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Die EU verteidigt – allein

Die Menschen interessieren sich nicht für die Europäische Union, jedenfalls nicht für deren Politik. Daher soll die EU bei neuen Mitgliedern nur noch auf die Wirtschaftsleistung schauen und nicht mehr auf deren politisches System.

Die Menschen interessieren sich nicht für die Europäische Union, jedenfalls nicht für deren Politik. Daher soll die EU bei neuen Mitgliedern nur noch auf die Wirtschaftsleistung schauen und nicht mehr auf deren politisches System. Lukas Haffert schüttelt den Kopf und macht sich letzte Notizen, er muss gleich beweisen, dass die EU noch mehr zusammenhält als nur schnöde Wirtschaft. Der 22jährige Master-Student aus St. Gallen sitzt in der Vrijen Universität Amsterdam, bei den europäischen Debattiermeisterschaften.

Aus ganz Europa, Israel und der Türkei sind 200 Teams angereist, um den Europameister im Wortsport zu küren. Die Regeln sind einfach: Zwei Seiten stehen sich gegenüber und müssen die zugeloste Position verteidigen. Den Gewinner kürt eine Jury.

Lukas Haffert sitzt in der Opposition und zerlegt nun die Regierung. Seine, Hafferts, grösste Sorge sind jedoch nicht seine Gegner und deren Argumente, sondern seine Teampartnerin Viola Lutz.

Das Bahnchaos in Deutschland beschert ihr eine Verspätung von einem halben Tag, deswegen muss Haffert die EU allein verteidigen. Am Ende gewinnt er gar die Debatte. Leider werden ihm die Punkte nicht anerkannt: Die Regeln schreiben einen zweiten Teampartner vor. Viola Lutz ist inzwischen eingetroffen, gemeinsam bereiten sie sich nun auf die nächste Runde vor. Dort treffen sie auf Oxford.

Das Team bringt in zwei Reden zwölf Argumente unter: «Wir schaffen zwei, höchstens drei pro Rede», sagt Haffert. Ein Argument besteht nicht nur aus einer Behauptung, sondern auch noch aus einer Begründung und einem Beispiel. «Die Oxforder debattieren einfach mehr als wir,» sagt Viola Lutz.

Nach zwei Tagen und acht Debatten reicht es nicht für St. Gallen. Das Team verpasst den Viertelfinal. Es gewinnt das Team Kings Inn aus Dublin .

Hätte Lukas Haffert es vielleicht ohne Partnerin geschafft? Er lacht: «Acht Debatten in zwei Tagen, allein, nein, ohne Viola hätte man mich einliefern müssen.» Mathias Hamann

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