Die Intensivstation in Grabs ist voll – erst Anfang Woche war die Kapazität von sieben auf zehn Intensivbetten erhöht worden

Die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland bereitet sich auf noch mehr Covid-19-Patienten vor.

Thomas Schwizer
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Die zehn verfügbaren Intensivpflegebetten mit Beatmungsgeräten im Spital Grabs war am Mittwochmorgen voll belegt.

Die zehn verfügbaren Intensivpflegebetten mit Beatmungsgeräten im Spital Grabs war am Mittwochmorgen voll belegt.

Symbolbild: Corinne Glanzmann

Die Intensivpflegestation (IPS) am Spital Grabs, die einzige an st. gallisch-kantonalen Spitälern neben dem Kantonsspital St. Gallen, war am Mittwochnachmittag voll. Erst Anfang Woche war die Kapazität in Grabs um drei auf zehn Intensivbetten erhöht worden. Man musste davon ausgehen, dass – aufgrund der rasant steigenden Zahl der Infektionen – in den nächsten Tagen mit einer Zunahme der Zahl schwer erkrankter Covid-19-Patienten zu rechnen ist. Am Mittwochvormittag waren die zehn verfügbaren Intensivpflegebetten mit Beatmungsgeräten im Spital Grabs voll belegt – mit sechs Covid-19-Patienten und vier weiteren, die Intensivpflege brauchen.

Patienten werden in andere Spitäler eingeliefert

Sobald in Grabs kein Platz auf der IPS mehr ist, werden Patienten in andere Spitäler eingeliefert. Für Grabs ist das Kantonsspital St. Gallen der erste Partner, schildert Andrea Bachmann, Mediensprecherin der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (SRRWS). Im Notfall wird auch eine Verlegung in andere Spitäler mit freien Kapazitäten auf Intensivstationen geprüft.

Insgesamt meldete der Kanton St. Gallen am Mittwoch 16 Patienten, die schwer an Covid-19 erkrankt sind und Intensivpflege brauchen. Am Freitag hatte das Kantonsspital von etwa sechs Covid-19-Patienten auf der IPS und 20 weiteren Intensivpatienten berichtet. Insgesamt stehen hier 36 Intensivpflege- und Beatmungsplätze zur Verfügung, ein Ausbau auf bis 56 Plätze ist möglich.

Vorbereitungen für einen weiteren Ausbau getroffen

In der SRRWS wurden bereits Vorbereitungen für einen weiteren Ausbau der Intensivpflege getroffen. Maximal wären hier 16 Plätze möglich. Bis zur Inbetriebnahme zusätzlicher Plätze braucht es zwei bis drei Tage. Insbesondere müssen personelle Kapazitäten geschaffen werden, wofür die Dienst- und Einsatzpläne angepasst werden. Ein weiterer Ausbau bedingte, dass der Operationsbetrieb je nach Spitalstandort (Altstätten, Grabs und Walenstadt) eingestellt beziehungsweise reduziert werden müsste, um ausreichend Anästhesiepersonal für die IPS zu haben.

Auch im stationären Bereich der drei Spitäler der SRRWS stieg die Zahl der Covid-19-Patienten von 19 am Freitag auf 37 gestern Mittwoch an. Hier bestand in Altstätten, Grabs und Walenstadt bei einer durchschnittlichen Bettenbelegung von 81 Prozent am Mittwoch noch Kapazität. Die Beanspruchung der Mitarbeitenden ist gemäss Andrea Bachmann hoch. Im Unterschied zum Frühjahr läuft der Normalbetrieb vorerst weiter. Zusätzlich sind die Covid-19- Fälle zu bewältigen.