Die Helden von Salez

Die Kantonspolizei St. Gallen hat an einem Anlass in Mels mehrere Personen für ihre Hilfe bei der Gewalttat von Salez ausgezeichnet. Die Helfer leisteten besonders in der Erstversorgung Unterstützung.

Patrick Baumann
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Die Kantonspolizei St. Gallen hat acht Personen für ihre Zivilcourage bei der Gewalttat von Salez gedankt. Bild: Kapo SG

Die Kantonspolizei St. Gallen hat acht Personen für ihre Zivilcourage bei der Gewalttat von Salez gedankt. Bild: Kapo SG

Acht Personen haben sich am Mittwochabend zusammen mit ihren Partnern beim Polizeistützpunkt Mels eingefunden. Nach den Begrüssungsworten von Polizeikommandant Bruno Zanga wurden sie ausgezeichnet. Ihnen wurde eine Steintafel überreicht. «Die acht Helfer haben besonders bei der Erstversorgung bis zum Eintreffen der medizinischen Versorgung mitgeholfen und auch danach noch tatkräftige Unterstützung geleistet», sagt Zanga. «Dabei haben die anwesenden Personen sehr viel Zivilcourage bewiesen. Sie sind im ersten Moment auf die Opfer zugegangen und haben sich nicht einfach abgewendet. Dafür gebührt ihnen grosser Respekt.» Hilfe organisieren, sich um die Verletzten kümmern und einem Menschen das Gefühl geben, nicht allein zu sein, könne man immer. «Dafür braucht es sicher auch keine speziellen medizinischen Kenntnisse.»

Der Weg zurück in die Normalität

Ebenfalls anwesend bei der Auszeichnung der Helfer war ein Fachmann, der die psychologischen Aspekte näher beleuchtete. Er erklärte, was in einem Menschen vorgeht, der ein traumatisierendes Erlebnis hinter sich hat, und gab Ratschläge, wie man diese verarbeiten kann. «Der Psychologe machte die Helfer auch auf mögliche Indizien aufmerksam, die darauf hindeuten können, dass man professionelle psychologische Hilfe in Anspruch nehmen sollte», sagt Zanga. Mögliche Indizien seien beispielsweise Schlafmangel, Essstörungen oder Angstzustände. Wichtig sei jetzt, dass die Helfer die traumatischen Ereignisse verarbeiten können und den Weg zurück in die Normalität finden.

Auch für Einsatzkräfte eine Belastung

Die Ereignisse von Salez waren nicht nur für die Helfer, sondern auch für die Polizistinnen und Polizisten eine Ausnahmesituation. «Für unsere Mitarbeiter bieten wir seit einigen Jahren interne psychologische Nothilfe zur Verarbeitung von belastenden Erlebnissen», sagt Zanga. Primär geschehe dies durch Kolleginnen und Kollegen mit erweiterten psychologischen Kenntnissen, sogenannten Peers. «Jeder Mitarbeitende kann sich zusätzlich an eine externe Fachberatung wenden. Eine Beratung bei externen Fachleuten empfehlen unsere Peers in schwerwiegenderen Fällen.»

Die acht Helfer, die am Mittwochabend in Mels ausgezeichnet wurden, sind Beispiele für Zivilcourage, die Polizeikommandant Zanga auch in seinem Alltag sieht. «Klar gibt es immer wieder Fälle, in denen Passanten einfach nichts tun oder gar nur zuschauen. Ich sehe aber auch sehr viele andere Beispiele von Menschen, die sich um einander kümmern und in Notsituationen Hilfe leisten», sagt Zanga. «Mein Eindruck ist, dass wir in der Ostschweiz noch eine relativ gesunde Gesellschaft haben.»