeitskräften, die daraus resultierende Überalterung der Bevölkerung sowie die unterdurchschnittliche Wertschöpfung Ostschweizer Firmen. «Anstatt zu jammern, sollten wir Strategien entwickeln, wie wir die Abhängigkeit vom nationalen Finanzausgleich reduzieren könnten», sagte Keller-Sutter. Mächler nahm die Kritik gelassen zur Kenntnis und betonte, die Regierung habe mit den jüngst bewilligten 75 Millionen Franken für eine IT-Bildungsoffensive «einen mutigen Entscheid» gefällt, um die Situation zu verbessern. (ssm)