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Glosse

Die gute Seite der HSG: Grosse Skandale, pikante Redner

Die öffentlichen Vorlesungen an der Universität St.Gallen sind auch im Frühjahr 2019 ein Hochgenuss ironischer Referenzen. Unter anderem spricht der grüne Ständeratskandidat Patrick Ziltener über den Reichtum der Schweiz und SP-Präsident Max Lemmenmeier über die St.Galler Spitalgeschichte.
Marcel Elsener
Bild: Urs Bucher/TAGBLATT

Bild: Urs Bucher/TAGBLATT

Von der bösen HSG ist jüngst oft die Rede gewesen. Höchste Zeit, einmal von der guten zu sprechen. (Den bösen Zwischenruf «Gibt es die?» wollen wir überhört haben.) Die gute HSG, das ist auch in den Augen ihrer schärfsten Kritiker das wahrhaft universitäre Angebot an öffentlichen Vorlesungen. 36 Termine im Frühjahr, die Themen vielfältig und die Gäste namhaft, um nur Jonas Lüscher, Regula Stämpfli und Brigitte Boothe zu nennen. Und alles für alle mit Semesterpass für nur 20 Franken.

Ein köstliches Angebot, das der Wirtschaftsethiker Florian Wettstein organisiert und mit Überraschungen spickt. (Zwischenruf: «Aha, dafür sind die HSG-Ethiker gut?») Im Programm zwar nicht die grosse Überraschung in eigener Sache, wie Sie vielleicht denken, Peter Sester über «Das Wesen der Spesen» oder Johannes Rüegg-Stürm über «Die gute Aufsicht gut geführter Gutbanken» – diese Auftritte sind der Fasnacht überlassen. Aber dass ein anderer (nicht forschungsbeurlaubter) Inhouse-Prof, Caspar Hirschi, grosse Skandalgeschichten von Marie Antoinette bis Harvey Weinstein erzählt, ist nach der Skandälchen-Serie auf dem Rosenberg sicher kein Zufall.

In der Krise gefordert, spielt die Politik bei den Vorlesungen eine Hauptrolle. Es spricht nicht Stefan Kölliker über sein Lieblingsthema «Wie ich die HSG zur Vorbilduni machte». Jedoch, ernsthaft, der HSG-Chefkritiker im Kantonsrat, Max Lemmenmeier – ganz unverdächtig zur St. Galler Spitalgeschichte. Und Ständeratskandidat Patrick Ziltener erklärt leider erst ab Ende April «Wie die Schweiz reich wurde», beim Untertitel «Krisen, glückliche Umstände & Trittbrettfahren» denkt man an die nichtgrünen Kandidaten. Und wie deren Vorlesung hiesse. Beni Würth: «Fleisch gewordene Mitte» (mit Co-­Redner Stefan Millius). Susanne Vincenz-Stauffacher: «Die Frau im Freisinn – dank und nach KKS». Mike Egger: «Schlachthof Rheintal. SVP-Metzgete mit CVP-Innereien». Tolle Wahlkampf-Fantasien an der HSG! Da kann man nur weitere Vorlesungen und einen zweiten Wahlgang wünschen. (mel)

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