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Die Innerrhoder Spermien-Agenten

Silvan Lüchinger

Am Heiligabend, wenn das Fondue chinoise verputzt und das letzte Geschenk ausgepackt ist, trifft sich tout Widnau in der «Habsburg». 26 Jahre lang war das so – bis letztes Jahr die Polizei der Weihnachtsparty ein frühes Ende setzte. Zu laut und keine Bewilligung. Wie weiter? Weihnachten 2017, so viel stand fest, würde ein tristes Fest werden. Heute, sechs Wochen vor dem Trauertag, sieht die Welt ganz anders aus. Nach dem Kerzen­löschen die Lampe füllen ist wieder möglich. Dank revidiertem Gastwirtschaftsreglement darf die «Habsburg» bis in die frühen Morgenstunden offen halten. Wer dann auch noch den Weihnachtsheiligtag durchzieht, kann am Stefanstag nahtlos in Appenzell weitermachen. Dort sind die Läden geöffnet. Auch in Innerrhoden sind die Heiligen nicht mehr, was sie einmal waren.

Allen Schliessungsdiskussionen zum Trotz– 1000 Besucherinnen und Besucher kamen, als das Spital Heiden zum Tag der offenen Türen einlud. Kantonsräte und Gemeindepräsidenten wurden gesondert vom gemeinen Volk durch die Räume geführt. Besonders lang sollen sie sich im Gebärsaal aufgehalten haben. Vielleicht wachsen dort, wo die neuen Menschen herkommen, ja auch neue Ideen.

Sie verliert Wahlen, sie verliert Mitglieder. Wo immer man hinschaut – der CVP geht es schlecht. Ob der neue Präsident Gerhard Pfister die Trendwende schaffen wird, ist offen. Die CVP Weinfelden jedenfalls will sich nicht darauf verlassen. «Näher zum Volk» heisst für sie «Organisation der Weinfelder Winterartikelbörse». Dieses Jahr bereits zum siebten Mal. Der Erfolg müsste andere Ortsparteien eigentlich animieren. Es ist Jahre her, seit eine CVP-Veranstaltung letztmals Hunderte Besucher verzeichnen konnte.

Was ein rechter Verein ist, führt für seine Mitglieder nebst einer Sommer- auch eine Winterveranstaltung durch. Die SP Toggenburg entschied sich diesmal für einen Besuch im Naturmuseum St. Gallen. Lange und mit besorgtem Blick verweilten Genossinnen und Genossen vor dem Skelett des riesigen Entenschnabelsauriers. Zoologin Petra Wiesenhütter hellte die verunsicherten Gemüter rasch wieder auf: Es ist nicht bewiesen, dass der versteinerte Koloss in der SP war.

Der Frauenfelder Gemeinderat zieht die Schraube an. Neu kann Journalisten, die «unzutreffende Angaben über die Verhandlungen» veröffentlichen und diese dann nicht «unverzüglich» und «kostenlos» berichtigen, die Sitzungszulassung entzogen werden. Die Fake-News-Verbreiter müssten dann, wie private Besucher, auf der Galerie Platz nehmen. In einem weiteren Schritt könnte Galeriebesuchern, die in der Beiz «unzutreffende Angaben über die Verhandlungen» machen, die Zulassung entzogen werden. Was zutreffend und was unzutreffend ist, entscheidet der Rat. Seine Mehrheit findet, am schönsten wäre der Sitzungssaal sowieso ohne jedes Volk auf der Galerie.

Wenn Kinder ihren Körper schätzen lernen, werden sie ihn als Teenager schützen. Unter diesem Motto bietet Innerrhoden für zehn- bis zwölfjährige Mädchen und Buben Workshops zum Thema Fruchtbarkeit und Pubertät an. Die Workshops sind geschlechtergetrennt und als Erlebnis aufgebaut. Die Mädchen schlüpfen in die Rolle von Hormonen, «die Jungen werden zu Spermien-Agenten, welche eine gefährliche Mission zu erfüllen haben: das Überleben der Menschheit zu sichern». Endlich mal wieder Aufklärungsunterricht mit einer sauberen Rollenverteilung.

Die Stadtsanktgaller Berufsfeuerwehr hat einen guten Ruf. Dies im Gegensatz zu ihrem Depot. Weil das Dach undicht ist, sickert Wasser in die Büros. Auch der Keller, wo die Stadtwerke Material lagern, ist feucht. Mit einer Sanierung für 11,5 Millionen Franken will die Stadt diesen Zuständen nun ein Ende setzen. Der Steuerzahler könnte sich fragen, ob die Sanierung wirklich eine gute Idee ist. Steht die Feuerwehr irgendwo im Einsatz, kann es wenigstens im eigenen Depot nicht brennen.

Im Prättigau hat ein 80-jäh­riger Jäger statt eines Fuchses einen Hund abgeschossen. Obwohl es ein sauberer Blattschuss war, klärt die Kantonspolizei Graubünden die ge­nauen Umstände des fatalen Treffers ab. Noch fehlen die Aussagen von Augenzeugen, Hundewissenschaftern und Jagdtheologen. Offen ist, bis wann das psychiatrische Gutachten vorliegen wird. Dass der Mann nicht mehr gut sieht, ist als Erklärung zu einfach.

Die Frage, ob sich Brot und Wein tatsächlich in Leib und Blut Christi verwandeln, entzweit Katholiken und Reformierte. Bischof Markus Büchel und Kirchenratspräsident Martin Schmidt gehen aber einig, dass sich beim Vadianbier Zucker in Alkohol verwandelt hat. Man kommt sich näher.

Silvan Lüchinger

silvan.luechinger

@tagblatt.ch

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