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Die Ostschweiz wählt: So präsentiert sich die Ausgangslage in St.Gallen, im Thurgau und im Appenzellerland

Auf Tagblatt.ch informieren wir Sie heute schnell, kompetent und umfassend über die Wahlen19.
Tim Naef/sda

Die Ausgangslage in St.Gallen

  • Nationalrat: 12 Sitze, Verteilung: 5 SVP, 3 CVP, 2 FDP, 2 SP, Rücktritte: Walter Müller (FDP)
  • Ständerat: 2 Sitze, Verteilung 2015: 1 FDP, 1 SP. Die FDP hat ihren Sitz bei der Ersatzwahl im Frühling 2019 an die CVP verloren. Die Ersatzwahl wurde nötig, nachdem Karin Keller-Sutter in den Bundesrat gewählt wurde.

255 Kandidierende (davon 171 Männer und 84 Frauen) auf 25 Listen kämpfen im Kanton St.Gallen um die zwölf Nationalratsmandate. Die Sitzverteilung sieht bisher so aus: 5 SVP, 3 CVP sowie je 2 SP und FDP. Grüne und Grünliberale sind nicht vertreten, hoffen aber auf einen Rückgewinn ihrer 2015 verlorenen Sitze.

Die Ausgangslage im Kanton Thurgau

  • Nationalrat: 6 Sitze, Verteilung: 3 SVP, 1 CVP, 1 FDP, 1 SP, Rücktritte: Markus Hausammann (SVP)
  • Ständerat: 2 Sitze, Verteilung 2015: 1 CVP, 1 SVP, Rücktritte: Roland Eberle (SVP)

Im Thurgau bewerben sich 135 Personen auf 23 Listen, davon 59 Frauen und 76 Männer, um die sechs Sitze im Nationalrat. Auch hier ist die SVP bisher die stärkste Partei mit drei Sitzen. FDP, CVP und SP haben je einen Sitz.

Die Ausgangslage in Appenzell Ausserrhoden

  • Nationalrat: 1 Sitz, (bisher David Zuberbühler, SVP), keine Rücktritte
  • Ständerat: 1 Sitz, (bisher Andrea Caroni, FDP), keine Rücktritte

Übersichtlich sind die Wahlen im Appenzellerland: In Ausserrhoden will die FDP mit Jennifer Abderhalden ihren vor vier Jahren an die SVP verlorenen Nationalratssitz zurückerobern. Für David Zuberbühler (SVP) wird es eng, zumal die SP auf eine Kandidatur verzichtet und statt dessen mit der FDP paktiert.

So gut wie sicher scheint die Wiederwahl von Ständerat Andrea Caroni (FDP). Er wird zwar vom Herisauer Lokalpolitiker Reto Sonderegger (SVP) herausgefordert, allerdings gegen den Willen der Partei. Die SVP empfiehlt offiziell Caroni.

Die Ausgangslage in Appenzell Innerrhoden

  • Nationalrat: 1 Sitz, (bisher Daniel Fässler, CVP), Rücktritt: Daniel Fässler (CVP). Er ist in den Ständerat gewählt worden.
  • Ständerat: 1 Sitz, (bisher Daniel Fässler, CVP). Er ist nach dem Rücktritt von Ivo Bischofberger (CVP) nachgerückt.

In Appenzell Innerrhoden wurde Daniel Fässler (CVP) bereits an der Landsgemeinde zum neuen Ständerat gewählt. Um den vormaligen Sitz Fässlers im Nationalrat kämpfen Gesundheitsdirektorin Antonia Fässler und alt Säckelmeister Thomas Rechsteiner (beide CVP). Zudem kandidiert der amtierende Säckelmeister Ruedi Eberle (SVP) und der Sozialpädagoge Martin Pfister (SP).

*Der Ständerat des Kantons Appenzell Innerrhoden wurde bereits am 28. April 2019 an der Landsgemeinde gewählt.

Was wählen wir?

Am 20. Oktober wird die Vereinigte Bundesversammlung neu gewählt. Diese besteht aus dem National- und dem Ständerat. Ersterer wird auch grosse Kammer genannt. Die 200 Sitze werden in Abhängigkeit der gesamten ständigen Wohnbevölkerung auf die 26 Kantone verteilt. Je mehr Menschen in einem Kanton wohnen, umso mehr Nationalratssitze stehen ihm zu.

Der Ständerat symbolisiert die Gleichberechtigung der Kantone. Er wird auch kleine Kammer genannt. Unabhängig von der Bevölkerungszahl stehen jedem Kanton zwei Sitze zu. Eine Ausnahme bilden die Kantone AI, AR, BL, BS, NW, OW, denen historisch je nur ein Sitz zusteht. So gibt es insgesamt 46 Ständeratssitze.

Wie wird gewählt?

Die Grosse Kammer (Nationalrat) wird meist nach dem Proporz- oder Verhältniswahlrecht besetzt, die Kleine Kammer (Ständerat) meist nach dem Majorz- oder Mehrheitswahlrecht. Die Wahlkreise sind für beide Kammern dieselben: die Kantone.

Was ist Proporz?

Man nennt die Proporzwahl auch Verhältniswahl. Die Mitglieder des Nationalrats werden im möglichst korrekten Verhältnis zu ihrer proportionalen Parteistärke im jeweiligen Kanton gewählt. Dabei werden nicht Kandidierende direkt gewählt, sondern man wählt Listen (meist Parteien).

Ja-Plakat zur dritten Volksabstimmung über das Proporz-Systems von 1918. Am 13. Oktober 1918 stimmten Volk und Stände der dritten Initiative über die Proporzwahl des Nationalrates mit 66,8 Prozent Ja-Stimmen deutlich zu. (Bild: Keystone)

Ja-Plakat zur dritten Volksabstimmung über das Proporz-Systems von 1918. Am 13. Oktober 1918 stimmten Volk und Stände der dritten Initiative über die Proporzwahl des Nationalrates mit 66,8 Prozent Ja-Stimmen deutlich zu. (Bild: Keystone)

Was ist Majorz?

Majorz bedeutet Mehrheitswahl – wer mehr als die Hälfte der Stimmen erzielt, gewinnt. Dieses System kommt in 24 Kantonen bei der Ständeratswahl zum Einsatz. Doch keine Regel ohne Ausnahme: In den Kantonen Jura und Neuenburg wird das Proporzverfahren auch für die Kleine Kammer angewendet.

Der Ständerat wird auch Stöckli genannt. (Bild: Keystone)

Der Ständerat wird auch Stöckli genannt. (Bild: Keystone)

Welcher Kanton erhält wie viele Nationalratssitze?

Alle vier Jahre wird aufgrund der ständigen Wohnbevölkerung der Kantone die Anzahl Sitze im Nationalrat neu verteilt. Wächst die Bevölkerung, kann es sein, dass ein Kanton bei den nächsten Wahlen mehr Sitze zu Gute hat. Die Gesamtzahl der Nationalratssitze bleibt dabei immer bei 200.

Der Nationalrat, welcher hauptsächlich mit dem Proporz gewählt wird, umfasst 200 Mitglieder. (Bild: Keystone)

Der Nationalrat, welcher hauptsächlich mit dem Proporz gewählt wird, umfasst 200 Mitglieder. (Bild: Keystone)

Im Vergleich zu den letzten Gesamterneuerungswahlen dürfen die Kantone Waadt und Genf je einen Sitz mehr besetzen als bisher. Dies auf Kosten der Kantone Bern und Luzern.

Was sind Listenverbindungen?

In den Kantonen, in denen nach dem Proporzverfahren gewählt wird, können die politischen Parteien entscheiden, ihre Listen miteinander zu verbinden, um die Chancen auf Sitzgewinne zu erhöhen. Diese Möglichkeit nennt sich Listenverbindung.

Wozu dienen Listenverbindungen?

Listenverbindungen erhöhen die Chancen dafür, dass die kandidierenden Parteien oder Gruppierungen Nationalratssitze gewinnen. Alle Stimmen, die an die verbundenen Listen gehen, werden zusammengezählt, als ob es eine einzige Liste wäre.

Wie wähle ich den Nationalrat?

  • Einen vorgedruckten Wahlzettel, ohne ihn zu verändern. Wenn Ihnen die von einer Partei vorgeschlagene vorgedruckte Liste vollständig zusagt, stecken Sie den Wahlzettel unverändert in das dafür vorgesehene Couvert. Die von Ihnen gewählte Liste erhält so viele Stimmen, wie in Ihrem Kanton Sitze zu vergeben sind (Parteistimmen). Auch leere Linien zählen als Parteistimmen. Jede Kandidatin und jeder Kandidat auf dem Wahlzettel erhalten je eine Stimme (Kandidatenstimme).
  • Vorgedruckten Wahlzettel anpassen. Sie können eine oder mehrere Personen auf dem Wahlzettel streichen. Die gestrichene Person erhält keine Stimme (Kandidatenstimme). Der durch die Streichung leer gewordene Platz auf dem Wahlzettel zählt aber dennoch für die Liste, die Sie gewählt haben (Zusatzstimme).
  • Kumulieren – zwei Stimmen für eine Person. Sie können den Namen der betreffenden Kandidatin oder des betreffenden Kandidaten ein zweites Mal auf die Liste schreiben. Dieser kann von der von Ihnen gewählten Liste oder von einer anderen Liste sein. Dreifachnennungen oder mehr sind jedoch nicht erlaubt.Die kumulierte Kandidatin oder der kumulierte Kandidat erhält zwei Kandidatenstimmen. Diese beiden Stimmen gehen ebenfalls als Parteistimmen an die von Ihnen ausgewählte Liste.
  • Panaschieren – eine oder mehrere Personen wählen, die auf anderen Listen kandidieren. Schreiben Sie dafür die Namen der Kandidatinnen und Kandidaten der anderen Listen auf den vorgedruckten Wahlzettel. Alle Kandidatinnen und Kandidaten, die am Schluss auf dem Wahlzettel stehen, erhalten je eine Kandidatenstimme. Die von Ihnen gewählte vorgedruckte Liste erhält für jede panaschierte Person eine Parteistimme weniger. Diese Stimme geht an die Liste, der die von Ihnen ergänzte Person angehört.
  • Kombinieren – Sie können auf der gleichen liste auch Kumulieren und Panaschieren kombinieren. Alle Kandidatinnen und Kandidaten, die am Schluss auf Ihrem Wahlzettel stehen, erhalten je eine Kandidatenstimme – zwei im Fall der Kumulation. Die von Ihnen gewählte Liste erhält so viele Stimmen, wie Ihrem Kanton Nationalratssitze zustehen. Für jede Person von einer anderen Liste, die Sie durch Panaschieren wählen, erhält die von Ihnen gewählte Liste aber eine Stimme weniger. Diese Stimme geht an die Liste, der die von Ihnen panaschierte Person angehört.

Wie wähle ich den Ständerat?

Je nach Kanton wird die Kleine Kammer unterschiedlich gewählt (siehe «Was wählen wir»). Am häufigsten kommt das Majorz-Wahlsystem zum Zug. Möglichkeiten: Der Kanton verschickt leere Wahlzettel, auf die Sie selber die Namen der gewünschten Kandidatinnen und Kandidaten eintragen können. Zudem erhalten Sie vorgedruckte Listen, bei denen man ankreuzen kann, welche der vorgeschlagenen Politiker man wählen will.

National- und Ständeratswahlen – finden Sie Ihren passenden Kandidaten!

Das Wahltool von Vimentis hilft Ihnen, in kürzester Zeit den oder die richtige KandidatIn zu finden.

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