Kommentar

Die FDP startet mit einer Spitze gegen Benedikt Würth in den Wahlkampf

Der St.Galler Freisinn will seinen Ständeratssitz mit Susanne Vincenz-Stauffacher verteidigen. Ein offensichtlich taktischer Schachzug.

Regula Weik
Drucken
Teilen
Regula Weik (Bild: Ralph Ribi)

Regula Weik (Bild: Ralph Ribi)

Durch den St.Galler Freisinn scheint ein Ruck zu gehen. Erstmals steigt die Partei mit einer Frauenliste in die Nationalratswahlen. Schon im März will sie mit Susanne Vincenz-Stauffacher in der Ständeratsersatzwahl reüssieren.

Dank Erika Forster und Karin Keller-Sutter sei ein St.Galler Ständeratssitz lange in freisinniger Frauenhand gewesen. Daran soll sich nichts ändern – damit die St.Galler Frauen im Stöckli eine Stimme hätten, lässt sich die Partei vernehmen. Ungewohnte Töne – und offensichtlich ein taktischer Schachzug angesichts der starken männlichen Gegnerschaft.

Denn die Verteidigung des Ständeratssitzes wird für die FDP kein Spaziergang. Das Geschlecht allein wird dieses Rennen nicht entscheiden; die Frauensolidarität geht selten über die politischen Lager hinaus. Susanne Vincenz-Stauffacher ist zudem politisch ein unbeschriebenes Blatt. Die CVP tritt dagegen mit Schwergewicht Benedikt Würth an, die SVP dürfte ebenfalls auf einen bekannten Namen setzen.

Das wissen auch die Freisinnigen. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass sie die Unabhängigkeit ihrer Kandidatin betonen. Sie werde die Anliegen der Menschen einbringen und nicht nur jene der kantonalen Behörden. Das ist eine klare Spitze gegen Würth – und eine Ansage: Die FDP gibt sich noch nicht geschlagen.