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Kanti Wattwil: «Die Argumentation der St. Galler Regierung ist absurd»

Politiker aus dem Linthgebiet entfachen erneut die Standortdiskussion um die Kantonsschule Wattwil. Die Regierung hält nichts davon. Die Kantonsräte reagieren geharnischt.
Regula Weik
Nur 26 Prozent der Schüler an der Kanti Wattwil sind aus dem Toggenburg. (Bild: Michel Canonica)

Nur 26 Prozent der Schüler an der Kanti Wattwil sind aus dem Toggenburg. (Bild: Michel Canonica)

Die Kanti Wattwil erhält einen Neubau, das Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg wird saniert und erweitert. So will es die St. Galler Regierung. 108 Millionen Franken will sie in den Bildungsstandort Wattwil stecken. Im ersten Halbjahr 2019 soll das Kantonsparlament die Campus-Vorlage beraten, im Herbst dann das Stimmvolk darüber entscheiden. Allerhöchste Zeit auf die Bremse zu treten, sagten sich Peter Göldi (CVP), Yvonne Suter (CVP) und Thomas Rüegg (FDP) und lancierten einen politischen Vorstoss. Zentrales Anliegen der drei Mitglieder des Kantonsparlaments: Das Linthgebiet soll bei der Mittelschulbildung im Kanton nicht aussen vor bleiben. Die Regierung, so ihr Vorwurf, habe sich schon früh auf das Toggenburg fixiert und sich bislang nie für eine Zwei-Standorte-Lösung eingesetzt. Anstelle einer Gross-Kanti im Toggenburg sollen zwei Schulen für je 350 bis 450 Schülerinnen und Schüler geführt werden, lautet denn auch der Vorschlag der drei Kantonsräte. Die bisherige Kanti in Wattwil könnte bestehen bleiben, in Rapperswil-Jona ein Neubau erstellt werden.

Die demografische Entwicklung spreche klar für ein Mittelschulangebot in der Region Zürichsee-Linth. 74 Prozent der Schüler an der Kanti Wattwil stammten aus dem Linthgebiet, 26 Prozent aus dem Toggenburg. Und auch die erwartete, leichte Zunahme der Schülerzahlen bis 2030 gehe primär auf das Bevölkerungswachstum in der Region See-Gaster zurück. Dagegen basiere die von der Regierung ins Feld geführte Schüler-Zuwachsrate im Toggenburg «allein auf Hoffnung und Wunschdenken». Dass sie damit die Demografie bekämpfen wolle, sei «absurd».

«Eine Neubeurteilung ist nicht erforderlich»

Die Regierung will von einer Aufsplittung der Kanti Wattwil nichts wissen. Zwei Standorte brächten «erhebliche Nachteile», sagt sie und führt dafür pädagogische wie finanzielle Argumente ins Feld. Ein kontinuierliches Fächerangebot, insbesondere auch bei den Freifächern, sei bei derart kleinen Schulen – wie sie bei zwei Standorten entstünden – nicht gewährleistet. Zudem verteure sich der Betrieb, da Sportanlagen und Spezialzimmer für Naturwissenschaften, Gestaltung und Musik nicht optimal ausgelastet seien. Die höheren Kosten seien aber nicht zu rechtfertigen. «Es stehen ihnen keine pädagogischen Vorteile gegenüber.» Das Fazit der Regierung lautet denn auch sec: «Es liegen keine grundlegend neue Fakten vor, die eine Neubeurteilung erfordern.»

«Eine sehr kühne Aussage», halten die Interpellanten fest. Die Erklärungen überzeugten in keiner Weise. «Die Regierung steuert mit ihrer Mittelschulpolitik auf ein ähnliches Fiasko zu, wie bei den Spitalbauten, wo millionenschwere Fehlinvestitionen getätigt wurden.» Falls die Regierung aus regionalpolitischen Überlegungen unbedingt an einem Mittelschulstandort in Wattwil festhalten wolle, wäre «eine Lösung mit zwei Campus-Standorten ein kosteneffizienter und pädagogisch wertvoller Weg». Doch auch darüber lasse sie nicht mit sich reden. «Die fehlende Kompromissbereitschaft der Regierung irritiert», so die Kantonsräte. Auch der Stadtrat von Rapperswil-Jona stösst sich daran, dass die Regierung eine Zwei-Standorte-Lösung als untauglich einschätze (Ausgabe vom 28. November). Es gehe darum, einen «folgenschweren Fehlentscheid» zu vermeiden. Es braucht keine hellseherischen Fähigkeiten, um vorauszusagen: Das Thema ist für das Linthgebiet noch lange nicht abgehakt.

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