Interview

Der Thurgauer Regierungspräsident Jakob Stark wollte Kapitän werden

Finanzminister Jakob Stark liebt es, im Sommer seinen Rebberg in Kradolf-Schönenberg zu pflegen. Er kann zwar nur das Nötigste kochen, doch die Zubereitung von Älplermagronen hat er im Griff.

Christian Ruh
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Der Thurgauer Regierungspräsident Jakob Stark. (Bild: Donato Caspari)

Der Thurgauer Regierungspräsident Jakob Stark. (Bild: Donato Caspari)

 Was hat Sie in letzter Zeit besonders beschäftigt?

Der Frauenstreik, weil ich als Präsident des Regierungsrats die Forderungen der Thurgauer Frauen entgegennahm. Die engagierte, lustvoll-heitere Art der Kundgebung hat mich beeindruckt.

Warum wohnen Sie in der Buhwil bei Kradolf-Schönenberg?

Meine Frau und ich haben uns hier vor 33 Jahren niedergelassen und gute Nachbarn und Freunde gefunden. Wir lieben unser Haus und unseren grossen Naturgarten mit einem kleinen Rebberg. Wenn ich nach Hause komme, fühle ich mich manchmal fast wie in den Ferien.

Haben Sie einen Thurgauer Lieblingsort?

Der Nollen. Er ist die Rigi der Ostschweiz.

Was lieben Sie am Sommer?

Alle Tätigkeiten im Freien; den Rebberg pflegen, Brombeeren schneiden oder Akten studieren.

Was sollte man im Thurgau im Sommer unbedingt machen?

Im Bodensee baden gehen, Spaziergänge durch kühle Wälder machen, den Napoleon-Turm besteigen und zwischendurch einen Saft geniessen.

Können Sie kochen?

Nur das Nötigste. Die Zubereitung von Älplermagronen habe ich zumindest im Griff.

Welches Restaurant können Sie empfehlen?

Es gibt viele gute Restaurants. Ein Tipp von mir wäre der «Stelzenhof» oberhalb von Weinfelden, auch weil er täglich offen hat.

Was haben Sie zuletzt in Konstanz eingekauft?

Einen ‹Ami-Sack› Als ich 16 Jahre alt war, trug man diese gebrauchte grüne US-Army-Jacke häufig.

Und was haben Sie zuletzt in einem Thurgauer Laden gekauft?

Zigarren.

Haben Sie ein Haustier?

Ja, eine Katze namens Sarah. Sie begrüsst mich jeden Morgen und auch dann, wenn ich heimkomme.

Was ist Ihr Lieblingstier?

Die Kuh. Ich bewundere ihr Aussehen, ihre ruhige zufriedene Art und ihre Leistungsfähigkeit. 

Worüber kann man mit Ihnen nicht reden?

Über Angebote, meine Seele zu verkaufen.

Lügen Sie manchmal?

Mein Grundsatz ist es, nicht immer alles zu sagen, aber nie zu lügen.

Wonach schmeckt Glück?

Nach Blütenduft unter der Linde oder im Rebberg.

Was liegt auf Ihrem Nachtisch?

Zurzeit Band drei der Weltgeschichte der neuesten Zeit von J. R. von Salis.

Mit welchem Menschen würden Sie gerne einen Tag lang tauschen?

Mit Peter Spuhler.

Was war Ihr erster Traumberuf?

Kapitän.

Warum ist daraus nichts geworden?

Das lag vielleicht am Berufsberater.

Wen bewundern Sie?

Alle Menschen, die ihren Beitrag an ihrem Ort für die Gemeinschaft leisten und die es verstehen, allen Schwierigkeiten zum Trotz ihre innere Zufriedenheit und den Glauben an die Zukunft zu bewahren.

Was schätzen Sie an ihrer Partnerin besonders?

Vieles. Ihre Liebe, ihre Ruhe und ihre Ausdauer. Aber auch ihre Handfertigkeit und Kreativität, ihren «grünen Daumen» und dass ich mit ihr über alles reden kann.

Mit wem würden Sie gerne einmal eine Flasche Wein trinken?

Mit Philipp Schwander, dem Master of Wine.

In welchem Job wären Sie eine Fehlbesetzung?

Als Rettungssanitäter, weil ich den Anblick von Blut nicht gut ertrage.

Was möchten Sie unter allen Umständen in diesem Leben noch machen?

Die französische Sprache gut lernen.

Was finden Sie an sich gut?

Die Kombination von Realismus und positivem Denken.

Wann können Sie ruhig einschlafen?

Wenn ich mein Bestes gegeben habe.

Was ist Ihr heimliches Hobby?

Singen.

Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrem Vater?

Die Tatkraft.

Welche von Ihrer Mutter?

Den Willen.

Was soll auf Ihrem Grabstein stehen?

Jakob Stark, 1958–2058.