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Die Hitze lässt die Kassen klingeln: Das sind die Gewinner des Rekordsommers

Es bleibt heiss: Die Dürre hat die Ostschweiz fest im Griff. Doch nicht alle sind unglücklich über die Hitzewelle. Mit Abkühlung lässt sich gutes Geld verdienen - das gilt längst nicht nur für Glace.
Rossella Blattmann/Linda Müntener
Zum Abkühlen raus auf den See: Bootsverleihern kommt der heisse Sommer sehr entgegen. (Bild: Reto Martin)

Zum Abkühlen raus auf den See: Bootsverleihern kommt der heisse Sommer sehr entgegen. (Bild: Reto Martin)

Wer einen Schönwetter-Sommer erleben will, muss dieses Jahr nicht in den Süden fahren. Sonne gibt’s vor der Haustüre. Davon profitiert die Tourismus-Region St.Gallen-Bodensee. «Der boomende Städtetourismus setzt sich 2018 fort», sagt Tobias Treichler, Vizedirektor und Leiter Marketing und Kommunikation von St.Gallen-Bodensee Tourismus. «Wir sind zuversichtlich - sofern auch der Herbst wiederum erfolgreich wird -, dass wir das vergangene Jahr übertreffen können.» Vom Sommerwetter profitiere etwa die Gastronomie. «Die Gartenbeizen sind voll und die Restaurants füllen ihre Aussensitzplätze mit Einheimischen und Gästen aus aller Welt.»

Auch die Badis rund um den Bodensee sowie die Campingplätze gehören zu den Gewinnern. Und: der Alpstein. Bereits frühmorgens begeben sich viele auf der Suche nach Abkühlung auf eine Gipfelwanderung. Schwieriger schätzt Tobias Treichler die Lage der Museen sein. Diese zählen bei schlechterem Wetter grundsätzlich mehr Besucher. «Wobei eine Abkühlung in den grossen Gemäuern auch seinen Reiz haben kann.»

Auch wenn es für den Grossteil der Tourismusbranche ein erfolgreicher Sommer ist, freue man sich auf ein paar kältere Tage mit Regen. «Die Flora und Fauna aber auch die Schifffahrt hätte das Wasser dringend nötig», sagt Treichler.

Pedalos und Boote boomen

Apropos Wasser: Die Boots- und Pedaloverleiher auf dem Bodensee freuen sich über den Hitzesommer. «Das heisse Sommerwetter kommt uns sehr entgegen», sagt Rudolf Fürst von Fürst Boote in Romanshorn. «Der Sommer 2017 war sehr schlecht», sagt er. Darum sei es schwierig, die beiden Sommer zu vergleichen. «Dieses Jahr läuft es für uns auf jeden Fall deutlich besser.»

Sowohl der Verleih von Motorbooten als auch jener von Pedalos läuft beim Thurgauer Familienunternehmen sehr gut. Am kommenden Montag beginnt in der Ostschweiz wieder die Schule. «Dann werden wieder ein bisschen weniger Leute zu uns kommen», sagt Fürst.

Mineralwasser verkauft sich «hervorragend»

Ob auf dem See oder an Land: Bei der Hitze suchen die Leute vor allem eins. Abkühlung. Vielleicht mit einem Bier? «Unsere Absätze sind immer gut, wenn’s warm ist», sagt Josef Zweifel von der Brauerei Schützengarten AG in St.Gallen. Die Verkaufszahlen explodieren im Rekordsommer 2018 allerdings nicht. Die Fussball-Weltmeisterschaft habe den Brauereien diesen Sommer nicht gross eingeschenkt. Durch das frühe Ausscheiden grosser Mannschaften wie Deutschland sei die Euphorie weg gewesen. «Da haben wir unser Ziel nicht erreicht», sagt Zweifel. Bei über 30 Grad trinken die Leute gerne Bier, aber vor allem Wasser - viel Wasser. Die Mineral-Verkaufszahlen von Schützengarten seien denn auch hervorragend, sagt Josef Zweifel.

Frisco produziert rund um die Uhr Glace

Verkauft wird in diesen Tagen nicht nur viel Wasser, sondern auch Glace. «2018 ist bisher ein sehr gutes Jahr», sagt Reto Lüchinger, Leiter Marketing bei der Froneri Switzerland S.A., zu der die Glace-Marke Frisco gehört. «Wir verzeichnen sowohl im Detailhandel, als auch in den Schwimmbädern und in der Gastronomie steigende Umsätze.» Heiss begehrt im Strassenverkauf sind das Extrême Erdbeer-Cornet, das Pralinato und die Rakete. Im Detailhandel verkaufen sich die neuen Mini Extrême Cornets gut. So gut, dass das Unternehmen mit der Produktion kurzfristig nicht nachkam. Um der generell starken Nachfrage gerecht zu werden, habe man in der Produktionsstätte in Goldach in den vergangenen Wochen und Monaten enorme Anstrengungen unternommen. «Wir produzieren unter anderem dreischichtig, während 24 Stunden Glace», sagt Lüchinger. Die Verkaufszahlen liegen Ende Juli über denjenigen von 2017. Ob es für Frisco ein Rekordsommer wird, kann Lüchinger noch nicht abschätzen. Die Rechnung wird erst Ende Saison gemacht. «Derzeit stehen aber alle Zeichen gut.»

Hochbetrieb: Um der Nachfrage gerecht zu werden, produziert Frisco in der Produktionsstätte in Goldach 24 Stunden am Tag Glace. (Bild: Tagblatt-Archiv)

Hochbetrieb: Um der Nachfrage gerecht zu werden, produziert Frisco in der Produktionsstätte in Goldach 24 Stunden am Tag Glace. (Bild: Tagblatt-Archiv)

Verkaufsrenner Ventilatoren

Insbesondere in den Büros aber auch in den Wohnungen ist die Hitze momentan nur schwer auszuhalten. Ein Ventilator oder eine Klimaanlage schafft Abhilfe. Stella Zeco, Mediensprecherin von Mediamarkt Schweiz, sagt: «Mediamarkt setzte in den vergangenen Wochen im Vergleich zum Vorjahr fast die dreifache Menge an Ventilatoren und mobilen Klimageräten ab.» Diese seien den vergangenen Tagen in einigen Verkaufsstellen gar ausverkauft gewesen. Die Märkte sowie der Online-Shop erhalten heute und morgen weitere Lieferungen von Ventilatoren und mobilen Klimageräten.

Auch im Detailhandel zeigt die Verkaufskurve von Ventilatoren nach oben. Natalie Brägger, Mediensprecherin von Migros Ostschweiz, sagt: «Bei sämtlichen Ventilatoren verzeichnen wir einen Anstieg. Wir spüren, dass die Leute auch weniger Preise vergleichen als sonst. Wer einen Ventilator braucht, der kauft einen.» Ähnlich sieht es bei Coop Ostschweiz aus: «Ventilatoren und Klimageräte sind sehr gefragt», sagt Sprecherin Andrea Bergmann.

Heiss begehrt in diesen Tagen: Ventilatoren. (Bild: Reto Martin)

Heiss begehrt in diesen Tagen: Ventilatoren. (Bild: Reto Martin)

Mehr Schweiss, mehr Deodorant

«Mobile Klimageräte sowie Standventilatoren erfreuen sich besonderer Beliebtheit», sagt Zeco. Besonders bei Tischventilatoren weise Mediamarkt sehr hohe Absätze aus. Ausserdem stelle man man auch eine erhöhte Nachfrage nach Entsaftern, Wassersprudlern (Soda-Stream) sowie Bluetooth-Lautsprechern fest.

Natalie Brägger, Mediensprecherin von Migros Ostschweiz, sagt: «Im Vergleich zum Juli 2017 haben wir im Juli 2018 leicht mehr Sonnencreme verkauft.» Doch Sonnencreme ist nicht das einzige Produkt, das die Kassen klingeln lässt. «Steigen die Temperaturen, nimmt die Nachfrage nach Produkten, die für Abkühlung sorgen, zu», sagt Bergmann. «Neben kalten Getränken wie Mineralwasser erfreuen sich auch Melonen und Glace, aber auch Insektenspray und Deodorants in diesem heissen Sommer grosser Beliebtheit.»

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