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Der Traum vom Eigenheim wird teurer: In Werdenberg explodieren die Preise

In den vergangenen zehn Jahren sind die Wohneigentumspreise in der Ostschweiz zwischen 40 und 60 Prozent angestiegen. In Werdenberg sind es sogar 88 Prozent. Von einer platzenden Immobilienblase wollen Experten aber nicht sprechen. Zu gut ist die Wirtschaftslage.
Roman Hertler
Wohneigentum wie hier in Rorschacherberg liegt im Trend: Wer es sich leisten kann, kauft sich in der aktuellen Tiefstzinssituation ein Haus oder eine Wohnung. (Bild: Ralph Ribi)

Wohneigentum wie hier in Rorschacherberg liegt im Trend: Wer es sich leisten kann, kauft sich in der aktuellen Tiefstzinssituation ein Haus oder eine Wohnung. (Bild: Ralph Ribi)

Wer sich ein eigenes Heim leisten will, tut das am besten jetzt. Die aktuelle Zinslage ist günstig, und die Preise für ein Eigenheim – ob Haus- oder Stockwerkeigentum – steigen seit Jahren kontinuierlich. Das gilt insbesondere für die Ostschweiz. «Die Preise sind in unserer Region wohl etwas dynamischer als in der Innerschweiz oder am Genfersee, wo der Trend früher einsetzte», sagt Robert Weinert von der Immobilienberatungsfirma Wüest Partner.

Im Durchschnitt sind die Wohneigentumspreise in der Ostschweiz zwischen 2007 und 2018 etwa 40 bis 60 Prozent angestiegen. Die Zahlen je Bezirk wurden von der ETH und Comparis gemeinsam erhoben und gestern veröffentlicht. Für den generellen Preisanstieg sind gemäss Robert Weinert vor allem drei Gründe ausschlaggebend: Erstens machten die tiefen Zinsen Wohneigentum gegenüber Mietwohnungen attraktiver. Das trage neben der hohen Neubautätigkeit dazu bei, dass bei einigen Mietobjekten die Leerstände gestiegen seien. Zweitens sei die Wirtschaftslage gut. Die Löhne seien gestiegen, die Arbeitslosigkeit tief, die Vermögen wachsen an. «Viele gönnen sich heute Wohneigentum.» Und drittens komme – abgesehen von den vergangenen zwei, drei Jahren – ein Bevölkerungswachstum hinzu. «Viele EU-Zuzüger überlegen sich nach fünf, sechs Jahren, sich in der Schweiz niederzulassen», so Robert Weinert. Bei knapper werdendem Bauland steigen durch die zunehmende Nachfrage auch die Preise.

Fürstliche Zuzüge in Werdenberg

Bezüglich Wohneigentum ist Werdenberg hinter Zürich und Horgen der Bezirk mit der dritthöchsten Preissteigerung schweizweit. Gab es früher noch Häuser für 650000 Franken zu kaufen, bezahlt man heute mindestens eine Million. Verantwortlich dafür sind laut Experten vor allem die EU-Zuzüger, welche im benachbarten Fürstentum gut verdienen, aber keine Aufenthaltsbewilligung erhalten. Daher lassen sich viele gute Steuerzahler in Buchs, Grabs, Gams oder Sennwald nieder. Die Nachfrage nach Wohneigentum in Werdenberg ist gross. Auch hier wird Bauland knapp. Jüngst wurde in Buchs etwa die Räfiserhalde überbaut. Die Parzellen seien «weggegangen wie warme Weggli», sagen Insider. Auch in Gams und Sennwald wird gebaut. In Grabs hingegen, der zweitgrössten Gemeinde im Bezirk, wird Bauland von Familien und Firmen tendenziell noch gehortet. Hier hat man sich auf die Sanierung und den Umbau alter Gebäude spezialisiert. «Es gibt in unserer Gemeinde auch einige Betriebe, die schöne Umbauten alter Objekte machen», sagt der Grabser Ratsschreiber Werner Hefti auf Anfrage. So gesehen habe die Baulandhortung auch sein Gutes, wenn man schaue, wie gewisse Neubausiedlungen optisch daher kämen.

Tannzapfen- und Sarganserland profitieren

Einen Einfluss auf lokale statistische Ausreisser der Preisstatistik haben auch verbesserte Bahnverbindungen nach Zürich. Lars Ullmann, Geschäftsleitungsmitglied der Thoma Treuhand AG in Amriswil, bestätigt dies: «Der Bahnhof Amriswil ist belebter als noch vor ein paar Jahren.» Vom ÖV-bedingten Näherrücken an Zürich profitiert neben dem Hinterthurgau (Tannzapfenland) auch das Sarganserland.

Die «heissen Regionen» im Immobilienmarkt kühlten sich wieder ab, heisst es auf der Homepage comparis.ch. Die ETH-Experten gehen nicht davon aus, dass die Immobilienblase demnächst platzt. Auch Immobilienexperte Robert Weinert sagt: «Von einer Immobilienblase beim Wohneigentum ist derzeit nicht auszugehen. Sollten die Zinsen wieder steigen, kommt es nicht zu einem kompletten Preiszerfall, auch wenn moderate Wertkorrekturen nach unten nicht unwahrscheinlich sind.»

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