Die Säntisbahn steht still: Nach dem Lawinenniedergang und den Winterstürmen muss wegen des Corona-Virus erneut der Betrieb eingestellt werden

Bereits zum dritten Mal innert kurzer Zeit muss die Säntisbahn den Betrieb einstellen. Vieles ist offen, insbesondere, wie es mit den Mitarbeitenden weitergeht.

Redaktion Online
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Eine Lawine auf einer Breite von 300 Metern donnert vom Säntis herab, beschädigt mitunter eine Stütze der Säntisbahn – das war am 10. Januar 2019. In der Folge durfte die Bahn mehrere Monate, bis Mitte Mai, keine Passagiere auf den Berg transportieren. Diesen Winter konnte die Bahn aufgrund der schweren Stürme erneut tagelang keine Besucherinnen und Besucher auf den Säntis befördern. Und nun muss der Betrieb wegen des Corona-Virus bereits zum dritten Mal innert kurzer Zeit eingestellt werden. Die kürzlich kommunizierten Restriktionen des Bundesrates treffen die Säntis-Schwebebahn hart. Auch das Restaurant auf dem Säntis-Gipfel bleibt bis auf Weiteres geschlossen. 

Die Säntisbahn im Gegenwind: Bereits zum dritten Mal innert kürzester Zeit muss der Betrieb gestoppt werden.

Die Säntisbahn im Gegenwind: Bereits zum dritten Mal innert kürzester Zeit muss der Betrieb gestoppt werden. 

Bild: Ralph Ribi

Bitter, aber zu akzeptieren

Gegenüber FM1Today beschreibt Michael Wehrli, der Bereichsleiter Technik der Säntisbahn, die Massnahme als «sehr einschneidend». Es sei völlig offen, wie das Personal von Bahn und Gipfel unter diesen Umständen eingesetzt werden könne. Über die Einstellung des Betriebs seien die Angestellten am Samstagabend via Gruppenunterhaltung informiert worden. Zurzeit würden verschiedene Massnahmen geprüft, so Wehrli:

«Am Montag werden wir an einer Sitzung diskutieren, ob es jetzt Zwangsferien gibt oder ob wir Kurzarbeit beantragen.»

Der erneute Betriebsstopp sei zwar bitter, so Michael Wehrli, doch müsse akzeptiert werden.

Solidarität mit Skigebieten

Dem Beschluss zum Betriebsstopp gingen Absprachen der Säntisbahn mit den Bundesämtern für Gesundheit und Verkehr sowie dem Seilbahnen-Verband voraus. Die Situation sei unklar gewesen, auch weil von Bundesrat Berset zunächst die Skigebiete in den Blick genommen worden seien. «Wir bezeichnen uns nicht als Skigebiet», sagt Wehrli und spricht von Solidarität:

«Es ist jetzt wohl eine solidarische Massnahme, dass sämtliche Seilbahnen schliessen müssen, damit alle Diskussionen aus dem Weg geräumt sind.»

Die Platzanzahl in der Gondel und in den Restaurants auf dem Gipfel seien bereits am Freitag auf 45 Personen reduziert worden. Dies auch in der Hoffnung, den Betrieb möglichst lange aufrechterhalten zu können. Mit begrenzter Platzzahl geöffnet bleibt das Restaurant auf der Schwägalp. Zudem werden die Bauarbeiten auf dem Säntis-Gipfel weitergeführt. Die Handwerker werden in diesen Tagen die einzigen sein, die in die Gondel Richtung Säntis steigen dürfen.

Welche weiteren Ostschweizer Bahnen sind von der Massnahme betroffen? Ebenfalls per sofort eingestellt ist der Betrieb der Anlagen auf der Ebenalp sowie dem Pizol. Die Luftseilbahn am Kronberg sowie die Seilbahn und das Drehrestaurant auf dem Hohen Kasten befinden sich zurzeit in Revision.