Die Nummer 1 wird versteigert

Ab heute abend kann für das Kontrollschild «SG 1» im Internet geboten werden. Im Verlauf des Jahres kommen weitere ein- bis vierstellige Schilder unter den Hammer. Der Kanton St. Gallen will damit seine Einnahmen aufbessern.

Sebastian Schneider
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Bild: SEBASTIAN SCHNEIDER

Bild: SEBASTIAN SCHNEIDER

ST. GALLEN. Seit 2009 verdient der Kanton St. Gallen Geld mit dem Versteigern spezieller Kontrollschilder. Nun werden auch die 91 Schilder, die bis anhin von verschiedenen Gemeinden gehalten wurden, versteigert. Unter ihnen befinden sich die Nummern 1 bis 20. Der Kantonsrat hatte im vergangenen Juni beschlossen, dass der Erlös nicht etwa in den Strassenfonds, sondern direkt in den Staatshaushalt fliessen soll.

Eine Woche bieten für die «SG 1»

Die Auktion des Schildes «SG 1» startet heute, 19.30 Uhr, unter www.auktion-sg.ch. Eine Woche lang kann dafür geboten werden. Dies gaben Georges Burger, Leiter des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamtes, sowie Regierungsrat Fredy Fässler gestern vor Medienvertretern bekannt. Wann die übrigen kommunalen Schilder an der Reihe sind, verrieten die beiden nicht. Von den 91 Schildern erhoffen sie sich Einnahmen von 350 000 Franken.

Bis anhin verdiente der Kanton jährlich knapp eine Million Franken mit der Versteigerung von jeweils etwa 500 Schildern. Allerdings sind die Einnahmen stets zurückgegangen. So verdiente der Kanton 2009 durchschnittlich 2331 Franken pro Schild, im vergangenen Jahr waren es noch 1502 Franken.

Dennoch: Georges Burger weiss aus langjähriger Erfahrung als Leiter des Verkehrsamtes, dass Kontrollschilder bei vielen St. Gallern einen hohen emotionalen Wert haben – «selbst wenn die Schilder ja nur ausgeliehen werden und nie im Besitz des Halters sind». So wollten gewisse Käufer ihre Glückszahl auf dem Schild sehen, andere ihr Geburtsdatum. «Manche achten auf die Quersumme.» Und es sei auch schon vorgekommen, dass sich geschiedene Ehepartner um das Kontrollschild gestritten hätten.

Nicht leicht für die Feuerwehr

Bis vergangenen Herbst fuhr die Berufsfeuerwehr der Stadt St. Gallen mit den Kontrollschildern 1 bis 20. Im Oktober dann musste sie die Schilder eigenhändig abschrauben. «Das war für die Feuerwehr nicht leicht», sagt Burger. Man habe sich im voraus aber darauf geeinigt, dass die neuen sechsstelligen Schilder der Feuerwehr wenigstens mit der Zahl 118 beginnen.