Übersicht über die St.Galler Abfallberge: Rheintaler produzieren am wenigsten Kehricht im Kanton

Deutlich mehr Bioabfälle, immer weniger Papier, kaum mehr Alteisen – und markante regionale Unterschiede: Eine Übersicht über die Abfallberge im Kanton St.Gallen.

Andri Rostetter
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Die gute Nachricht zuerst: Trotz Bevölkerungswachstums ist die Gesamtmenge der Siedlungsabfälle im Kanton St.Gallen seit 2008 nahezu unverändert geblieben. Pro Einwohner und Jahr fallen heute im Kanton rund 190 Kilogramm Kehricht an. Damit liegen die St.Galler unter dem Schweizer Durchschnitt von 210 Kilogramm. Die Rheintaler produzieren mit 163 Kilogramm pro Einwohner die geringsten Abfallmengen im Kanton. Am meisten Kehricht kommt in der Stadt St.Gallen, in Werdenberg und Sargans zusammen – knapp über 220 Kilogramm pro Einwohner. Rund die Hälfte aller Siedlungsabfälle landet im Recycling. Die Unterschiede sind allerdings markant. Im Sarganserland, Werdenberg und Toggenburg werden 6 bis 10 Kilogramm Eisen pro Einwohner und Jahr gesammelt, in den übrigen Regionen nur 1 bis 3 Kilogramm. Bei Papier liegen das Toggenburg und das Rheintal am Ende der Sammler-Skala. Übrigens: 1975 führte die Stadt St.Gallen als erste Schweizer Gemeinde den Gebührensack ein. Ein 35-Liter-Sack kostete damals noch 35 Rappen. Eine Studie des Bundes zeigte, dass die Kehrichtmenge nach Einführung der Sackgebühr im Schnitt um 30 Prozent abgenommen hat. Gleichzeitig stieg die Menge an Glas, PET, Alu, Papier oder Batterien um den gleichen Anteil.

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Kehricht

Nachdem die Sackgebühr im Jahr 2008 auch in den letzten St.Galler Gemeinden eingeführt wurde, sind die Kehrichtmengen deutlich gesunken. Pro Einwohner und Jahr fallen heute 193 Kilogramm Kehricht an. Im Jahr 2016 füllte jeder Einwohner im Durchschnitt 35 Kehrichtsäcke à 35 Liter.

Papier und Karton

Die Sammelmenge von Papier und Karton nahm zwischen 1992 und 2008 fast jedes Jahr zu. Seither hat sich die Menge wieder verringert und lag im Jahr 2016 noch bei 26000 Tonnen. Diese Abnahme ist mit der Digitalisierung erklärbar. Insbesondere wegen des Rückgangs der klassischen Printmedien fällt in den Haushalten immer weniger Altpapier an. Im Jahr 2016 gab jeder Einwohner im Durchschnitt 146 Zeitungen à 350 Gramm in die Altpapiersammlung.

Altglas

Die Altglasmenge ist bis zum Jahr 2010 trotz der Verbreitung von PET-Getränkeflaschen stetig gewachsen. Seither lässt sich ein leicht sinkender Trend beobachten. Im Jahr 2016 sind 13400 Tonnen Altglas angefallen. Im Jahr 2016 warf jeder Einwohner durchschnittlich 46 leere 7,5-dl-Weinflaschen à 575 Gramm weg.

Biogene Abfälle

Die Menge der gesammelten biogenen Abfälle im Kanton St. Gallen blieb 2016 mit 42000 Tonnen auf dem gleichen Niveau wie 2014. Die Sammelmenge pro Einwohner ist mit 83 Kilogramm pro Jahr leicht gesunken. Jeder Einwohner warf im Durchschnitt Bio-Abfall in der Menge von 415 Bananen à 200 Gramm in die Grünabfuhr.

Altmetall

Die heute gesammelten Altmetallmengen liegen deutlich tiefer als noch vor zehn Jahren. Im Jahr 2016 wurden 2100 Tonnen Altmetall gesammelt, was etwa 4 Kilogramm pro Einwohner entspricht. Pro Jahr entsorgt jeder Einwohner Altmetall in der Menge von zwei Spaghettipfannen à 2,1 Kilogramm.