Die Gäste im Sturm erobert

Das Restaurant Muggensturm bei Bischofszell ist ein prächtiger Riegelbau mit einem ebenso prächtigen Garten mit altem Baumbestand. Wenn man von der Unterstadt Richtung Niederhelfenschwil/Schweizersholz fährt, ist das Haus auf der rechten Strassenseite kaum zu übersehen (mit Postauto-Haltestelle). Auch...

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Das Restaurant Muggensturm bei Bischofszell ist ein prächtiger Riegelbau mit einem ebenso prächtigen Garten mit altem Baumbestand. Wenn man von der Unterstadt Richtung Niederhelfenschwil/Schweizersholz fährt, ist das Haus auf der rechten Strassenseite kaum zu übersehen (mit Postauto-Haltestelle). Auch die Gaststube – mit ihrem alten Holz eine der schönsten der Region – verströmt historischen Charme. Immerhin ist hier seit 200 Jahren ein Restaurant nachgewiesen.

Der Name «Muggensturm», so nimmt man an, war einmal ein Familienname; als Ortsbezeichnung gibts es ihn seit 800 Jahren. Jedenfalls soll er nichts mit Mücken zu tun haben – beruhigend, wenn man im Sommer im Garten essen kann. Dort befindet sich ein Kleinod, eine Art Gartenhäuschen in ländlichem Barockstil. Darin können auf Voranmeldung zwei bis vier Personen tafeln.

So schön das Restaurant ist, so gut ist die Küche, die Monika und Paul Zünd-Keller pflegen, die hier seit dem Frühling wirten. Nach dem unglücklichen Intermezzo der Vorgängerin und einem Besitzerwechsel geht es mit dem «Muggensturm» mit dem jungen Wirtepaar wieder aufwärts. Das Paar hat, bevor es hierher wechselte, während zweieinhalb Jahren erfolgreich das Restaurant Landbau in Winden geführt. Monika Zünd-Keller ist als gelernter Koch für die Küche zuständig, ihr Mann, der die Hotelfachschule Luzern besucht hat, kümmert sich um Weinkeller, Service und Administration. Die beiden gehen engagiert zur Sache, in der Küche werden auch Lehrlinge ausgebildet.

Attraktive Speisekarte

Der eigene Anspruch: eine gehobene, ehrliche Küche zu vernünftigen Preisen. Dieser Anspruch wurde bei unserem Besuch in kleiner Gesellschaft eingelöst. Zur Vorspeise gabs ein Tartar, serviert im Salatnest an Balsamicodressing (17.50), Monis Sommergruss (Appenzeller Ziegenkäse auf Rucolasalat mit allerlei Zugaben, etwa hausgemachten Grissini; 17.50) und ein Artischockenrisotto mit mediterranem Gemüse (16.50). Einen der Hauptgänge bildeten die Spaghetti Muggensturm mit Lammentrecotewürfeln, ein «Renner» des Hauses (25.–). Aber auch die mit Frischkäse gefüllten Kalbsröllchen im Rohschinkenmantel auf einem Blütenrisotto und Gemüse mundeten köstlich (38.–), ebenso die gebratene Perlhuhnbrust mit selbst eingemachten Carciofine, serviert mit hausgemachten Tagliarini (34.–).

Kreative Küche

Die Küchenchefin lässt sich von verschiedenen Küchen inspirieren, vor allem aber von der italienischen. Das gibt oft bunte Teller – gelegentlich sogar mit Blüten verziert –, ohne jedoch die heikle Grenze zum «des Guten zu viel» zu überschreiten. Kreativität beweist sie auch mit den Desserts, etwa mit einem Erdbeer-Kokosmilch-Zitronengras-Parfait auf einem Potpourri aus Ananas, die sie wie vieles andere selbst einmacht (12.–). Und immer noch eine Verführung: die berühmten hausgemachten Crèmeschnitten (mit marinierten Erdbeeren 9.50).

Das attraktive Angebot der Speisekarte wird adäquat ergänzt durch die Auswahl der (ausschliesslich europäischen) Weine, dies auch bei den wechselnden Weinempfehlungen im Offenausschank. Auch hier stimmt das Preis-Genuss-Verhältnis.

Unser Eindruck: Der «Muggensturm» ist eine Adresse, wo die Gäste für die Fahrt aufs Land auf das Köstlichste entschädigt werden. (ub)


Visitenkarte

Muggensturm, Bischofszell

Thurfeldstr. 16, 9220 Bischofszell, P. und M. Zünd-Keller, Tel. 071 422 12 47, info@restaurant-muggensturm.ch, www.muggensturm.ch

Öffnungszeiten: Mi–Fr 11–14/17–23.30 Uhr (Sommer bei schönem Wetter durchgehend), Sa 11–23.30 Uhr, So 11–22 Uhr. Mo/Di Ruhetag

Karte: Mi–Fr auch Tagesteller (18.50/24.50) und Businesslunch (35.–), kleine Karte (nachmittags), Kinderkarte.

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