Die Olma verliert ihre Hauptattraktion

Silvan Lüchinger
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Die St. Galler FDP attestiert ihrem Geschäftsführer Adrian Schumacher erfolgreiche sieben Jahre. Mit ihm als Regisseur hat die Partei auf nationaler Ebene um einen Sitz und im Kantonsrat gar um vier Mandate zugelegt. Doch nun geht Schumacher. Aufgabe seines Nachfolgers wird es vor allem sein, den Terraingewinn zu halten. Auf die politische Konkurrenz kommen harte Zeiten zu, denn die FDP hat aufgerüstet. Und sie lässt es die anderen wissen: Christoph Graf ist im militärischen Leben nicht einfach ein Hauptmann wie viele andere. Er führt eine Kompagnie für Elektronische Kriegsführung.

Mit 7500 Broschüren wollten die Bichwiler für ihre Kilbi werben. 5000 davon hat die Post auftragsgetreu verteilt. Den Rest hat sie eingestampft. Nach den Poststellen werden jetzt auch die Aufträge entsorgt.

Keine Olma ohne Säulirennen. Die galoppierenden Rollschinken ziehen jedes Jahr ein grosses Publikum an. Nach dem Gratisvergnügen gibt es anderswo um so lockerer Geld aus. Heuer werden die Rennen noch stattfinden. Wahrscheinlich zum letzten Mal. Frauenorganisationen haben herausgefunden, dass ausschliesslich weibliche Tiere unter Vertrag sind. Die Männchen mögen nämlich das Mäntelchen nicht, das sie tragen müssten. Das dürfte das Ende der Säulirennen sein. Die Olma kann sich nicht leisten, sexistische Rollenbilder zu zementieren.

Im Toggenburg, im Sarganserland und im Rheintal bläst der Wind manchmal von der anderen Seite als anderswo. Aber er bläst regelmässig. Das macht die drei Regionen zu bevorzugten Standorten für Windturbinen. Nun sind diese Turbinen bekanntlich umstritten – und genau die drei Wahlkreise hatten sich gegen das neue Energiegesetz ausgesprochen. Daraus schliesst die SVP-Fraktion des St. Galler Kantonsrats: Turbinen sollen dort gebaut werden, wo sich die Bevölkerung hinter das Energiegesetz gestellt hat. Das hat eine gewisse Logik. Und müsste, zu Ende gedacht, Konsequenzen haben: Ins Spital eintreten darf nur noch, wer gegen Spitalschliessungen ist. Die Theatersanierung zahlen ausschliesslich jene, die auch ins Theater gehen. Und wählen dürfen nächstes Mal nur jene, die SVP wählen.

In seinem früheren Leben war Hanspeter Uster Zuger Regierungsrat. Heute wirkt er regelmässig im Dienst anderer Kantone. Im Auftrag der Regierung untersucht er im Nachgang zum Pferdeskandal von Hefenhofen den Vollzug der Tierschutzgesetzgebung im Kanton Thurgau. Weil er grad in der Gegend ist, hat ihn die Inner-rhoder Standeskommission mit der Organisationsanalyse der kantonalen Staatsanwaltschaft betraut. Jetzt noch ein Auftrag aus St. Gallen oder Ausserrhoden, und Uster könnte als erster interkantonaler Regierungsrat drei bis vier Bisherige ersetzen.

Altstätten wird sein Hochwasserproblem nicht los. Erst vor drei Wochen hat der Stadtbach wieder Schaden angerichtet und eine Menge Geschiebe abgelagert. Jetzt hat ein Betroffener einen bösen Verdacht ausgesprochen. Er vermutet, dass es sich beim Kies um dasselbe Material handelt, das nach dem Hochwasser im Jahr 2014 entfernt werden musste. Damals sei es in einem Rutschgebiet oben am Berg entsorgt worden. Der Stadtpräsident bestreitet das. Das Altstätter Bauamt wird darum nach künftigen Überschwemmungen jeden dritten Kieselstein in den Stadtfarben bemalen. Damit klar ist, ob er schon einmal da war.

Silvan Lüchinger

silvan.luechinger

@tagblatt.ch