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Der Umbruch braucht Zeit

Die programmatische Neuausrichtung mit Fokus auf jüngere Musik bezahlt sich für das Open Air St. Gallen am zweiten Festivaltag nur in Massen aus. Zwar enttäuscht niemand, doch es bleibt altgedienten Lokalmatadoren vorbehalten, für das Glanzlicht zu sorgen.
Michael Gasser

«Ein Rat an alle Touristen: Esst eure Wurst ohne Senf, denn Senf ist scheisse», ruft Jack Stoiker von der Sitterbühne ins Publikum herunter. Zusammen mit seiner Band Knöppel versteht es der St. Galler, seine Zuhörerinnen und Zuhörer im Nu wachzurütteln. Indem er ihnen seine energische Mischung aus Garage-Rock und Punk entgegenschmettert. Bisweilen mag es Stoiker, sich als «Dylan für Arme» zu promoten, bloss: Der Vergleich hinkt. Während der US-Barde mit Vorliebe komplexe Metaphern serviert, kommt der Ostschweizer Lokalmatador meist flugs auf den lakonischen Punkt. Und garniert das Ganze mit wohlplatzierten Zoten. Der Mundartpoet und Gitarrist gibt sich mitteilungsbedürftig, klopft sich auf die hinter einem ärmellosen T-Shirt steckende Brust und verkündet: «Meine Knochen sind müde, meine Kehle ist trocken.» Worauf er sich einen Schluck Bier genehmigt. Auf die unverblümten Worte lässt er wuchtige Sounds en masse folgen; es ist eine Darbietung, die sich nicht allzu ernst nimmt, aber mit Songs wie «Uzwil», «Schüga» oder «Abseits» zu überzeugen weiss. Anders gesagt: Der Freitagnachmittag beginnt am Open Air St. Gallen exzellent.

Deutlich schwerer tut sich Hazel Brugger, die anschliessend die Sternenbühne bespielt. Dort steht sie alleine mit ihrem Mikrofon und erreicht bei weitem nicht dieselbe Wirkung wie am TV oder im Kleinkunsttheater. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Worte der Satirikerin aufgrund des scheppernden Sounds kaum zu verstehen sind, ausser man drängt sich bis in die vordersten Reihen vor. Die Gewinnerin des Deutschen Comedy-Preises kalauert mit Sprüchen wie «Ich war noch nie so alt wie jetzt» und widmet sich unter anderem dem Thema des Erwachsenwerdens. Ihrem Auftritt ist anzumerken, dass es der 25-Jährigen mittlerweile keine Mühe mehr bereitet, sich vor einer grossen Menschenmenge zu inszenieren. Live teilt sie gerne aus und erklärt etwa, dass sie jetzt – als Neoerwachsene – nicht mehr privat ans Open Air St. Gallen kommen würde. Eine Aussage, die mit Pfiffen quittiert wird. Dass Bruggers Show nicht zündet, hat jedoch weniger mit der gebürtigen US-Amerikanerin als mit dem Ambiente zu tun. Ein Event, an dem ordentlich geschwatzt, getrunken und gefeiert wird, will nicht zu Brugger passen. Die Idee, sie ans Festival zu holen, war theoretisch super, bloss: In der Praxis fällt das Gebotene nie wirklich auf fruchtbaren Boden.

Bild: Michel CanonicaBild: Michel Canonica
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Mit Sonnenschirmen, Sonnencrème und Wasserkübeln: So rüsten sich die Open-Air-Besucher für den zweiten Hitze-Tag

«Wir machen schnell, damit es endlich vorbei ist»

Das Konzert von Yung Hurn steht stellvertretend für den programmatischen Umbruch, den das Open Air St. Gallen heuer gewagt hat. Weg von der Musik für die älteren Generationen, hin zu den hippen Klängen der Jungen. Dass der Entscheid nicht von allen goutiert worden ist, lässt sich alleine an folgender Tatsache ablesen: Im Vergleich zu früheren Festivalausgaben ist an diesem Tag von Dichtestress so gut wie nichts zu spüren. Zugegeben, eine Neuorientierung braucht Zeit und Geduld. Doch zurück zum Set von Yung Hurn. Der österreichische Hip-Hop-Künstler lässt immer wieder an seinen Landsmann Falco und dessen 1982er-Hit «Der Kommissar» denken, insbesondere in seinem Stück «Fick die Polizei», in dem er einen Ordnungshüter um Nachsicht bittet und ihm zugleich den Mittelfinger zeigt. Die Musik des 24-Jährigen ist unterkühlt, auf Party zugeschnitten und bringt einige seiner weiblichen Fans zum Kreischen. Yung Hurn selber scheint jedoch nicht zufrieden und nuschelt: «Wir machen schnell, damit es endlich vorbei ist, keine Sorge.»

Deutlich generationenübergreifender agiert Julian Pollina alias Faber. Sein Deutschpop ist ebenso linde wie der einbrechende Abend. Der Sohn von Cantautore Pippo Pollina umarmt seine akustische Gitarre wie ein in Liebe entflammter Tangotänzer. Nichts als passend also, dass der 26-Jährige seine Lieder wie «Sei ein Faber im Wind» mit Salsa-Rhythmen anreichert. Das ist eingängig und eckt zu keiner Sekunde an. Ganz im Gegensatz zu Zeal & Ardor. Das Musikprojekt des Baslers Manuel Gagneux vereinigt Gospel und Black Metal. Das klingt und ist verschroben.

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