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Die Bierpreis-Erhöhung im Kybunpark erzürnt die Fans – dabei bewegt sich der FCSG im Schweizer Mittelfeld

In der neuen Saison kosten vier Deziliter Bier im Kybunpark 50 Rappen mehr – 6 Franken statt wie bis anhin 5.50 Franken. Was viele Fans auf die Palme bringt, ist im nationalen Vergleich aber keine Abzockerei: Am günstigsten ist das Bier im Tourbillon, am teuersten in Genf und Lugano.
Luca Ghiselli
Fans des FC St.Gallen müssen in der neuen Saison für ein Bier tiefer in die Tasche greifen. (Bild: Urs Jaudas)

Fans des FC St.Gallen müssen in der neuen Saison für ein Bier tiefer in die Tasche greifen. (Bild: Urs Jaudas)

Das kühle Blonde gehört zum Fussball, ob's einem nun gefällt oder nicht. Diese Tatsache wird spätestens immer dann von neuem bestätigt, wenn die Fussball-Clubs an der Bierpreis-Schraube drehen. Die Nachricht, dass das Bier bei Heimspielen des FC St.Gallen in der neuen Saison 50 Rappen teurer wird, hat die Wogen im Fan-Forum und den sozialen Medien hochgehen lassen. Überzogen sei das, war verschiedenenorts zu lesen. «Viel zu teuer», «Gangster», «Abzocke»: Die grün-weissen Anhänger hielten sich mit Kritik nicht zurück.

Vereinzelt gab es auch Stimmen, welche die Preiserhöhung teilweise rechtfertigten. So schreibt Facebook-Userin Nadine Looser: «Die Preiserhöhung mag schmerzen, ist aber auch nachvollziehbar. Immerhin bleibt die Füllmenge dieselbe. Allerdings sollte das Bier dann immer frisch gezapft sein und nicht seit der Türöffnung rumstehen.»

Viele FCSG-Fans hauen in die selbe Kerbe: «Wenn das Catering auch besser wird, ist mir der Aufpreis egal!» und: «Ein frisch gezapftes Edelspez dürfte das schon kosten, ein abgestandenes Lager-Pfützchen – oder ein Light-Bier ohne Deklaration aber nicht.» Ein FCSG-Anhänger schreibt im Fan-Forum: «Natürlich hat alles seine Grenzen, aber 6 Franken für ein Bier erachte ich noch nicht als Wucher, sondern einfach als teuer. In meinen Augen steht das noch in einem Verhältnis...»

FCSG begründet Erhöhung mit teureren Einkaufspreisen

Der Grundtenor unter den Fans: Wenn die Preiserhöhung dem Club zugute kommt, zahle man gerne auch 50 Rappen mehr. Wenn der zusätzliche Umsatz aber dem Caterer in die Kasse gespült wird, nicht. Fakt ist: Die Preiserhöhung kommt offiziell niemandem zugute, da mit der Anpassung auf höhere Einkaufspreise reagiert wurde, wie Ivo Forster, CEO der FC St.Gallen Event AG, am Montag gegenüber dem «Tagblatt» sagte. Fakt ist aber auch, dass die Egger Catering GmbH keine Pacht im Kybunpark zahlt, dafür aber den Club am Umsatz beteiligt. Steigt der Umsatz, profitieren also beide. Wieviel Prozent des Catering-Umsatzes in die Club-Kassen fliesst, darüber schweigen sich alle Beteiligten beharrlich aus.

In Neuchâtel gibt's das günstigste Bier der Liga

Ein Blick in die anderen neun Super-League-Stadien zeigt indes: Der Vorwurf der Abzocke ist schnell entkräftet. Der FC St.Gallen bewegt sich mit seinen Bierpreisen nämlich im nationalen Mittelfeld – selbst nach der Preiserhöhung um 50 Rappen. Günstiger sind 4 dl Bier nämlich nur in Sion, Neuchâtel und Luzern. Die Walliser sind seit Jahren die Bier-Tiefpreisinsel der Super League und bieten es für vier Franken an. Auf der Maladière kosten vier Deziliter fünf Franken, in der Luzerner Swissporarena 5,50 Franken – wie bis anhin in St.Gallen.

Im Mittelfeld mit 6 Franken pro 0,4 Liter Bier sind gleich mehrere Clubs, darunter alle Grossen. Sowohl im Letzigrund als auch im St.Jakob-Park und im Stade de Suisse kostet das Bier 6 Franken. Auch in der Thuner Stockhorn Arena müssen die Fans 6 Franken für ein Bier berappen. Die Vereine hatten im Januar 2018, wenige Tage vor dem Start in die Rückrunde, die Preise nach oben korrigiert – und diesen Schritt mit der Erhöhung des Bierpreises im Sommer davor begründet. In Zürich, Basel und Bern schäumten die Fans damals wegen der Preiserhöhung um 50 Rappen.

Genf und Lugano sind die Hochpreisinseln

Es geht aber noch teurer. Aufsteiger Servette und der FC Lugano verlangen für 0,3 Liter Bier stolze fünf Franken. Hochgerechnet auf 4 Deziliter sind das Stade de Genève und das Stadio Cornaredo damit die Super-League-Stadien mit den höchsten Bierpreisen.

Wenn der FC St.Gallen am Samstagabend gegen den FC Luzern zuhause in die neue Saison startet, trinken seine Fans also teures Bier – aber nicht das teuerste der Liga.

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