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Die Ostschweiz schöpft mehr Geld aus dem Ausgleichstopf

Nächstes Jahr fliessen 790 Millionen Franken in die Ostschweiz. Die Kantone St.Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden erhalten über den Finanzausgleich noch mehr Geld als im Vorjahr. Einzig Innerrhoden bekommt weniger.
Katharina Brenner
Die Geber bleiben Geber, die Nehmer bleiben Nehmer: Kein Kanton wechselt 2019 die Seite. Bild: KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die Geber bleiben Geber, die Nehmer bleiben Nehmer: Kein Kanton wechselt 2019 die Seite. Bild: KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die Ostschweizer Kantone, traditionellerweise Nehmerkantone, erhalten nächstes Jahr noch mehr Geld als im laufenden: insgesamt 790 Millionen Franken. 2018 sind es 752 Millionen. Nach Ausserrhoden fliessen nächstes Jahr 48,4 Millionen Franken . Das sind 1,8 Millionen mehr als im Vorjahr und 894 Franken pro Einwohner.

St. Gallen, der bevölkerungsreichste Ostschweizer Kanton, erhält 2019 im Vergleich zu den anderen mit Abstand am meisten: 468 Millionen Franken. Das sind 942 Franken pro Einwohner und 21,5 Millionen mehr als im Vorjahr. Auf die Einwohner heruntergerechnet bekommen die Thurgauer 2019 am meisten: 983 Franken pro Einwohner und insgesamt knapp 260 Millionen Franken; das sind 17,6 Millionen Franken mehr als dieses Jahr. Dazu sagt der Thurgauer Finanzchef Jakob Stark:

«Die Höhe des Finanzausgleichs haben wir so erwartet.»

Einzig einer der Ostschweizer Kantone schöpft 2019 weniger Geld aus dem Finanzausgleichstopf: Appenzell Innerrhoden. Statt 16,6 Millionen Franken fliessen nächstes Jahr nur noch knapp 14 Millionen Franken in den Kanton. Zu dieser Entwicklung äussert sich Josef Manser, Departementssekretär des Innerrhoder Säckelmeisters, nicht. Die Regierung habe bis Ende August Zeit, die Zahlen zu prüfen. Keine Einschätzung so lange die Vernehmlassung laufe.

Hohes Wachstum im Thurgau vor zwei Jahren

Der Thurgauer Finanzchef Jakob Stark. Bild: Donato Caspari

Der Thurgauer Finanzchef Jakob Stark. Bild: Donato Caspari

Dieses Jahr erhält Innerrhoden als einziger Ostschweizer Kanton weniger Geld als im Vorjahr. Bei den anderen ist es jeweils mehr. Der Finanzausgleich soll volkswirtschaftliche Unterschiede zwischen den Kantonen ausgleichen. Dafür wird ein Ressourcenindex errechnet. Dieser ging im Thurgau von 79 Prozent auf 78,4 Prozent zurück. Ein sehr hohes Wachstum vor zwei Jahren sei jetzt wieder korrigiert worden, sagt Finanzchef Stark.

Im Kanton St. Gallen ist der Ressourcenindex von 79,2 Prozent auf 78,8 Prozent zurückgegangen. «Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ist diese Entwicklung nicht erfreulich», sagt der St. Galler Finanzchef Benedikt Würth. Wichtig sei in diesem Zusammenhang die Feststellung, dass zur Berechnung des Ressourcenindex 2019 die drei Bemessungsjahre 2013 bis 2015 massgebend seien.

«Sprich, das neu dazugekommene Berechnungsjahr 2015 hat sich im interkantonalen Vergleich unterdurchschnittlich entwickelt.»

Der St. Galler Finanzchef Benedikt Würth. Bild: Ralph Ribi

Der St. Galler Finanzchef Benedikt Würth. Bild: Ralph Ribi

Pessimistisch wirkt Würth allerdings nicht. Die Unternehmen im Kanton seien in sehr guter Verfassung. Punkto Ertragskraft seien sie gegenüber Unternehmen aus Bereichen wie Pharma- oder Finanzindustrie jedoch tiefer positioniert, was Auswirkungen auf das Einkommensniveau habe. Das Einkommen fliesst in die Berechnung des Ressourcenindex mit ein.

Würth spricht von einem «positiven Lichtblick». Dieser ergebe sich aus den BAK-Prognosen von Ende Mai 2018: Es werde ein Anstieg des Ressourcenindex des Kantons von 78,8 im Jahr 2019 auf 80,1 im Jahr 2024 prognostiziert. «Das bedeutet, dass die Wachstumsdynamik in
St. Gallen mindestens parallel zur Dynamik der Gesamtschweiz verlaufen wird.»

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