Die Thurgauerin Liselotte Peter tritt als langjährige Vizepräsidentin des Bäuerinnen- und Landfrauenverbands zurück: «Die Rolle der Bäuerin wird stärker gewichtet»

Liselotte Peter aus Kefikon ist grundsätzlich zufrieden mit dem, was sich während ihrer Amtszeit bewegt hat.

Enrico Kampmann
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Liselotte Peter möchte seit langem wieder anfangen, Klavier zu spielen.

Liselotte Peter möchte seit langem wieder anfangen, Klavier zu spielen.

Bild: PD

Liselotte Peter ist als Vizepräsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes zurückgetreten. Sie lebt im thurgauischen Kefikon.

Sie waren elf Jahre Vizepräsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands. Warum treten Sie zurück?

Elf Jahre sind eine sehr lange Zeit. Es braucht in solchen Ämtern hin und wieder neue Leute, die frischen Wind in den Betrieb bringen.

Was haben Sie erreicht?

Insgesamt hat sich der Verband weiterentwickelt. Er ist medial viel präsenter. Wir sind einerseits Berufsverband für die Bäuerinnen, vertreten aber auch Frauen, die auf dem Land leben oder einen besonderen Bezug zur Landwirtschaft haben.

Was ist heute besser als vor zehn Jahren?

In der Landwirtschaft ist mehr Sensibilität für die Anliegen der Frau vorhanden, ihre Rolle wird stärker gewichtet. Ausserdem haben wir uns im Bauernverband gut etabliert und haben jetzt eine Zweiervertretung in dessen Vorstand.

Was sind die Herausforderungen für die Bäuerinnen der Zukunft?

Man wird sich weiter dafür einsetzen müssen, dass die Bedürfnisse von Frauen und Familien von der Agrarpolitik wahrgenommen werden. Dazu gehören unter anderem eine gesunde Ernährung, Mutterschaftsversicherungen und dass die Bildung für Bäuerinnen auf dem neusten Stand gehalten wird.

Sie sind also grundsätzlich zufrieden mit dem, was sich getan hat?

Im Grossen und Ganzen: Ja. Wir müssen mit recht knappen Ressourcen auskommen. Mit rund 54'000 Mitgliedern sind wir einer der grössten Frauendachverbände der Schweiz. Doch unsere Mitgliedschaftsgebühr beträgt nur 10 Franken pro Jahr. Die Geschäftsstelle ist deshalb sehr klein. Vieles ist nur dank Freiwilligenarbeit möglich.

Wie geht es bei Ihnen weiter?

Momentan habe ich nicht vor, ein neues Amt anzutreten. Bei uns im Betrieb gibt es genug zu tun. Zudem bin ich Präsidentin der Winterhilfe Thurgau, einer Organisation, die sich mit Hilfe von Spenden der Armut im Kanton annimmt und diese versucht zu lindern.

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