Die Igel kommen in den Walter Zoo in Gossau

Jahrelang gab es keine Auffangstation für verletzte und kranke Igel aus der Umgebung St. Gallen. Nun plant der Zoo eine Igelauffangstation. Er benötigt für das Projekt noch 200'000 Franken.

Meret Bannwart
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Verletzte Igel finden eine neuen Unterschlupf. (Bild: PD)

Verletzte Igel finden eine neuen Unterschlupf. (Bild: PD)

Im Walter Zoo in Gossau soll eine Igelauffangstation eingerichtet werden. Dort könnten in Zukunft kranke und verletzte Igel abgegeben werden. Noch fehlen 200'000 Franken für das Projekt. Der Ostschweizer Igelfreunde Verein spendete bereits 50'000 Franken.

Seit dem Jahr 2005 gibt es im Grossraum St. Gallen keine Igelauffangstation mehr. Elsi Heierli, Präsidentin des Ostschweizer Igelfreunde Vereins, sagt:

«Dafür wurde nie ein Ersatz gefunden.»

Bis im Herbst 2017 konnten verletzte Igel nach Kreuzlingen gebracht werden. Dort führte eine Privatperson eine Igelauffangstation und behandelte 500 bis 600 Tiere pro Jahr. Seit die Leiterin der Station verstorben ist, hat sich das Problem verschärft. Denn die weiteren Stationen in Mels, Nesslau, Winterthur, Schaffhausen oder Frauenfeld sind durch ihr eigenes Einzugsgebiet bereits ausgelastet.

Mit dem Projekt im Walter Zoo könne eine nachhaltige Lösung für das Problem geschaffen werden. Im Unterschied zu den privat geführten Auffangstationen wird im Walter Zoo immer jemand erreichbar sein. «Ausserdem sind hier zwei Tierärztinnen und Pflegepersonal vor Ort. Dies ist bei einer privaten Station auch nicht möglich», sagt Heierli.

Wie ein igelgerechter Garten aussieht

Gemäss der Medienmitteilung des Walter Zoos soll die Bevölkerung auch für die natürlichen Bedürfnisse der Igel sensibilisiert werden. Deswegen wird im Walter Zoo auch ein Naturlehrpfad eingerichtet. Dort könnten die Schulkinder, die den Zoo besuchen, lernen, was es für einen igelgerechten Garten braucht. «Auch ein abschreckendes Gegenbeispiel wird gezeigt: Ein Kunstgarten mit einem Rasenroboter», sagt Heierli.

Nebst den Rasenrobotern stellen auch giftige Schneckenkörner und der Strassenverkehr eine Gefahr für die Igel dar. Gerade diese Woche sei eine Igelmutter in einem unter Strom stehenden Weidezaun hängen geblieben und verstorben. «Von den Jungtieren wurde nur noch eines lebend gefunden», sagt die Präsidentin des Ostschweizer Igelfreunde Vereins.

ST.GALLEN: Zu wenig Notfallplätze für kranke Igel

In St.Gallen fehlt seit 2005 eine Igelstation. Seither wurden die kranken Tiere aus St.Gallen nach Kreuzlingen gebracht. Dies ist aber nicht mehr möglich. Diesen Winter werden die Igel vom Voliere-Team betreut.
Christoph Renn