Kommentar

Die Maskenpflicht in Zürcher Läden ist eine Leuchtrakete über der Schweiz

Nach Basel führt auch Zürich eine Maskenpflicht beim Einkaufen ein. Diese ist ein Vorbote und ein Signal.

Katja Fischer De Santi
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Katja Fischer De Santi

Katja Fischer De Santi

Bild: Ralph Ribi

Nun also Zürich. Nach Basel führt auch der bevölkerungsreichste Kanton der Schweiz eine Maskenpflicht beim Einkaufen ein. Eine Massnahme wie eine Leuchtrakete, sie strahlt auf das ganze Land ab. Sie wird das Bild der Schweiz in dieser Epidemie verändern. Wir sind nicht länger eine Insel der hoffnungsvollen Maskenlosen. Zwar ist wissenschaftlich nicht belegt, ob eine Maskenpflicht beim Einkaufen die Verbreitung des Virus wirklich eindämmt. Die Kontaktdauer und Intensität ist beim Posten eher kurz. Doch die Maske beim Shoppen, auf der Post und beim Bäcker ist vor allem ein Zeichen gegen das Verdrängen und Vergessen. Warnschild mitten im Gesicht: Covid-19 ist noch da, überall, gerade jetzt. Auch wenn wir uns alle nach Normalität sehnen, es ist noch zu früh. Und es kann schnell zu spät sein.

Wer in den letzten Wochen in der Schweiz unterwegs war, der sah ein Land unbekümmert am Abgrund tänzeln. Ohne Lockdown, ohne regelmässige bundesrätliche Pressekonferenz schlich sich eine Sorglosigkeit ein, die in den steigenden Fallzahlen ihr Abbild findet. Noch scheint die Sonne, ist die Luftfeuchtigkeit hoch, spielt das Leben draussen. Alles Umstände, die dem Virus das Leben schwer machen. Doch der Herbst wird kommen. Die Maskenpflicht beim Einkaufen ist ein Vorbote und ein Signal: Passt weiterhin auf, auch wenn es unangenehm ist. Nichts liebt Covid-19 mehr als Menschen, die vergessen.