Timeline: Die jüngsten Pleiten der HSG

Verschwörungstheoretiker, Dieselaffäre, Raiffeisen und Spesenmissbrauch: Die Universität St.Gallen kam dieses Jahr kaum zur Ruhe. Eine Chronologie der Ereignisse.

Tim Naef
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7. April 2018

Die Universität St.Gallen streicht den Lehrauftrag des umstrittenen Historikers Daniele Ganser. Dieser war wegen seiner Nähe zu Verschwörungstheoretikern in die Kritik geraten; und damit auch die HSG. Auf Anfrage stellte das betroffene Institut klar: «Herr Ganser war einer von vielen externen Dozierenden, deren Lehrauftrag nicht verlängert wurde, und wie bei allen anderen war medialer Druck kein Entscheidungskriterium.»

18. Juni 2018
Audi-CEO Rupert Stadler. (Bild: Keystone)

Audi-CEO Rupert Stadler. (Bild: Keystone)

Audi-Chef Rupert Stadler, der an der HSG eine Honorarprofessur innehat, wird wegen seiner Verstrickungen in die Dieselaffäre festgenommen. Kurze Zeit später informiert HSG-Mediensprecher Jürg Roggenbauch: Es sei unklar, «ob die Voraussetzungen für eine Honorarprofessur von Rupert Stadler noch gegeben sind». Daher habe die Universität St. Gallen «umgehend nach der Festnahme» dem Generalsekretariat von Stadler mitgeteilt, dass die Honorarprofessur «bis zum Abschluss des Verfahrens und der damit zusammenhängenden Klärung des Sachverhalts nicht mehr ausgeübt» werden könne. Dennoch gelte nach wie vor die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen dauern noch an.

19. Juni 2018

Die HSG gibt bekannt, dass Johannes Rüegg-Stürm, ehemaliger VR-Präsident der Raiffeisenbank und Dozent an der Universität St.Gallen, eine Auszeit nimmt. Rüegg-Stürm und der gesamte VR der Raiffeisen war wegen des Falls Vincenz heftig in die Kritik geraten. Bei Bekanntwerden des Finma-Berichts über die Tätigkeiten des Raiffeisen VR äusserte sich die HSG wie folgt: «Die Leitung der Universität St.Gallen nimmt die von der Finma vorgelegte öffentliche Zusammenfassung des Untersuchungsberichts und die damit verbundenen Vorwürfe gegen den ehemaligen Verwaltungsrat der Raiffeisen Schweiz zur Kenntnis.» Die Tätigkeiten der Dozierenden in Forschung und Lehre an der HSG würden regelmässig überprüft, und Rüegg-Stürm sei seinen Verpflichtungen jederzeit nachgekommen.

21. Juni 2018

Die Universität St.Gallen informiert die Öffentlichkeit darüber, dass sie gegen drei Personen eines nicht genannten Instituts ein Verfahren eröffnet hat. Der Grund sind mögliche massiv überhöhte Spesenbezüge. Um welches Institut es sich handelt, wollte die Hochschule damals nicht bekannt geben. Einzig das Institut von Ex-Raiffeisen-Präsident Johannes Rüegg-Stürm für Systemisches Management und Public Governance wurde aus der Schusslinie genommen. Der festgestellte Spesenmissbrauch und die Vorwürfe gegen Rüegg-Stürm hätten «absolut keinen Zusammenhang», sagte der Präsident des Universitätsrates und SVP-Regierungsrat Stefan Kölliker.