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Glosse

Drama an der HSG: Maximilian und der Güselmann

Was passiert, wenn HSG-Studenten auf das St.Galler Volk treffen? Diese Frage wird im Zuge der Campus-Abstimmung aktuell. Ein Theaterstück hat Antworten.
Noemi Heule
Ein Elfenbeinturm aus Beton und Glas? Heute sitzen die Studenten auf dem hohen Rosenberg. Künftig sollen sie auch im St.Galler Stadtzentrum unterkommen. (Bild: Michel Canonica)

Ein Elfenbeinturm aus Beton und Glas? Heute sitzen die Studenten auf dem hohen Rosenberg. Künftig sollen sie auch im St.Galler Stadtzentrum unterkommen.
(Bild: Michel Canonica)

Die HSG kommt in die Stadt. Ein neuer Campus am St. Galler Platztor soll die Platznot der Universität beheben. Und 3000 Studenten vor den Toren der Altstadt platzieren. Und die Städter? Viele heissen die Akademiker willkommen, die vom hohen Rosenberg hinabsteigen, um sich unters Fussvolk zu mischen. Andere hätten es lieber, die Hochschule bliebe, wo sie ist, hoch oben im Elfenbeinbetonturm.

Eine Bühne für Dramen und Skandale

Doch was passiert eigentlich, wenn der angehende CEO auf den gemeinen St. Galler trifft? Diese Frage beantwortet ein neu erschienenes Theaterstück, geschrieben von einem HSG-Absolventen. «Überm Rad. Kontakt von HSGler und Volk», heisst der Titel. Der Autor mit dem Pseudonym Martin Freistrøm preist das Büchlein als erstes HSG-Drama überhaupt an.

Eine heikle Formulierung, wurde die Uni doch längst zur Bühne für Dramen und Skandale rund um Erstklass-Flugtickets, exquisite Nachtessen und lukrative Nebenmandate.

HSG-Brand im Sinkflug

Anyway, um den Wortschatz des Autors zu bemühen, der sein Werk gern mit Begriffen aus Business-Englisch oder Wirtschaftslatein spickt. Eine Bewerbung ist ein «Selection Process», das Studium ein fünfjähriges «Investment» und Maximilian – wie die Hauptfigur selbstverständlich heisst – bezahlt es in «Opportunitätskosten». Auf den Büezer trifft der homo academicus in der günstigsten Quartierbeiz, weil er als homo rosenbergensis eben auch homo oeconomicus ist.

Der Plot: Die Universität St. Gallen ist in einem internationalen Ranking um drei Plätze gefallen; man fürchtet um den HSG-Brand, ja um den Wirtschaftsplatz Schweiz. Im Kurs «Strategic Branding and Social Impact» soll asap ein Ausweg her.

Keine dramatische Wendung

Nun hat die HSG derzeit reale Probleme, die es im Fach «Compliance Management and Corporate Governance» asap zu bewältigen gälte. Vor allem, weil mit der Campus-Abstimmung ein nächster Milestone ansteht und der decision-making-process der Stimmbürger angelaufen ist. Denn, bevor die HSG zum Volk kommt, muss die HSG vors Volk. Immerhin, eine Tragödie zeichnet sich an der Urne Ende Juni nicht ab.

By the way, der Student Maximilian und der Büezer Garbic sprechen im Theaterstück zwar nicht dieselbe Sprache. Dennoch entsteht so etwas wie eine Freundschaft zwischen dem distinguierten Studenten und dem St.Galler Güselmann. Ein gutes Vorzeichen, sollte das Platztor tat­sächlich Schauplatz der Begegnung zwischen HSG und Volk werden.

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