Die Reichsten der Ostschweiz

Zum 27. Mal präsentiert die "Bilanz" die Liste der 300 Reichsten in der Schweiz. Reichster Mann der Ostschweiz ist erneut Bier-König Jorge Lemann. Einziger Ostschweizer Neuzugang ist der Thurgauer Mercedes-Manager Toto Wolff.

Andri Rostetter
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Hans Huber Patron der SFS Gruppe (Bild: Michel Canonica)

Hans Huber Patron der SFS Gruppe (Bild: Michel Canonica)

Mit einem geschätzten Vermögen von 25 bis 26 Milliarden Franken war er bereits im vergangenen Jahr der reichste Ostschweizer, nun ist Bier-König Jorge Lemann innert Jahresfrist um weitere 3 Milliarden Franken reicher geworden. Zu verdanken hat dies der Brasilien-Schweizer mit Wohnsitz in Rapperswil-Jona seiner Firma AB InBev: Der Wert der Aktien des Bier-Konzerns ist laut «Bilanz» seit Ende 2014 um über einen Viertel gestiegen. Zusammen mit Investment-Legende Warren Buffett hat Lemann vor zwei Jahren den Ketchup-Hersteller Heinz übernommen und dieses Jahr mit der Kraft Foods Group zum weltweit fünftgrössten Nahrungsmittel-Multi fusioniert.

Bank und Kunstsammlung

Weder Ostschweizer noch Schweizer, aber dennoch immer auf der Liste der reichsten Schweizer zu finden ist Fürst Hans-Adam von und zu Liechtenstein. Sein Vermögen wird wie schon im Vorjahr auf 8 bis 9 Milliarden Franken geschätzt – das bedeutet erneut Rang 10 im "Bilanz"-Ranking. Dem Fürstenhaus gehört nicht nur die Bank LGT, sie verfügt auch über Ländereien, Wälder, Immobilien und eine Kunstsammlung, deren Wert auf gut 4 Milliarden Franken geschätzt wird. Thomas Schmidheiny, grösster Einzelaktionär des Zementkonzerns Lafarge-Holcim, ist mit einem Vermögen von 4 bis 4,5 Milliarden Franken nach wie vor einer der reichsten Ostschweizer.

Schrauben und Werkzeuge

Reichste Frau der Ostschweiz ist nach wie vor Bettina Würth, Beiratsvorsitzende des gleichnamigen Schraubenherstellers. Der Würth-Konzern hat im Vorjahr einen Umsatz von 10 Milliarden Franken erzielt. Würths Vermögen ist damit auf geschätzte 1,5 bis 2 Milliarden Franken gestiegen. Nicht mit Schrauben, sondern mit Bohrmaschinen ist die Familie Hilti reich geworden. Der harte Franken macht dem Liechtensteiner Werkzeughersteller allerdings zu schaffen – die "Bilanz" schätzt das Hilti-Vermögen auf 3 bis 3,5 Milliarden Franken, 500 Millionen weniger als 2014. Die Familie Gebert aus Rapperswil-Jona hat ihre Sanitärfirma Geberit 1997 verkauft. Geblieben ist ein Vermögen von 1 bis 1,5 Milliarden Franken. In ähnlichen Sphären bewegen sich Unternehmer Peter Spuhler (1 bis 1,5 Milliarden), die Uzwiler Familie Bühler des gleichnamigen Technologiekonzerns (1 bis 1,5 Milliarden) und die Familie von SFS-Gründer Hans Huber (gut 900 Millionen).

Motoren und Kaffeemaschinen

Noch vor einem Jahr wurde das Vermögen des Appenzellers Jan Schoch, Mitgründer des Finanzdienstleisters Leonteq, auf 100 Millionen Franken geschätzt. Seinen Anteil am Unternehmen hat er reduziert, sein Vermögen dürfte dadurch aber kaum geschrumpft sein: Leonteq ist mittlerweile etwa 600 bis 700 Millionen Franken Wert.

Einziger Ostschweizer Neuzugang auf der Liste ist Motorsport-Manager Toto Wolff. Seit 2013 leitet der Wahl-Ermatinger das Formel-1-Team von Mercedes. Sein Vermögen wird auf 350 bis 400 Millionen Franken geschätzt. Ein fester Wert auf der "Bilanz"-Liste ist Edgar Oehler: Der 73-jährige Unternehmer verfügt nach wie vor über 100 bis 150 Millionen Franken. Ein anderer Unternehmer, der Amriswiler Arthur Eugster, provozierte in der jüngeren Vergangenheit Schlagzeilen wegen Tiefstlöhnen in seiner Kaffeemaschinenfabrik. Sein Vermögen: 300 bis 350 Millionen Franken.

Schweizer Superreiche so reich wie noch nie
Trotz holprigen Aktienbörsen sind die 300 Reichsten der Schweiz in diesem Jahr nochmals um rund 6 Milliarden Franken reicher geworden. Insgesamt häufen sie ein Vermögen von 595 Milliarden Franken auf. Das ist ein neuer Rekord. Zum 14. mal an der Spitze steht die Familie Kamprad mit einem Vermögen zwischen 44 und 45 Milliarden Franken. Das sind 2 Milliarden Franken mehr als vor einem Jahr. Der Ikea Gründer Ingvar Kamprad aber auch seine Söhne wohnen zwar nicht mehr in der Schweiz. Die Söhne, die heute den florierenden Möbelgiganten leiten, besitzen jedoch den Schweizer Pass.

Unter den 300 Reichsten der Schweiz: Hans Huber, Bettina Würth, Jorge Lemann, Thomas Schmidheiny, Toto Wolff, Edgar Oehler, Peter Spuhler, Urs Bühler (von oben links im Uhrzeigersinn). (Bilder: epa, ky, sgt)

Unter den 300 Reichsten der Schweiz: Hans Huber, Bettina Würth, Jorge Lemann, Thomas Schmidheiny, Toto Wolff, Edgar Oehler, Peter Spuhler, Urs Bühler (von oben links im Uhrzeigersinn). (Bilder: epa, ky, sgt)

WUERTH-GEBAEUDE, RORSCHACH: Bettina Wuerth ist Vorsitzende des Stiftungsbeirats der Wuerth-Gruppe.

© Benjamin Manser

[23. September 2014] (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

WUERTH-GEBAEUDE, RORSCHACH: Bettina Wuerth ist Vorsitzende des Stiftungsbeirats der Wuerth-Gruppe. © Benjamin Manser [23. September 2014] (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

epa04975862 (FILE) A file photiograph showing Jorge Paulo Lemann, Swiss-Brazilian banker arriving with his wife Susanna Lemann at the Allen and Company 33rd Annual Media and Technology Conference, in Sun Valley, Idaho, USA, 09 July 2015. Jorge Paulo Lemann, is a stake holder in Anheuser-Busch InBev. The world's two largest beer companies, Anheuser-Busch InBev and SABMiller, are set to merge after announcing on 13 October 2015  that they have struck a preliminary deal worth some 68 billion GBP  or 77 billion US dollars.  EPA/ANDREW GOMBERT *** Local Caption *** 52047296 (Bild: ANDREW GOMBERT (EPA FILE))

epa04975862 (FILE) A file photiograph showing Jorge Paulo Lemann, Swiss-Brazilian banker arriving with his wife Susanna Lemann at the Allen and Company 33rd Annual Media and Technology Conference, in Sun Valley, Idaho, USA, 09 July 2015. Jorge Paulo Lemann, is a stake holder in Anheuser-Busch InBev. The world's two largest beer companies, Anheuser-Busch InBev and SABMiller, are set to merge after announcing on 13 October 2015 that they have struck a preliminary deal worth some 68 billion GBP or 77 billion US dollars. EPA/ANDREW GOMBERT *** Local Caption *** 52047296 (Bild: ANDREW GOMBERT (EPA FILE))

Ex Swissair Verwaltungsrat Thomas Schmidheiny erscheint am Donnerstag, 7. Juni 2007, beim Bezirksgericht Buelach zur Urteilsverkuendung.   (KEYSTONE/Steffen Schmidt)
Thomas Schmidheiny,  former member of the board of directors of Swissair, arrives at the district court in Buelach in the vicinity of Zurich, Switzerland, Thursday, June 7, 2007. Today the court will announce the verdict against former executives of Swissair and leading lights in Switzerland's financial establishment for their role in the spectacular collapse of the once renowned airline on October 2, 2001 when the carrier was unable to pay its fuel bills. Hundreds of passengers and aircrew were stranded around the world until emergency bridging loans and government guarantees helped the private company resume flights. The Zurich cantonal prosecutor's 100-page charge sheet includes accusations of false accounting and unlawful management against some of the defendants, focusing mainly on attempts to restructure the parent company in 2001. All defendants are found not guilty. (KEYSTONE/Steffen Schmidt) (Bild: STEFFEN SCHMIDT (KEYSTONE))

Ex Swissair Verwaltungsrat Thomas Schmidheiny erscheint am Donnerstag, 7. Juni 2007, beim Bezirksgericht Buelach zur Urteilsverkuendung. (KEYSTONE/Steffen Schmidt) Thomas Schmidheiny, former member of the board of directors of Swissair, arrives at the district court in Buelach in the vicinity of Zurich, Switzerland, Thursday, June 7, 2007. Today the court will announce the verdict against former executives of Swissair and leading lights in Switzerland's financial establishment for their role in the spectacular collapse of the once renowned airline on October 2, 2001 when the carrier was unable to pay its fuel bills. Hundreds of passengers and aircrew were stranded around the world until emergency bridging loans and government guarantees helped the private company resume flights. The Zurich cantonal prosecutor's 100-page charge sheet includes accusations of false accounting and unlawful management against some of the defendants, focusing mainly on attempts to restructure the parent company in 2001. All defendants are found not guilty. (KEYSTONE/Steffen Schmidt) (Bild: STEFFEN SCHMIDT (KEYSTONE))

Bussnang TG -  Stadler Rail Jahres-Pressekonferenz.  Im Bild, Peter Spuhler, CEO und Inhaber Stadler Rail Group.
Bild: Nana do Carmo / Thurgauer Zeitung
19.06.2015 (Bild: Nana do Carmo / TZ)

Bussnang TG - Stadler Rail Jahres-Pressekonferenz. Im Bild, Peter Spuhler, CEO und Inhaber Stadler Rail Group. Bild: Nana do Carmo / Thurgauer Zeitung 19.06.2015 (Bild: Nana do Carmo / TZ)

Steinach - Hartchrom AG Edgar Oehler übernimmt Hartchrom (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Steinach - Hartchrom AG Edgar Oehler übernimmt Hartchrom (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

epa04810748 Head of Mercedes-Benz Motorsports Toto Wolff from Austria before the qualifying session for the Formula One Grand Prix of Austria in Spielberg, Austria, 20 June 2015. The 2015 Formula One Grand Prix of Austria will take place on 21 June 2015.  EPA/ERWIN SCHERIAU (Bild: ERWIN SCHERIAU (EPA APA))

epa04810748 Head of Mercedes-Benz Motorsports Toto Wolff from Austria before the qualifying session for the Formula One Grand Prix of Austria in Spielberg, Austria, 20 June 2015. The 2015 Formula One Grand Prix of Austria will take place on 21 June 2015. EPA/ERWIN SCHERIAU (Bild: ERWIN SCHERIAU (EPA APA))