Die Bodenseeregion in Zahlen: Immer mehr Bewohner, immer weniger Arbeitslose

Die Bevölkerung der internationalen Bodenseeregion wächst. Allgemein zeigt sich eine niedrige Arbeitslosenquote rund um den See. Der Tourismus boomt auf der deutschen Seite und stagniert in der Schweiz.

Georg Wex
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Über 258 Milliarden Euro und damit etwa sechs Prozent des Bruttoinlandprodukts der vier Staaten in der Grenzregion werden jährlich um den Bodensee erwirtschaftet. Hier ein Blick über den Überlinger See (links) zum Obersee und auf den Untersee (rechts). (Bild: Achim Mende)

Über 258 Milliarden Euro und damit etwa sechs Prozent des Bruttoinlandprodukts der vier Staaten in der Grenzregion werden jährlich um den Bodensee erwirtschaftet. Hier ein Blick über den Überlinger See (links) zum Obersee und auf den Untersee (rechts). (Bild: Achim Mende)

  • 4,05 Millionen Menschen leben in der Bodenseeregion
  • 2% arbeiten in der Landwirtschaft
  • 55'715 Menschen sind als arbeitslos registriert
  • 2,2 Millionen Erwerbstätige gibt es in der internationalen Bodenseeregion
  • 20'000 Menschen pendeln zum Arbeiten von Deutschland in die Schweiz

Wie viele Menschen leben eigentlich in der Bodenseeregion? Wie viele Erwerbstätige gibt es und wie viele Arbeitslose? Wie entwickelt sich der Tourismus? Auf diese Fragen geben die Zahlen der Statistikplattform Bodensee Antworten. Die Statistikplattform ist eine Arbeitsgruppe der Kommission Wirtschaft der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) und hat ihren Sitz bei der Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallen.

Bevölkerung

Rund 4,05 Millionen Menschen leben in der Bodenseeregion, davon 1,21 Millionen auf deutschem Gebiet, 2,41 Millionen in der Schweiz, rund 390'000 in Vorarlberg und 38'000 in Liechtenstein – Tendenz leicht steigend, in der Schweiz sogar von etwa einem Prozent im Jahr. Das grösste Wachstum hat der Kanton Thurgau, berichtet Lutz Benson, Geschäftsführer der Statistikplattform. Ursache sind vor allem interkantonale Wanderungen. Der Anteil der über 64-Jährigen beträgt insgesamt 18,3 Prozent, der unter 20-Jährigen insgesamt 20 Prozent. Am dichtesten besiedelt sind die Stadt Kempten mit 1101,6 Menschen und der Kanton Zürich mit 916,9 Menschen pro Quadratkilometer der produktiven Fläche. Am schwächsten besiedelt ist der Kreis Sigmaringen mit 109,7 Menschen pro Quadratkilometer der produktiven Fläche.

Arbeit

Rund 2,2 Millionen Erwerbstätige gibt es in der internationalen Bodenseeregion. Im letztgenannten Erhebungsjahr 2015 arbeiteten davon 73 Prozent im Dienstleistungssektor, 25 Prozent im produzierenden Gewerbe und in der Landwirtschaft rund zwei Prozent.

Arbeitslosigkeit

Nach dem September-Bericht des Arbeitsmarktmonitorings waren 55'715 Menschen bei den Arbeitsmarktbehörden in der internationalen Bodenseeregion als arbeitslos registriert. Seit 2017 sinken die absoluten Arbeitslosenzahlen. Insgesamt haben sich diese laut Newsletter der Statistikplattform gegenüber dem Monat September vor fünf Jahren um 16 Prozent vermindert. Der Anteil der Frauen beträgt 47,5 Prozent, der Anteil der Ausländer liegt bei 37,8 Prozent. 30,1 Prozent aller registrierten Arbeitslosen in der Bodenseeregion sind 50 Jahre oder älter. Die Arbeitslosenquoten liegen in der deutschen Region 2,4 und in der österreichischen Region 1,8 Prozentpunkte tiefer als in den jeweiligen Staaten mit fünf beziehungsweise 6,9 Prozent. In der Schweizer Bodenseeregion liegt sie bei 2,2 Prozent (Gesamtschweiz 2,4 Prozent) und in Liechtenstein bei 1,5 Prozent.

Pendler

Arbeitspendler, sogenannte Grenzgänger, gibt es vor allem von Deutschland in Richtung Schweiz sowie von Vorarlberg und der Schweiz in Richtung Liechtenstein. Nach Zahlen von 2016 gab es 20'000 Grenzgänger von Deutschland in die Schweiz, umgekehrt nur 600. Von Österreich pendelten 7500 Menschen in die Schweiz, umgekehrt praktisch keine. 20'000 Grenzgänger gibt es von Österreich, der Schweiz sowie in sehr geringem Umfang auch aus Deutschland nach Liechtenstein. Das sind rund die Hälfte aller Erwerbstätigen im Fürstentum. Die Zahl der Arbeitspendler zwischen Vorarlberg und der deutschen Bodenseeregion ist nach Angaben der Statistikplattform Bodensee mit 4900 Menschen eher gering.

Tourismus

Der Tourismus boomt auf deutscher Seite und stagniert in der Schweiz. 2016 wurden 20,3 Millionen Gästeübernachtungen in Hotelleriebetrieben ab zehn Betten gezählt. Das ist ein Plus von 3,6 Prozent. Prozentual verteilen sich diese zu 40 Prozent auf die deutschen Landkreise, 33 Prozent auf die Schweizer Kantone, 26 Prozent auf Vorarlberg und unter ein Prozent auf Liechtenstein. Spitzenreiter in Deutschland ist der Landkreis Oberallgäu mit 923456 Übernachtungen, gefolgt vom Bodenseekreis mit 792'453 und dem Kreis Konstanz mit 652'169. In der Schweiz liegt der Kanton Zürich vorne: 2,97 Millionen Übernachtungen. Vorarlberg kommt auf 1,62 Millionen Nächte.

Statistikplattform für die Bodenseeregion

Seit 2004 werden die Daten der Bodenseeregion grenzüberschreitend zentral gesammelt. Erhoben werden Daten zu Flächen, Bevölkerung, Beschäftigung, Wirtschaft und Tourismus.
Georg Wex