Die Goldmünze des französischen Königs lag über Jahrzehnte unbemerkt im Acker

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Der St. Galler «Louis d’or» hat seinen Bestimmungsort gefunden. Wie die Kantonsarchäologie gestern mitteilte, ist die Goldmünze nun in ihrem Besitz. Gefunden hat sie zwar der Hobby-Sondierer Beat Tanner*, allerdings gehören Fundstücke von wissenschaftlicher Bedeutung dem Kanton. Welchen Wert die Münze hat, lasse sich nicht mit Sicherheit bestimmen, sagt die stellvertretende Kantonsarchäologin Regula Steinhauser. Die 590 Franken, die der Käufer dem Finder bezahlt hat, seien aufgrund des Zustandes der Münze aber etwas hoch bemessen. Ein grösserer Riss ist wahrscheinlich auf Beschädigungen bei der Ausgrabung zurückzuführen. Die vielen kleineren Kratzer deuten auf eine unsachgemässe Reinigung hin. Die Münze besteht aus 22-karätigem Gold und wiegt etwas mehr als 8 Gramm. Laut dem Communiqué der St. Galler Kantonsarchäologie wurde der «Louis d’or» 1738 in Paris geprägt – während der Amtszeit des Königs Louis XV. Französische Goldmünzen gehörten im 17. und 18. Jahrhundert zu den wichtigsten hochwertigen Münzen in der Schweiz. Der Gesamtwert entsprach umgerechnet etwa dem Sold eines Pariser Gardesoldaten während vier Monaten Dienstzeit. «Louis d’ors» mit eindeutig bekannten Fundorten sind gesamtschweizerisch äusserst selten. Bisher waren nur drei Exemplare bekannt, weshalb dieser Fund im Kanton St. Gallen von sehr hohem wissenschaftlichem Interesse ist. (hrt)