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Die Lüste aus der Unterwelt bei den St.Galler Festspielen

Drei Tonnen schwer ist die Bühnengrotte für Puccinis Oper «Edgar» auf dem Klosterplatz. Darunter verbergen sich verführerische Kreaturen. Ein Augenschein auf der Bühne und im Orchesterpavillon.
Bettina Kugler
Die Sonne leuchtet über Edgars Kunstrasenwelt – die Strahlen fehlen noch. Unter dem Altar schlummert der «Garten der Lüste». (Bild: Bilder: Urs Bucher)

Die Sonne leuchtet über Edgars Kunstrasenwelt – die Strahlen fehlen noch. Unter dem Altar schlummert der «Garten der Lüste». (Bild: Bilder: Urs Bucher)

Täuschend echt grasgrün leuchtet der Kunstrasenteppich zwischen den Kathedraltürmen und der Zuschauertribüne in der Vormittagssonne. Georges Hanimann, Technischer Leiter am Theater St. Gallen und verantwortlich für die Bühnenbauten der Festspiele, freut sich sichtlich. Die Witterungsbedingungen sind gut, alle Arbeiten für Puccinis höchst selten gespielte zweite Oper «Edgar» weit vorangeschritten. Die Hydraulik in der Bühnenmitte funktioniert; das Grottentor, drei Tonnen schwer, hebt sich. Darunter warten riesige Beeren und seltsame Kreaturen auf ihren Einsatz im zweiten Akt. Nur an der Sonnenscheibe über der Rückwand fehlen noch die Strahlen. «Heute früh habe ich eine Amsel entdeckt, die auf der Bühne sass und nach Regenwürmern pickte», erzählt Hanimann schmunzelnd. Der «Garten der Lüste», den Ausstatter Rainer Sellmaier nach dem Gemälde von Hieronymus Bosch auf der Festspielbühne zitiert, bringt offenbar nicht nur den Helden Edgar auf Abwege.

Ross Lucky zieht den Leichenwagen

Schwankend zwischen zwei Frauen, der tugendhaften Fidelia und der sinnlichen Tigrana, wird Edgar aus der geordneten Welt ausbrechen, als sichtbares Zeichen dafür sein Haus anzünden. Die Feuerprobe für die Pyrotechnik wird gleich nach der Bühnenbegehung stattfinden. Doch im Moment steht der Altar strahlend weiss in der Bühnenmitte. Die Szene ist dem Hauptbild des Genter Altars von Jan van Eyck nachempfunden. Bis früh um Vier war Regisseur Tobias Kratzer in der Nacht zuvor mit den Beleuchtern vor Ort. Munter sagt er Hallo, behält aber die Sonnenbrille auf, wegen der Augenringe.

Georges Hanimann im neuen Pavillon für das Orchester. 55 Musiker und 24 Chorsänger haben hier Platz.

Georges Hanimann im neuen Pavillon für das Orchester. 55 Musiker und 24 Chorsänger haben hier Platz.

Das Orchester hat neu einen 140 Quadratmeter grossen Pavillon über dem Pfalzkeller, dessen Holzelemente nach den Festspielen eingelagert werden. Von dort wird die Musik über Glasfaserleitungen in die Steuerungszentrale übertragen und gemischt. «Der Raumklang ist sehr gut», verspricht Werner Signer, Geschäftsführender Direktor. Zudem wird erstmals eine Untertitelungsanlage eingesetzt.

Kein Lampenfieber hat das Pferd Lucky. Zu Beginn des 3. Aktes wird es einen Leichenwagen vom Gallusplatz her ziehen und etwa drei Minuten auf der Bühne sein – als erstes lebendes Festspielbühnentier, in einer tierärztlich zugelassenen Rolle.

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