Die grösste Schweizerfahne der Welt hängt am Säntis

SCHWÄGALP. Ein Berg zeigt Flagge: Zum 80. Geburtstag der Säntis-Schwebebahn wird am Freitag die grösste Schweizerfahne der Welt am Säntis prangen - sofern das Wetter den Organisatoren keinen Strich durch die Rechnung macht.

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Hier wird die Fahne zusammen genäht. (Bild: pd)

Hier wird die Fahne zusammen genäht. (Bild: pd)

Das erste und bisher einzige Mal war es ein kurzes Spektakel. Als die grösste Schweizerfahne der Welt vor sechs Jahren zum Nationalfeiertag aufgehängt wurde, hat eine Windböe die Fahne kurz danach zerrissen. Zurück blieben Fetzen. Damit es dieses Jahr schon gar nicht so weit kommt, hat man einen hochwertigeren Stoff verwendet, sagt Andreas Marty, Marketing-Leiter bei der Säntis-Schwebebahn AG. "Wir verwenden den gleichen Stoff, der bei Heissluftballonen zum Einsatz kommt." Doch auch damit könnte das Wetter zum Problem werden. "Wenn es stürmt, entrollen wir die Fahne nicht", sagt er. Zu gross wäre das Risiko.

Bei Wetterglück jedoch wird Fahnen-Götti und Hackbrettspieler Nicolas Senn diesen Freitag den Startschuss zum Entrollen der Fahne geben. Das Stück, das weltweit grösste seiner Art, misst 80 mal 80 Meter und ist mit 6400 Quadratmetern zwar kleiner als sein Vorgänger aus dem Jahr 2009, doch immer noch gut so gross wie 25 Tennisfelder.

Eine 700 Kilogramm schwere, "lange Wurst"
Derzeit liegt die Fahne auf der Schwägalp, bereit für ihren Transport nach oben. Als "lange Wurst", wie Marty die Fahne bezeichnet, wird sie auf den Berg gebracht. Für Transport und Montage rechnet Marty mit zwei bis drei Stunden. 600 Arbeitsstunden seien bisher in die 700 Kilogramm schwere Fahne investiert worden. Wann die Fahne genau montiert wird, ist nicht klar. "Irgendwann im Verlauf der Woche, wenn es windstill ist und nicht in Strömen regnet." Um dem Tagesbetrieb am Säntis nicht in die Quere zu kommen, wird die Fahne nach Betriebsschluss nach oben gebracht. Hängen bleiben soll sie bis am 2. oder 3. August - auch diese Entscheidung wird vom Wetter abhängig gemacht.

Hier wird die Fahne zusammen genäht. (Bild: pd)

Hier wird die Fahne zusammen genäht. (Bild: pd)

60'000 Meter Faden
Genäht wurde die Fahne in den Ateliers der Firma Heimgartner Fahnen AG aus Wil, der Stoff stammt von der Meyer-Mayor AG aus Neu St.Johann. Drei Näherinnen musste in Reihe arbeiten, um die insgesamt 53 Vertikalnähte zusammen zu nähen. Nötig waren dafür nicht weniger als 60'000 Meter Faden.

Läuft alles nach Plan und wird die Fahne nicht wieder vom Wind zerrissen, soll sie auch in den kommenden Jahren während des Nationalfeiertags am Säntis hängen. Deshalb gibt es die Möglichkeit, sich als Patin oder Pate finanziell am Projekt zu beteiligen. (jmw)