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Die IHK St.Gallen-Appenzell an ihrer Bildungsquelle - Mitglieder treffen sich an der HSG

Die Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell verstand ihre Generalversammlung als Bekenntnis zur HSG, die sie 1898 mitgründete. Sie sei Inkubator für den Wirtschaftsstandort Ostschweiz.
Marcel Elsener
Hitzig war’s nur draussen: IHK-Direktor Markus Bänziger spricht vor den IHK-Mitgliedern – grossmehrheitlich Männern in weissen Hemden. (Bild: Urs Bucher)

Hitzig war’s nur draussen: IHK-Direktor Markus Bänziger spricht vor den IHK-Mitgliedern – grossmehrheitlich Männern in weissen Hemden. (Bild: Urs Bucher)

Einen so spektakulären Versammlungsort wie 2018 den Flughafen Altenrhein kann die Industrie- und Handelskammer (IHK) St. Gallen-Appenzell ihren Mitgliedern nicht jedes Jahr bieten. Und auch nicht ein solch historisch bedeutsames Traktandum wie die Übergabe des textilen Erbes mit Vermögensumfang von gut 20 Millionen Franken an die neuen Institutionen hinter dem Textilmuseum. Doch dass von den 450 erwarteten Teilnehmenden am Mittwoch an der GV im Audimax der Universität St. Gallen nicht ganz alle erschienen, lag wohl weniger am Ort oder an den wenig brisanten Geschäften, sondern an der Bruthitze. «Die andern sind in der Badi», meinte IHK-Präsident Roland Ledergerber. Dort verpassten die Abwesenden nicht viel, aber doch die Apéro-Aussicht vom Vorplatz der auf 700 Meter höchst gelegenen Universität Europas.

Die HSG spielte an der Versammlung die Hauptrolle: Mit der Wahl des Orts wolle der Wirtschaftsverband «ein klares Bekenntnis zu unserer Universität geben», so Ledergerber. Die Vorläuferin der IHK gehörte 1898 zu den Mitgründerinnen der Handelshochschule, wirkte im Hochschulrat mit und übernahm einen Sechstel der Betriebskosten – bis zur Kantonalisierung in den 1950er-Jahren. Heute sei die HSG eine Errungenschaft für die Stadt, den Kanton und die Ostschweiz, deren Bedeutung nicht überschätzt werden könne, betonte auch der seit Herbst amtierende IHK-Direktor Markus Bänziger. «Sie ist Leuchtturm in der Bildungslandschaft, Brennpunkt gesellschaftlicher Debatten, Bildungsquelle und Inkubator für den Wirtschaftsstandort.»

HSG durchlebt schmerzhaften Lernprozess

Im stolzen Bekenntnis fehlte der Verweis auf die guten Noten in den internationalen Rankings nicht. Freilich interessierte das Publikum, namentlich die Gäste aus der prominent vertretenen Politik (alt Bundesrätin Ruth Metzler, Ständerat Benedikt Würth, fünf Nationalräte, vier St. Galler Regierungsleute usw.), die Aussagen der IHK-Spitze zu den laufenden Ereignissen an der Uni. «Natürlich sind Fehler passiert, auch solche, die nicht passieren dürfen», hiess es bei Ledergerber. Diese seien zu korrigieren, «da und dort vermutlich auch mit harten Korrekturmassnahmen». Statt «permanentem Attackieren, überzogenem Kritisieren und besserwisserischer Häme» müsse man aber das Gesamtbild im Auge behalten.

IHK-Direktor Markus Bänziger mit seinem Vorgänger Kurt Weigelt an der General-versammlung. (Bild: Urs Bucher)

IHK-Direktor Markus Bänziger mit seinem Vorgänger Kurt Weigelt an der General-versammlung. (Bild: Urs Bucher)

Bänziger schlug in die gleiche Kerbe: In den ersten sieben Monaten seiner IHK-Direktion habe ihm der öffentliche Umgang mit den «festgestellten und vermeintlichen Missständen» an der Uni exemplarisch eine Ostschweizer Fähigkeit gezeigt: «die Bemitleidung unseres Randdaseins bis zur Selbsterniedrigung». Zweifellos erwarte man nun eine «zeitgemässe Kultur und Kontrolle der Finanzflüsse». Es gehe ums Lernen, folgerte Bänziger: «Die HSG durchlebt in einem schmerzhaften Lernprozess diejenigen Erfahrungen, die viele Ostschweizer Firmen seit längerer Zeit machen: rasche Verschärfung der Compliance-Anforderungen, Herausforderungen an die Krisenkommunikation und der Umgang mit Fehlern.»

Auch die einzige Überraschung an der GV hatte mit der Uni zu tun: Plötzlich gingen Lichter und Projektionen aus. Ledergerber reagierte ruhig und steuerte mittels Augmented-Reality-Brille die nötige Reparatur – die computergestützte Realitätserweiterung als eindrückliches Beispiel der Forschung am neuen HSG-Institut für Informatik, wo ab 2021 der erste Master möglich ist. Professor Simon Mayer und später Rektor Thomas Bieger betonten, wohin die Zukunft gehe – dank der von der IHK angestossenen IT-Bildungsoffensive. Und vor der Versammlung hatten die IHK-Mitglieder gemäss Tagesmotto über regionale Beispiele guter «Digitalisierung und Innovation» staunen dürfen.

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