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Pro & Contra

Der Valentinstag – kollektiver Liebeszwang oder eine Chance auf Romantik?

Der 14. Februar ist der Tag der Liebenden. Soll man ihn zelebrieren oder ignorieren? Zwei unterschiedliche Meinungen aus der Tagblatt-Redaktion.

Pro: Eine gesunde Portion Romantik kann einer Beziehung guttun

Yann Lengacher, Praktikant.

Yann Lengacher, Praktikant.

Das ultimative Totschlagargument gegen den Valentinstag ist hierzulande immer das folgende: «Ich brauche keinen Feiertag, um meinem Partner meine Liebe zu zeigen, das kann ich auch sonst.» Dabei eröffnet der Valentinstag so viele Chancen – man (und frau) muss sie nur nutzen.


Für die Liebe brauche es keinen Feiertag, die könne man auch sonst zelebrieren, das sei sowieso alles nur Kommerz und eine Alibi-Übung obendrein. Seinem Partner könne man im Verlauf des Jahres immer etwas schenken oder die Zuneigung ausdrücken. Aber Hand aufs Herz (am Valentinstag darf diese Redewendung erlaubt sein): Wie oft geschieht das – besonders in langjährigen Beziehungen – wirklich? Mal abgesehen von Geburts- oder Jahrestagen.


Es kann nicht schaden, in der schnelllebigen Zeit, in der wir leben, seinem Partner bewusst zu sagen und zu zeigen, was er einem bedeutet. Dazu bietet sich der Valentinstag optimal an. Wenn die Beziehung lange halten soll, was ja das Ziel vieler Paare ist, sollte der Partner immer mal wieder hören, weshalb er der oder die Erwählte ist.

Der Valentinstag bietet auch den perfekten Rahmen, Probleme in der Beziehung anzusprechen. Er ist der Tag der Liebe – nicht der Tag des Heuchelns – und Liebe will gepflegt sein. Da gehört es auch dazu, Probleme gemeinsam zu meistern. Vielleicht hielte die eine oder andere Beziehung länger, wenn zumindest einmal im Jahr Sorgen angesprochen würden, die einen schon lange umtreiben. Die Bedeutung eines Feiertages, der einer bestimmten Sache gewidmet ist, sollte zudem nicht unterschätzt werden. Der Muttertag kommt nicht von ungefähr. Vielleicht braucht der Mensch manchmal solche Tage, um das Bewusstsein aufzufrischen, dass gewisse Dinge nicht selbstverständlich sind. Und die Liebe ist das gewiss nicht. Dabei muss ja niemand die Klischees bedienen und seinen Partner in Rosen oder Schokolade aufwiegen.


Der Valentinstag bedeutet nicht, sich automatisch dem Kommerz der Grossdetailisten hinzugeben. Wieso nicht dem Partner einen netten Brief schreiben? Ein ehrlich gemeintes Geschenk. Aufrichtige Worte und Nettigkeiten sind nie eine Pro-Forma-Übung. Eine gesunde Dosis Romantik kann einer Beziehung gut tun. Aber am Ende entscheidet jedes Paar selbst, ob und wie es den Valentinstag feiert.


Eines noch zum Schluss: Liebe Mitsingles, seid heute nicht traurig, das bringt nichts. Gönnt den Paaren ihre Liebe. Eure Zeit wird kommen.

Contra: Unter Zwang gekaufte Rosen
und Kerzen schmerzen im Herzen

Seraina Hess, Redaktorin.

Seraina Hess, Redaktorin.

Der Titel lässt es erahnen: In mir ist eine Lyrikerin verloren gegangen. Trotzdem verzichte ich heute darauf, dem Liebsten verschnörkelte Nachrichten zukommen zu lassen. Das hat seine Gründe.
Am 14. Februar sind Singles zu beneiden. Sie müssen sich nicht mit Rätselraten umtreiben, ob die Partnerin oder der Partner den Valentinstag fast gleich stark gewichtet wie Geburtstag und Weihnachten. Sie können sich lossagen von Gender-Fragen wie jener, ob rote Rosen als Geschenk für die Frau des 21. Jahrhunderts überhaupt noch taugen – oder ob die Frau im Gegenzug auch dem Mann einen überteuerten Strauss ins Büro schicken lassen sollte.

Singles müssen heute weder besonders wortgewandte Liebesschwüre aufs Papier bringen noch sich ins Getümmel des Abendverkaufs stürzen und einpacken, was die Detaillisten in ihren Schaufenstern seit einigen Wochen als perfektes Geschenk anpreisen. Sie kommen auch darum herum, einen gleichermassen erstaunten und erfreuten Gesichtsaudruck einzuüben, um vorbereitet zu sein, wenn daheim ein Bouquet auf dem Küchentisch wartet. Eine Mimik, die sowohl dem Beschenkten als auch dem Schenkenden regelrecht wehtut, ist sie doch genauso erzwungen wie das Präsent, das – welch Überraschung – genau heute überreicht wird.

Ein Grund, allein zu bleiben, ist der Valentinstag natürlich nicht; das wäre dann doch eine Spur zu dramatisch. Immerhin befinden sich Paare im Vergleich zu anderen Beziehungskonstellationen in einer privilegierten Position. Während sich Söhne und Töchter kaum dem einseitig profitablen Muttertag entziehen können und an jenem Sonntag im Mai Jahr für Jahr verpflichtet sind, Wertschätzung zu bekunden, ist es jedem Paar selbst überlassen, seine Prioritäten zu setzen und den Tag der Liebe zu ignorieren. Denn ist dieser erst einmal aus dem Kalender verbannt, lässt sich bis in alle Ewigkeit auch im Februar ganz entspannt lieben.

Abschliessend und mit persönlicher Widmung sei an dieser Stelle dennoch festzuhalten: Mit Blumen, Briefen und Schöggeli kann man grundsätzlich nie etwas falsch machen. An den verbleibenden 364 respektive 365 Tagen im Jahr sind Tulpen – nebenbei bemerkt die besseren Rosen – höchst willkommen. Aber eben nicht am 14. Februar, wenn der kollektive Liebeszwang der netten Geste Abbruch tut.

Kennen Sie sich aus in der Welt der Blumen? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Valentinstags-Quiz:

Frage 1 / 15

Mit ihr können Sie am Valentinstag nichts falsch machen: die rote Rose, der Klassiker.

Wie wird die Rose umgangssprachlich auch genannt?

die Königin der Blumen
die Blumenprinzessin
die Fürstin der Blumen

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