Die Fasnacht steht auf wackligen Beinen - Ostschweizer Organisatoren planen dennoch

In Basel und Luzern findet die Fasnacht in abgespeckter Form statt. In der Ostschweiz planen die einen ihre Fasnacht, als gäbe es keine Krise, die anderen haben mit den Vorbereitungen noch gar nicht begonnen.

Elias Hostettler
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Bei den Fasnachtsvorbereitungen für 2021 herrscht viel Ungewissheit.

Bei den Fasnachtsvorbereitungen für 2021 herrscht viel Ungewissheit.

Bild: Ralph Ribi

In Olten ist sie abgesagt, in Basel und Luzern findet die nächste Fasnacht in abgespeckter Form statt, wie seit dieser Woche bekannt ist. Nach monatelangen Vorbereitungen wurden bereits in diesem Jahr unzählige Fasnachtsaktivitäten kurzfristig abgesagt. Auch 2021 wird das Coronavirus einen grossen Einfluss auf die Durchführung der Fasnachtsfeiern im ganzen Land haben.

Die Organisatoren der Ostschweizer Fasnachtsveranstaltungen nehmen in diesen Tagen die Vorbereitungen auf. Dabei stellt sich die Frage, ob die Events überhaupt stattfinden werden, und wenn ja, in welcher Form.

«Wir planen, als gäbe es die Krise gar nicht»

Er warte auf die letzten Mitteilungen des Kantons zu den Schutzmassnahmen, die in den nächsten Wochen eintreffen sollen, sagt Alex Zenhäusern, der OK-Präsident der Altstätter Röllelibutzen. Weiter sagt er:

«Die Fasnacht wird in Altstätten in irgendeiner Form stattfinden.»

Das Komitee treffe sich im September mit den Vereinen und Veranstaltern, um sich auszutauschen. «Das Röllelibutzen-Komitee plant für 2021, als gäbe es die Krise gar nicht», sagt Zenhäusern.

«Die Events werden wie gewohnt komplett durchgeplant. Im Februar werden dann den Vorgaben entsprechend die machbaren Punkte aussortiert.»

Ende Oktober würden erste Vorentscheidungen zur konkreten Durchführung kommuniziert, damit die Vereine sich vorbereiten könnten. Das Komitee sei im ständigen Austausch mit der Stadt Altstätten betreffend der Schutzvorschriften. Die Stadt unterstütze eine mögliche Durchführung, sofern diese machbar sei.

Einstimmiger Entscheid für Absage

Der alle drei Jahre stattfindende «Groppenumzug» im thurgauischen Ermatingen ist hingegen definitiv abgesagt. Am Dienstag habe man sich einstimmig für eine Verschiebung auf das Jahr 2022 ausgesprochen, sagt Rico Turnheer vom Ermatinger Gruppenkomitee.

Der alljährliche Familienumzug aber soll stattfinden, in kleinerer und angepasster Form. Die «späteste Fasnacht der Welt», die jeweils Mitte März durchgeführt wird, war dieses Jahr vollständig abgesagt worden. Turnheer sagt:

«Einen kompletten Ausfall wie 2020 gilt es, abzuwenden. Wir wollen zumindest einen Teil retten.»

Mit den entsprechenden Schutzmassnahmen rechne man auch mit der Durchführung der Saalfasnacht. Dafür sei das Komitee momentan auf der Suche nach kreativen Ideen.

Noch immer zahlreiche Unklarheiten

In Frauenfeld sind die Verantwortlichen darum bemüht, eine Fasnacht durchzuführen. Wie und in welcher Form, sei jedoch noch unklar.

Die St. Galler Fasnachtsgesellschaft will voreiliges Handeln vermeiden. Solange die Rahmenbedingungen noch derart unklar seien, mache die Vorbereitung keinen Sinn. Ebenso sind in Herisau die Vorbereitungen noch nicht weit fortgeschritten. Roger Schläpfer, seit diesem Sommer Vorsteher der Gidiokommission, sagt:

«Es ist bei uns Tradition, dass wir den Fasnachtsbrauch «Gidio Hosestoss» in Herisau ziemlich kurzfristig organisieren.»

Bis zur ersten Sitzung im Januar beobachte man die Entwicklung der Lage. Ob Gidio Hosestoss, welcher der Legende nach an einem Leckerli erstickt ist, auch 2021 mit dem traditionellen Kinderumzug zu Grabe getragen wird, werde erst kurzfristig bekanntgegeben.